Pegelstände der Saalach jederzeit abrufbar:

Wurde der Stadtrat über Pegel fehlinformiert?

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Grün Grünes Gespräch über die Grenzen mit Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste und Salzburger Lokalpolitiker. V.l.n.r. Kaspar Müller, Klubobmann Dr.Helmut Hüttinger, Eugen Tites, Marie-Luise Thierauf, Stadträtin Elisabeth Hagenauer, Edeltraud Rilling, Wolfgang Hartmann, Gerhard Marx und Stadtrat Johann Padutsch.

Freilassing -  Beim grün-grünen Informationsaustausch im Schloss Mirabell wurden gemeinsame Themen wie Fluglärm, Hochwasser und Verkehr diskutiert:

Für die Freilassinger Grüne/Bürgerliste ist ein regelmäßiger Austausch mit den Parteifreunden aus der österreichischen Landeshauptstadt Salzburg, wie kürzlich stattgefunden, ein Muss. „Egal ob Verkehr, Fluglärm, drittes Gleis oder Hochwasser, vernünftige, nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen sind nur in Zusammenarbeit über die Grenze hinweg zu finden," sagt Wolfgang Hartmann, Spitzenkandidat der Freilassinger Grünen/Bürgerliste. „Die Schlagbäume sind zwar abgebaut, die Grenzen im Bewusstsein mancher Menschen auf beiden Seiten scheinen jedoch fest betoniert zu sein," wundert sich  Salzburgs Grünen Klubobmann Dr. Helmut Hüttinger eingangs. So scheint es auch bei den zuständigen Stellen für den Hochwasserschutz zu sein. Hüttinger demonstrierte den Freilassinger Besuchern, wie man in wenigen Sekunden die Pegelstände der Saalach über den Hydrografischen Dienst Salzburg abrufen kann. 

Diese Information kam für die Freilassinger Grünen völlig überraschend, da dem Stadtrat die Auskunft zuging, dass Sofortmaßnahmen wegen fehlender Pegelstandsmelder problematisch wären. Vor allem Stadtratskandidat Eugen Tites, selbst Hochwasseropfer, zeigt sich von der Falschmeldung sehr betroffen. "Damit wäre es also viel früher möglich gewesen, die Bevölkerung zu informieren und rasch zu handeln. Als Präventivmaßnahmen sollten schnellstens Retentionsflächen in der Au gebildet werden.

Mittlerweile ist doch allgemein bekannt, dass immer höhere Dämme die Überflutungen nur flussabwärts verdrängen“. „Leider müsse man auf deutscher Seite  mit langjährigen Planungsverfahren rechnen, um einen wirksamen und dauerhaften Hochwasserschutz zu erhalten, da bisher kein offizielles Schutzkonzept vorliegt“. Kaspar Müller sieht die Salzburger Seite mit der Aufweitung der Saalach in Siezenheim und dem Umbau des Saalachspitzes hier in einer Vorreiterrolle.

Nur als Ausfluss von Sturheit im Schlagaustausch über die Grenze sei die Einstellung der 24er Buslinie zu bewerten. "Dies wird auch auf Freilassinger Seite bedauert, die Stilllegung der beliebten Linie zwischen Freilassing und Salzburg hat nicht wirklich zu einem Abbau dieser Grenzen beigetragen,“ so die Grüne Stadtratskandidatin Edeltraud Rilling . Der Salzburger Planungsstadtrat Johann Padutsch erläuterte, dass hier durchaus die Möglichkeit einer provisorischen Weiterführung der Linie bis zum endgültigen Ausschreibungsergebnis bestanden hätte.

Er bedauert ebenso wie die Freilassinger Stadträtin Elisabeth Hagenauer, dass die beiden Bürgermeister keine Einigung erzielen konnten, die Folgen aber die Menschen beidseits der Grenze zu tragen hätten.  „Teamarbeit zwischen dem Berchtesgadener und dem Salzburger Land“ fordert Architekt Kaspar Müller, ebenfalls Stadtratskandidat  der Grünen/Bürgerliste, auch für das Stadtbahnkonzept insbesondere hinsichtlich des Ausbaus der S-Bahn Richtung Laufen und Traunstein. „Schließlich würden davon Pendler und vom Verkehr geplagte Anwohner beidseitig von Saalach und Salzach profitieren. Bei diesem zukunftsfähigen Verkehrskonzept vermisse man bisher die Unterstützung der Stadt Salzburg".

Spitzenkandidat Wolfgang Hartmann bringt das Thema Fluglärm zur Sprache: Eine Begrenzung der Gesamtflugbewegungen und kurzfristig „eine Deckelung auf 150 Flugbewegungen an Spitzentagen ist unbedingt erforderlich sowie eine Einschränkung an den Tagesrandzeiten, besonders am Wochenende, hat oberste Priorität.“ Ebenso erwarte man unverzüglich eine gerechtere Verteilung der An- und Abflüge. Stadtratskandidat Gerhard Marx ergänzte hierzu, dass in den Randzeiten nur noch leise Maschinen, wie früher bereits geregelt, akzeptabel seien.

Mit den Salzburger Grünen Vertretern war man sich einig, dass schnellstmöglich gemeinsam eine für beide Seiten erträgliche Lösung gefunden werden müsse und gegenseitige Schuldzuweisungen nicht zielführend sind. Mit den Problemen rund um das dritte Gleis bringt Stadträtin Elisabeth Hagenauer ein weiteres Verkehrsthema zur Sprache. Dieses mit einer angehängten Radbrücke auszustatten, wäre für Ortsprecherin der Freilassinger Grünen und Stadtratskandidatin Marie-Luise Thierauf geradezu „ein Hit, ganz allgemein wird viel zu wenig in die Radwege investiert, hier gäbe es viel zu verbessern.“

Gerade dieser Lückenschluss wäre jedoch wichtig, da, wie Johann Padutsch anmerkte, hier auf österreichischer Seite eine durchlaufende Radwegverbindung bis an die Salzach bereits bestehe. Auch werde die Stadt Salzburg im Rahmen eines Euregioprojekts eine Radbrücke über die Saalach zusammen mit dem Bahnbrückenbau verwirklichen. Um dies auch auf deutscher Seite umsetzen zu können, seien noch intensive und langwierige Verhandlungen mit der Bahn zu leisten, befürchtet Elisabeth Hagenauer.

Als Fazit dieses Meinungsaustauschs zwischen Salzburger und Freilassinger Politikern der Grünen/Bürgerlisten sehen beide Gruppierungen die Notwendigkeit eines regelmäßigen und noch häufigeren Meinungsaustausches. "Nur durchs Reden kommen die Menschen zusammen", beschloss Edeltraud Rilling die informative Gesprächsrunde.

Pressemitteilung Die Grünen Freilassing

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