Freilassing: Kandidaten stellen sich vor

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Florian Löw (l.) fordert den amtierenden Bürgermeister Josef Flatscher heraus.
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Freilassing - Gut einen Monat vor der Kommunalwahl beziehen die einzelnen Kandidaten Stellung. BGLand24 hat in Freilassing nachgefragt, was gut läuft oder verbessert werden könnte.

Die Kandidaten:

Josef Flatscher, CSU (amtierend): 57 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, gelernter Bankkaufmann, seit 1999 Bürgermeister

Florian Löw, FWG/Heimatliste: 36 Jahre, verheiratet, drei Kinder, gelernter Bankkaufmann, IT-System-Elektroniker und Betriebsinformatiker, derzeit selbständiger externer Netzwerk- und Anwendungsbetreuer für klein- und mittelständische Unternehmen, IT-Berater.

Was läuft gut in Freilassing?

Flatscher: Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten, die wir vor allem durch unser Stadtentwicklungskonzept gemeinsam.gestalten machen. Wir haben natürlich auch unsere Bürgerinnen und Bürger in die Stadtentwicklung eingebunden, die sich seit Anfang 2011 in Lenkungsgruppen und Arbeitskreisen an der Gestaltung Freilassings beteiligen. Vorrangig geht es zur Zeit um die Neugestaltung des Bahnareals in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG, mit Architekten und Bürgern.

Selbstverständlich gibt es zu allen Themen in Freilassing eine Bürgerbeteiligung, denn nur gemeinsam, aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Erfahrungen, lassen sich Verbesserungen erreichen. Dieser Grundsatz der Bürgerbeteiligung gab unserem Stadtentwicklungskonzept seinen Namen: gemeinsam.gestalten Und diesen Vorsatz der Bürgerbeteiligung fasste ich schon bei meiner Kandidatur im Jahr 1999 mit den Worten: „Betroffene zu Beteiligten machen“.

Was auch „sehr gut läuft in unserer Stadt“ sind die Infrastrukturmaßnahmen. In Freilassing ist hier alles vorhanden, was gebraucht wird. Besonders hervorheben möchte ich unsere Schulen und Kindereinrichtungen, bei denen wir nicht nur unserem gesetzlichen Auftrag folgten, sondern viel mehr darüber hinaus bieten können. Bei unserer Mittelschule gingen wir in der Sanierung auch voran durch einen Bau in Passivhaus-Bauweise, ebenso bei unserer erst kürzlich eröffneten Kinderkrippe als Plus-Energie-Haus.

Löw: Das große Plus in unserer Stadt ist das hervorragende ehrenamtliche Engagement. Viele Menschen engagieren sich unentgeltlich und aufopferungsvoll in Vereinen, Hilfsorganisationen oder auch in der Bürgerhilfe.

Die schulischen Möglichkeiten in der beruflichen Bildung in Freilassing sind für unsere Region eine sehr wichtige Säule. Ohne diese Ausbildungsmöglichkeiten wären wir im Landkreis von bedarfsorientierter ortsnaher Ausbildung sehr weit entfernt. Das ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Freilassing ist ein Eisenbahnknotenpunkt und wurde als „Stadt der Eisenbahn“ mit der Lokwelt aufgewertet. Wir besaßen bis zum Juni-Hochwasser attraktive Sportstätten. Auch die Nähe zu Salzburg kann man grundsätzlich als Vorteil werten. Allerdings muss sichergestellt werden, dass Freilassing diesen grundsätzlichen Vorteil auch nutzen kann. Es gibt Ortsteile mit dörflichem Charakter wie Salzburghofen. Freilassing hat eine enorme Vereinsvielfalt und bietet von zwei Trachtenvereinen über eine Stadtkapelle bis zur BSW Fotogruppe und den Sportvereinen ein enormes Freizeitangebot an.

Was würden Sie ändern?

Flatscher:Die Änderungen ergeben sich natürlich, wie bereits bei der Vorfrage erwähnt, durch die ständige Umsetzung unseres Stadtentwicklungskonzeptes über die nächsten Jahre.

Entscheidungen stehen aber an, die uns das Hochwasser verursacht hat und ebenfalls Veränderungen bringen können. Hier darf ich unser Sport- und Schulbad Badylon mit Trainingshalle und Trainingsflächen im Aussenbereich nennen. Es wurde durch die Überflutung so beschädigt, dass ein Gutachten über den Gebrauchszustand erstellt werden musste. Nun liegt die Entscheidung der „Weiterverwendung“ des Badylon’s beim Stadtrat: Sanierung oder Neubau.

(Anm. der Red.: Der Stadtrat hat mittlerweile die Weichen in Richtung Neubau gestellt. Das aber klar von der Finanzierung und dem Bürgerwillen abhängig gemacht.)

Löw: Es gibt vieles was ich im Falle meiner Wahl zum Bürgermeister verbessern möchte. Eines der wichtigsten Dinge wird jedoch sein, die Bürger sowie Unternehmen und deren Belange ernst zu nehmen. Zuhören, Probleme erkennen und Hilfestellungen zu leisten werde ich zu meinem Alltag machen. Ich will den Freilassinger zurufen „Ihr seid Freilassing, nehmt es wahr und bringt euch ein, damit unsere Stadt in vielen Bereichen eine Bessere wird!“

Hier geht's zu den Listen für den Freilassinger Stadtrat!

Alles was in meiner Macht steht möchte ich tun um in Freilassing etwas zu bewegen, die Stadt Freilassing wieder mit mehr Leben zu füllen, da es die Bürgerinnen und Bürger verdient haben dass die Stadt nicht nur wirtschaftsstärker wird, sondern auch wieder lebendiger und lebensfroher. Alle Generationen sollen in einer Stadt Freilassing ihre „Heimat“ finden.

In unserer flächenarmen Stadt kann die Neuausweisung von Gewerbeflächen nur der letzte Weg sein. Flächenrecycling, Hilfe bei Betriebsübergaben oder ein zentrales Leerstandsmanagement sind dringend notwendig. Die Innenstadtentwicklung in Freilassing muss angepackt werden. Ein Schritt dazu war die Ablehnung der Baumarktansiedlung am Rande der Stadt durch die Freilassinger Bürgerinnen und Bürger. Ein Kunde der am Stadtrand alles bekommt wird kaum mehr in die Stadt fahren um zu bummeln.

Einer meiner wichtigsten Punkte ist die Schaffung sozialen und bezahlbaren Wohnraumes für junge Familien, Senioren und Menschen mit Behinderungen oder sozialen Schwierigkeiten. Nachverdichtung ist keine Lösung und wird die Preise für Wohnraum nicht von der steigenden Tendenz abhalten. Hierbei gibt es mehrere Säulen auf die ich aufbauen möchte. Der Betritt der Stadt Freilassing zum Wohnbauwerk Berchtesgaden als der sozialen Wohnungsbaugenossenschaft im Landkreis ist die eine Säule und wäre eine Option. Die Förderung des genossenschaftlichen Wohnungsbaus der WBR in Freilassing ist die zweite Säule. Der dritte und wichtigste Faktor ist jedoch die Planungen am Sonnenfeld voranzutreiben und mit allen Grundstücksbesitzern zusammen zu verhandeln, bis ein für alle Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann.

Im Zuge des Neubaus unseres Badylons möchte ich auch eine Lösung für das Sportstättenproblem der Freilassinger Sportvereine erreichen. Es bedarf in Freilassing eines Sportstättenkonzeptes das den Sporttreibenden ein lukratives Angebot bietet und der Stadt mittelfristig Mittel spart. Synergien durch gemeinsamen Bau und Betrieb von Turnhallen an den jetzigen Standorten sind zu nutzen um den Schülern und Menschen in Stadt langfristig ein modernes, finanzierbares Sportangebot bieten zu können.

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