Polizeibilanz zum Altenmarkter Faschingszug:

Schläger flüchtet in Sträflings-Kostüm

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Altenmarkt - Hoch her ging es beim Faschingszug in Altenmarkt. Auch bei der Polizei, denn diese musste wegen Körperverletzung mehrfach ausrücken. Das Bilanz ist erschreckend:

Zum gestrigen Faschingszug in Altenmarkt kamen nach Schätzungen der Polizei mindestens 4.000 Besucher. Der närrische Zug, bestehend aus 15 Umzugswägen und Fußgruppen, begann um 15.00 Uhr und verlief störungsfrei. Die überwiegende Anzahl der Besucher feierte ausgelassen, „närrisch-fröhlich“ und friedvoll bis in die späten Abendstunden. Leider kam es nach Ende des Umzuges, offensichtlich ausgelöst durch den zunehmenden Alkoholkonsum, zu unliebsamen und problematischen Sicherheitsstörungen. Innerhalb weniger Stunden mussten die Beamten der Polizeiinspektion Trostberg, der Polizeistation Traunreut und der Operativen Ergänzungsdienste sechs Körperverletzungsanzeigen aufnehmen und bearbeiten. Hierbei wurden vier Personen leicht verletzt, sie wurden durch den anwesenden Rettungsdienst erstversorgt.

Ein 24-Jähriger flüchtete gegen 19.00 Uhr nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem 20-Jährigen. Der zunächst unbekannte Täter - er flüchtete nach Zeugenaussagen „passend“ in einem Sträflingskostüm - konnte von einer Streife nach wenigen Minuten mitten im „Faschingsgefühl“ ausfindig gemacht und festgehalten werden. Dabei stellte sich heraus, dass er bei der Auseinandersetzung selber erheblich verletzt wurde. Er wurde deshalb vom BRK ins KKH Trostberg verbracht. Nach der ersten Behandlung im Krankenhaus flüchtete der 24-Jährige gegen 21.30 Uhr allerdings über die Terrassentüre. Er wurde mit mehreren Streifen gesucht und schließlich gegen 23.00 Uhr bei Freunden aufgegriffen. Er wurde wieder zurück ins KKH Trostberg gebracht, wo er dann - inzwischen einsichtig geworden - stationär die Nacht verbrachte.

Acht Personen wurden in den Abendstunden Platzverweise ausgesprochen, sie mussten das Festgelände verlassen, da diese zuviel Alkohol getrunken hatten und in aggressiver Weise auftraten. Zwei 15-Jährige Mädchen aus dem Landkreis Traunstein waren bereits im Vorfeld des Faschingszuges kontrolliert worden; da die Mädchen erheblich Alkohol konsumiert hatten, wurden die Eltern verständigt, die ihre Mädchen vor Ort in Obhut nahmen.

In der Pfistererstraße kam es gegen 18.30 Uhr noch zu einer Sachbeschädigung durch bislang Unbekannte, die ein Absperrgeländer beschädigten. Der Sachschaden beläuft sich auf circa 300 Euro.

Die Bilanz des närrischen Treibens in Altenmarkt aus polizeilicher Sicht: Dienststellenleiter Martin Hammerl: „Im Hinblick auf die etwa 4.000 Besucher war es zwar ein überwiegend friedlicher Veranstaltungsverlauf, für die Polizeibeamten vor Ort (es waren insgesamt fünf Einsatzfahrzeuge der Polizeiinspektion Trostberg, der Polizeistation Traunreut sowie vom OED Traunstein) gab es jedoch einiges zu tun. Was mir Sorge bereitet, ist der zum Teil hemmungslose und exzessive Alkoholkonsum Einzelner beziehungsweise einzelner Gruppen. Sie können sich vorstellen, wie schwierig dann die Arbeit der einschreitenden Polizeibeamten vor Ort wird. Meinen Beamten schlägt teilweise, leider begünstigt durch den vielen Alkohol und negative gruppendynamische Prozesse, eine erheblich aggressive Stimmung entgegen.“

Pressemitteilung Polizeiinspektion Trostberg

Quelle: chiemgau24.de

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