Langen über Luxusprobleme und die WM

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Königssee - Der Countdown läuft. Heute Abend wird die Bob- und Skeleton-WM am Weihnachtsschützenplatz in Berchtesgaden eröffnet. Bob-Bundestrainer Christoph Langen ist zuversichtlich.

"Die Weltcupserie ist sehr gut gelaufen", muss Langen im BGLand24-Interview zugeben. Deshalb sieht sich der Bundestrainer auch in der Verantwortung, die Euphorie im Vorfeld ein bisschen zu bremsen. Anfang der Woche hat er in einem intensiven Gespräch mit der Mannschaft seine Bedenken geäußert und ihnen versucht zu erklären, wie man am Besten mit dem Druck und der Euphorie umgeht. "Sie wollen Weltklasse-Fahrer sein, dann müssen sie auch damit umgehen können und das machen sie auch", ist er sich sicher.

Bevor alle deutschen Teams am Sonntag an den Königssee gereist sind, haben sie sich an ihren heimatlichen Stützpunkten individuell vorbereitet. Insgesamt sind bei den Männern vier und bei den Damen drei Teams am Start. Und alle wollen um eine Medaille mitfahren - ein Luxusproblem?

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"Dieses Luxusproblem habe ich gerne", so der Bundestrainer. "In unserem Team ist jeder gleichgestellt. Bis zum C-Kader sind alle mit dem gleichen Material ausgestattet." Das ist wohl auch das Erfolgsgeheimnis der deutschen Mannschaft. "Es haben alle zu Beginn der Saison gewußt, sie haben eine Chance." Am besten genutzt hat die Manuel Machata aus Ramsau. In seiner ersten Weltcupsaison hat er den Gesamtweltcup im Vierer geholt. Auch Karl Angerer aus Marktschellenberg zeigte mit seinem ersten Weltcupsieg im Zweier auf.

"Vor der Übersee-Tour hatte ich echte Bedenken", erinnert sich Langen. "50 Prozent der Mannschaften kannten die Bahn überhaupt nicht. Und mit Whistler und Lake Placid standen gleich zwei Kracher an. Aber die Jungs und Mädels sind über sich hinausgewachsen, ich kann sehr zufrieden auf die Saison 2010/11 zurückblicken." Gleichzeitig hat der Bundestrainer während der ganzen Saison auf die WM vorausgeblickt. "Die WM war das ganze Jahr ein Thema, ich habe das auch forciert. Auf jeden Tagesplan habe ich immer das WM-Logo abgedruckt, dass man sie nicht aus dem Auge verliert."

Jetzt ist es soweit. Die 'Jungs und Mädels' müssen sich beweisen. Die Ziele dabei sind klar: "Natürlich wären uns Platz 1 bis 4 bzw. 3 am liebsten." Der Trainer muss aber zugeben: "Man kann nicht alles berechnen und die Konkurrenz ist stark. Das wird eine enge Kiste. Fünf, sechs Nationen fahren um den Titel mit."

Hinter den Kulissen an der Kunsteisbahn

Es wird also spanndend bei den Wettkämpfen an den kommenden beiden Wochenenden. Und einer wird definitv mehr leiden als bei seinem eigenen Start bei der WM 2004. "Es wird eine Katastrophe, das weiß ich jetzt schon", lacht Christoph Langen. "Ich bin bei den Rennen viel aufgeregter als bei meiner aktiven Zeit. Damals hatte ich es selbst in der Hand, jetzt kann ich nur zuschauen." Dafür ist die Freude über Medaille dann auch um so größer.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © pa

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