Kaillie Humphries - ein Star zum Anfassen

Schönau am Königssee - An der Eliteschule des Sports, den CJD-Christophorusschulen, in Schönau am Königssee sind die Schüler den Umgang mit Top-Sportlern gewöhnt. Doch am Montag hatten auch sie Lampenfieber.

Insgesamt 18 Bobfahrer haben den Beginn der Weltmeisterschaften genutzt, um die Schüler zu besuchen, die sie an der Bahn unterstützen wollen. Mit einem Schulprojekt will der Bob- und Schlittenverband für Deutschland verhindern, dass die Wettkampftage unter der Woche zu zuschauerarmen Tagen werden. Deshalb übernehmen die Schulen im Berchtesgadener Land eine Art Patenschaft für die verschiedenen teilnehmenden Nationen, um an der Kunsteisbahn am Königssee richtig für Stimmung zu sorgen.

Stimmung erzeugten die Schüler der Unterstufe des CJD-Gymnasiums bereits am Montag. Mit den drei australischen Damen übten sie Schlachtrufe ein, mit den 15 amerikanischen Athlethen sangen sie deren Nationalhymne und der Kanadierin Kaillie Humphries fragten sie Löcher in den Bauch. "Wie gefällt es dir am Königssee?" "Wie alt bist du?" und "Was kostet dein Bob?" Geduldig beantwortet die amtierende Olympiasiegerin alle Fragen der Fünfklässler. "Es gefällt mir hier sehr gut. Ich bin 25 Jahre alt. Mein Bob kostet ungefähr 40.000 Euro." Natürlich fragten die Schüler auf Englisch und Kaillie antwortete in ihrer Muttersprache. Trotzdem hatten alle viel Spaß und waren beeindruckt von der Natürlichkeit der weitgereisten Kanadierin.

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Der WM-Countdown läuft!

Als Nachwuchssportler brannten den Schülern vor allem Bob-Fragen unter den Nägeln: "Sind sie mit ihren Konkurrenten befreundet oder böse, wenn eine andere Athletin schneller ist als sie?" "Nein, es geht um den Spaß und wir wollen alle das Gleiche erreichen. Es herrscht eine gute Stimmung über alle Nationen hinweg." Deshalb freut sich Kaillie Humphries über ihren Job, auch wenn er hart sein kann. "Es bedeutet viel Arbeit, erfolgreich zu sein und ich wollte immer zu den Olympischen Spielen."

Dieses Ziel hat die 25-Jährige im vergangenen Jahr in Vancouver erreicht. Und nicht nur das, sie räumte auch gleich die Goldmedaille ab. Und das obwohl sie noch mit 17 Jahren Ski gefahren ist. "Ich wußte, für Olympia muss ich die Sportart wechseln. Da ich kräftige Bein hatte und schnell war, hielten mich die Trainer für den Bobsport geeignet."

Die Trainer sollten Recht behalten. Nach nur einem Weltcup-Sieg in Altenberg setzte sich Humphries in Vancouver an die Spitze. "Es war mein bisher schwierigstes und verrücktestes Rennen", gibt die Kanadierin zu. Da sie zuhause war, habe sie sich schwer konzentrieren müssen. Immer wieder hätten Freunde versucht, sie zu erreichen und sie, sich abzuschotten.

Kaillie Humphries am CJD-Gymnasium

Um ihr Ziel zu erreichen kämpft Kaille hart und wurde in Vancouver damit belohnt. Doch wie stehen die Chancen bei der WM am Königssee? "Dafür muss ich viel arbeiten", gibt sie zu. "Aber wenn ich sehr schnell anschiebe und gut fahre, dann habe ich eine Chance, aber es wird hart. Immerhin sind sehr viele gute Athleten am Start."

Sehr viele gute Nachwuchssportler hatte die 25-Jährige am CJD-Gymnasium vor sich. Sie freute sich, die Schüler zu treffen und ihre Fragen zu beantworten. Am Freitag bei den ersten beiden Läufen der Bob-Damen werden sie sich dann an der Bahn wieder sehen und die Schüler 'ihre' Sportlerin nach Möglichkeit zum Sieg schreien.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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