Fitness in der Lederhosn

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Dreht mit dem ehemaligen Bill Clinton-Trainer ein Lederhosn-Video: Klaus Reithmeier.

Berchtesgaden - Der Fitness-Experte Ralf Hennig hat acht Jahre lang die Clintons trainiert. Jetzt dreht er ein Lederhosn-Fitness-Video mit einem Berchtesgadener.

Mit Bill Clinton, dem ehemaligen Präsidenten der USA, trainierte Ralf Hennig acht Jahre lang. Als Dank schrieb ihm dieser das Vorwort seines Buches. Nun kommt der in der ganzen Welt bekannte Personal Trainer nach Deutschland – um mit dem Berchtesgadener Klaus Reithmeier ein Lederhosn-Fitness-Video in den Bergen zu drehen.

Ralf Hennig und Bill Clinton – ein Fitness-Dream-Team.

Ralf Hennig ist ein viel beschäftigter Mann. Noch immer ist er Personal Trainer, er wohnt außerhalb von New York. In Deutschland kümmert er sich um eine Stiftung für Kinder, demnächst stehen Verhandlungen mit einer Fitnesskette an. Und auch in Berchtesgaden wird der Sportfreund zu tun haben: Mit Klaus Reithmeier wird er ein Fitness-Video drehen. In der Lederhose. „Ich erkenne mich in Klaus wieder“, sagt Hennig. Sein Eifer und seine Zielstrebigkeit seien der Grund gewesen, warum er zugesagt habe. „Klaus erinnert mich an meine Anfangszeit“, sagt er mit überzeugter Stimme. Indes war Hennigs Start in seine Karriere alles andere als klar vorgezeichnet. Der gelernte Koch, der ursprünglich Automechaniker werden wollte, kam in Hofheim zur Welt, wuchs dort auf. „Mein Vater war in der Ernährungsindustrie“, erzählt er. Da Hennig mit seiner Mutter immer gekocht hatte, war es für ihn naheliegend, die Koch-Laufbahn anzustreben. Drei Jahre lang Frankfurt – Tag für Tag den Kochlöffel schwingen. „Danach wollte ich die Welt sehen“. Er ging in die Schweiz, kochte dort weiter. Vor allem aber wegen des Sports war er dort: „Ich wollte Skifahren, tauchen, Windsurfen - all die Sachen machen, die ich mir bis dahin in Deutschland nicht leisten konnte“. Es folgten Stationen in Italien, Saudi-Arabien, in der Karibik, er reiste durch die USA. Die Fitness-Industrie steckte damals noch in den Kinderschuhen – aber Hennig war fasziniert davon. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt er. Er arbeitete an sich und seinem Körper, erwarb Zertifikate, wurde schließlich Fitnesstrainer. Die Wende in Hennigs Leben sollte Ivan Lendl einläuten, der ehemalige Tennisprofi mit acht Grand Slam-Siegen. „Er suchte einen Fitnesstrainer für seine Tennisschule.“ Hennig war der Mann dafür. Auch Steffi Graf und Mats Wilander waren dort gern gesehene Gäste. Das Kochen rückte weit in den Hintergrund: „Mein Vorteil war, dass ich Ernährungskunde und Fitness miteinander kombinieren konnte“, erzählt er. Als einer der Ersten überhaupt erklärte er den elementaren Zusammenhang zwischen einem gesunden Körpertraining und der Ernährung. Seine Vernetzungen in die Szene verdichteten sich, mit dem Personal Training hatte sich Hennig einen Namen gemacht. „Ich wollte schon immer den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton persönlich kennenlernen“, sagt Hennig. Wie es der Zufall wollte, zog dessen Familie nach Chappaqua, in den New Yorker Großraum. „Politiker sitzen viel, sie essen auch viel – also brauchen sie einen guten Personal Trainer“ – Ralf Hennig lacht, während er das sagt. Ein Kollege, der mit Fitnessgeräten handelt und das hausinterne Studio der Clintons ausstatten sollte, hatte Hennig weiterempfohlen. Zunächst sollte dieser nur die Fitnessgeräte erklären.

Fitness-Trainer Klaus Reithmeier:

Fitness-Trainer Klaus Reithmeier

Ein Anruf von Clintons Assistent folgte, die Einladung zum Vorstellungsgespräch. „Das war natürlich eine unglaubliche Sache“, sagt der in Deutschland verwurzelte Personal Trainer, der zunächst nicht wusste, wie er sich verhalten sollte. Gleich beim ersten Besuch musste er seine ganze Habschaft, die er mit sich trug, beim Geheimdienst abgeben. „Ich wurde komplett durchgecheckt“, erinnert er sich. Die erste Begegnung mit den Clintons war eine besondere. Von Anfang an sehr persönlich, sagt er. Trotzdem war die Distanz zu Hillary Clinton, Bills Ehefrau, zunächst deutlich größer. Zu dieser Zeit war sie Senatorin in New York. Die erste Begegnung mit Bill war gekennzeichnet von einem Spruch, der Hennig im Nachhinein etwas peinlich ist: „Ich werde Ihr Leben verändern“, will er gesagt haben. Und hatte bereits im nächsten Moment Bammel, vom Geheimdienst aus dem Anwesen verwiesen zu werden. Hennig sollte eigentlich nur die Fitnessgeräte erklären. Von einem Personal Training war zunächst nicht die Rede. „Sie dachten, ich würde das einmal begreiflich machen und das wär’s“. Richtige Bewegungsabläufe erlernen und mit den Gewichten zu arbeiten, erfordert aber mehr Zeit. Aus dem ersten Treffen sind dann acht gemeinsame Jahre geworden. „Gerne hätten sie mich adoptiert“ – Hennig lacht. Den Satz soll Bill mal gesagt haben, wenngleich auch nur spaßeshalber. Bills Aufforderung, ein Fitnessbuch zu schreiben, folgte Ralf aber. Clinton schrieb ihm das Vorwort – ein Ritterschlag für einen Autor. Ähnlich muss es dem Berchtesgadener Klaus Reithmeier ergangen sein. Mit seiner Methode des „German Absineering“ zeigte er bereits in der Vergangenheit, was ein Lederhosn-Training ist. „Klaus hat mich angerufen“, erzählt Hennig, der sich in der Szene mit der „Hennig-Methode“ einen Namen gemacht hat. „Mir hat seine süddeutsche Art gut gefallen“. Gemeinsam traf man sich spontan zum Essen – „solchen Leuten muss man eine Chance geben“. Die Idee war geboren, ein gemeinsames Video zu drehen. In Berchtesgaden, in den Bergen. „Jung und Alt ergänzt sich gut“, meint der erfahrene Trainer. Klaus‘ Konzept scheint ihn überzeugt zu haben. Im Juli ist es soweit – dann kommt Ralf Hennig nach Berchtesgaden. Im besten Fall in Lederhosn.

kp

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