Kommunalwahlen 2014 - Berchtesgadener Land

Wahl: Teisendorf und Bischofswiesen überraschen!

Berchtesgadener Land - Der Tag nach der Kommunalwahl ist im Berchtesgadener Land nach wie vor von den zwei großen Überraschungen geprägt: Teisendorf und Bischofswiesen:

Teisendorf:

Die große Überraschung des Abends war eindeutig Teisendorf. Bürgermeister Franz Schießl (FWG) wurde abgewählt. Mit 35,41 Prozent landete er vor Edwin Hertlein (Grüne) 11,67 Prozent aber hinter Thomas Gasser (CSU) 52,91 Prozent.

Gasser hätte mit der deutlichen Mehrheit nicht gerechnet: "Uns freut's, dass wir die Themen getroffen haben und dass wir die Wähler erreicht hat. An den Themen werde ich mich ab 1. Mai entlang arbeiten."

Edwin Hertlein zeigte sich im BGLand24-Interview enttäuscht: "Ich hätte mir eine Stichwahl erhofft. Die Wahl zeigt aber klar, dass der Bürger mit der Arbeit von Franz Schießl nicht zufrieden war. Ich hoffe, dass Thomas Gasser sich dieses Zeichen zu Herzen nimmt und die Bürger mehr beteiligt."

Franz Schießl hätte gerne noch sechs Jahre weiter gemacht: "Aber es ist so wie es ist. Es hat in den letzten Jahren einige Brennpunkte gegeben, die sich negativ ausgewirkt haben. Ich werde auch aus Rücksicht auf Thomas Gasser nicht in den Gemeinderat gehen. Aber gegebenenfalls mein Kreistagsmandat wahrnehmen."

Bischofswiesen:

Thomas Weber (CSU) aus Bischofswiesen kann es immer noch nicht glauben. Trotz drei Gegenkandidaten hat er beim ersten Anlauf mit 61,75 Prozent den Einzug ins Rathaus geschafft. "Ich hab es immer noch nicht realisiert", gibt er gegenüber BGLand24 zu. "Ich habe nicht im Entferntesten mit so einem deutlichen Ergebnis gerechnet." Sobald er im Amt ist, möchte er sich zeitnah mit den Fraktionen zusammensetzen. "Ich möchte mein Programm mit allen besprechen und umsetzen, nicht allein und nicht nur mit der CSU."

Josef Angerer (SPD) kommt auf 11,54 Prozent, Thomas Resch (FWG) auf 19,29 Prozent und Josef Stangassinger (UBB) 7,42 Prozent.

Ainring:

80,83 Prozent der Wähler in Ainring wollen ihrem amtierenden Bürgermeister Hans Eschlberger behalten. "I gfrei mi gscheid", sagte er im BGLand24-Interview. "Es ist ein klares Votum der Bürgerschaft und ein eindrucksvoller Vertrauensbeweis." Allerdings sehe er es auch als Vertrauensvorschuss für die nächsten sechs Jahre. "Ich bin optimistisch, dass wir in der Zukunft auch so gut zusammenarbeiten und die Gemeinde eindrucksvoll entwickeln."

Michaela Kaml (ÜPW und SPD) bekam 19,17 Prozent.

Ramsau:

95,52 Prozent der Stimmen hat Bürgermeister Herbert Gschoßmann in Ramsau bekommen. Obwohl er der einzige Kandidat war, sagt das Ergebnis für ihn etwas aus: "Es heißt für mich, dass die Arbeit gut war. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, das entgegen gebrachte Vertrauen nicht zu enttäuschen."

Laufen:

Laufens Bürgermeister Hans Feil (CSU) ist froh und dankbar: "63,62 Prozent hat man nicht jeden Tag. Es ist ein ehrliches Ergebnis. Wir haben viel angepackt, da gibt es immer Unzufriedene. Jetzt werden wir das umsetzen, was wir beschlossen haben, wie die Rathaussanierung, die Kanalisation unter der B20, das Kinder- und Jugendbetreuungszentrum und die neue Feuerwehr. Es wird nicht langweilig."

Seine Herausforderin Isabella Zuckschwerdt (ufb) bekommt 36,38 Prozent.

Schönau am Königssee:

Von Hannes Rasp (CSU) in Schönau am Königssee ist eine Kilolast abgefallen. "Jetzt geht's mir gut", gibt er gegenüber BGLand24 zu. "Bis zum 1. Mai mache ich jetzt meine normale Arbeit und dann geht's weiter."

Er hat 58,85 Prozent erreicht, Richard Lenz (FWG) 41,15 Prozent.

Saaldorf-Surheim:

In Saaldorf-Surheim heißt der neue Rathauschef Bernhard Kern (CSU): "Ich freu mich total, dass ich ein gutes Ergebnis bekommen habe. Jetzt muss ich mich ein bisschen fangen. Dann werde ich die berufliche Geschichte regeln, da ich meine Firma abgeben muss." Außerdem steht für ihn ein Seminar für neue Bürgermeister an. "Und dann geht es Zug um Zug in der Gemeinde gut weiter."

62,72 Prozent erreicht Kern, 37,28 Prozent Andreas Buchwinkler (Junge Liste).

Piding:

Von Pidings Bürgermeister Hannes Holzner (CSU) ist eine große Last abgefallen. "Es freut mich wirklich, dass es im ersten Wahlgang knapp durchgegangen ist. Jetzt arbeiten wir mit Vollgas an den großen Themen weiter. Und wenn die Autobahn-Pläne kommen, dann können wir offen diskutieren."

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Holzner bekommt 50,54 Prozent, Markus Schlindwein (SPD) 6,08 Prozent, Bernhard Zimmer (Grüne) 11,71 Prozent und Walter Pfannerstill (FWG) 31,67 Prozent.

Freilassing:

In Freilassing kann Bürgermeister Josef Flatscher nicht nur 15 Jahre Amtszeit feiern, sondern auch die Wiederwahl mit 67,73 Prozent. Er kann sich über das 'sehr gute Ergebnis' nur freuen. "Ich habe für morgen unabhängig von der Wahl die Kollegen zum Feiern eingeladen. Jetzt gibt es doppelt Grund zu feiern."

Florian Löw (FWG) kommt auf 32,27 Prozent.

Bayerisch Gmain:

Auch Hans Hawlitschek in Bayerisch Gmain ist hoch zufrieden mit den erreichten 64,95 Prozent. "Dieses deutliche Ergebnis habe ich nicht erwartet. Es zeigt, dass die Politik in 18 Jahren nicht so schlecht gewesen sein kann. Der Dank geht an die Wähler. Die Politik werde ich auch in Zukunft weiter parteiübergreifend gestalten."

Seine Herausforderer Joachim Jost (Grüne) und Peter Renoth (FWG) kommen auf 13,64 Prozent und 21,42 Prozent.

Anger:

In Anger wurde Silvester Enzinger mit 78,4 Prozent wiedergewählt. Im BGLand24-Interview sagte der Bürgermeister: "Ich bin sehr zufrieden und möchte mich bei den Wählern bedanken. Die nächsten sechs Jahre werde ich mich wieder voll für die Gemeinde einsetzen."

Franz Enzinger (Miteinand' für Anger) bekommt 21,6 Prozent.

Marktschellenberg:

In Marktschellenberg bleibt alles beim Alten. Bürgermeister Franz Halmich (FWG) bekommt einen Wähler-Zuspruch von 65,06 Prozent. "Ich hätte nicht geglaubt, dass es so deutlich wird.", gibt er gegenüber BGLand24 zu. "Jetzt müssen wir wieder Ruhe reinbringen und uns wieder gegenseitig akzeptieren lernen." Die deutliche Wählermeinung trotz der Turbulenzen sei für ihn eine zusätzliche Motivation.

Thomas Jander (SPD) erreicht 7,83 Prozent, Michael Köhler (CSU) 27,11 Prozent.

Berchtesgaden:

Deutlich ist auch Franz Rasp (CSU) in Berchtesgaden wieder gewählt worden. 65,71 Prozent wollen die bisherige Arbeit des Bürgermeisters fortsetzen. Gegenüber BGLand24 zeigt er deutlich seine Freunde: "Danke an alle Wähler, an alle die mir geholfen haben, besonders meiner Familie und der SPD, den Grünen und der Berchtesgadener Bürgergruppe für den fairen Wahlkampf. Jetzt geht's erst richtig los. Vor allem der Tourismus ist in den nächsten Jahre eine riesen Baustelle."

Sein Mitbewerber Michael Koller (FWG) kommt auf 34,29 Prozent der Stimmen.

Rubriklistenbild: © cz

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