Statt zum Brotholen in die JVA

Anger - Er wollte vom Mühlviertel nach Nordrhein-Westfalen zum Brotholen. Das behauptete ein Syrer bei einer Kontrolle. Stellt sich die Frage: Wahrheit oder Schleusung?

Die Bundespolizei ermittelt gegen einen syrischen Flüchtling aus Österreich, der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (9. Januar) mit seinem Pkw drei Landsleute nach Deutschland geschleust haben soll. Der Fahrer bestreitet den Vorwurf. Alle vier wurden auf der A8 nahe Anger festgenommen.

Im Bundespolizeirevier in Bad Reichenhall gab der verhaftete Fahrzeugführer mit österreichischem Flüchtlingspass an, dass er die drei Begleiter rein zufällig getroffen und mitgenommen habe. Er selbst sei gerade auf den Weg Richtung Bielefeld gewesen, um in einem Geschäft Fladenbrote nach arabischem Rezept zu kaufen. An einer Tankstelle in Linz sei ein Mann aus einer dreiköpfigen Gruppe auf ihn zugekommen und hätte ihn um die Mitfahrgelegenheit gebeten. Dass es sich um Syrer ohne Papiere handelte, habe er zunächst gar nicht gewusst. Eine andere Version erzählte einer der Geschleusten. Er sei vor über einem Jahr in die Türkei geflohen. Dort hätte er gearbeitet und rund 8.500 Euro angespart. Dies sei der Preis für die Schleusung nach Deutschland gewesen. In einem Lkw soll er dann mit den beiden anderen bis Österreich gefahren worden sein. Schließlich sei es in Salzburg zu dem Treffen mit dem Landsmann gekommen.

Im Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern werden die Bundespolizisten zu klären haben, welche „Geschichte“ eher der Wahrheit entspricht. Der mutmaßliche Schleuser, ein Gelegenheitsarbeiter aus dem österreichischen Mühlviertel, musste am Donnerstagmorgen auf richterliche Anordnung hin in der Justizvollzugsanstalt Bad Reichenhall die Untersuchungshaft antreten.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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