Altes Feuerhaus bald ein Jugendtreff ?

Berchtesgaden - Das Projekt "Soziale Stadt" ist bereits ein Erfolg. Jetzt verfolgt die Bürgerliste der Grünen die Idee, aus dem alten Feuerwehrhaus einen Ort für Jugendliche zu machen.

Das Projekt „Soziale Stadt“ ist ein Erfolg. Durch Förderprogramme der Bundesregierung und damit verbundene fachmännische Betreuung entwickelten sich in Deutschland aus sogenannten „Glasscherbenvierteln“ regelrechte Vorzeigeprojekte.

Kontinuierliche, intensive Betreuung von Kindern und Jugendlichen, aber auch die Arbeit mit Erwachsenen führten dazu, dass ein ehemaliges Problemviertel in Freilassing zum Vorzeigeprojekt wurde. Anlaufstelle ist das KONTAKT in der Oberen-Feld-Straße, das unter der Trägerschaft der Stadt, dem Landratsamt, der Jugend- und Familienhilfe Startklar  und Hans Six betrieben wird. Die guten Seelen vom KONTAKT aber sind die  engagierten Kräfte von „Bürgerarbeit“, die Ehrenamtlichen und Jugendpfleger der Stadt.

Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste machten sich vor Ort ein Bild über die gegenwärtige Situation und kamen zu dem Schluss, dass es ohne ein KONTAKT nicht mehr geht. Obwohl eine Erweiterung dringend geboten wäre,  kämpft man derzeit wieder um dessen Fortbestand. Hans Six, der mit seinem Bildungs- und Beratungsangebot eine der vier Säulen des KONTAKT darstellt, erläuterte der Besuchergruppe den Stand der Dinge.  Wie immer werden über Förderprogramme sinnvolle Maßnahmen im sozialen Bereich auf den Weg gebracht. Laufen diese hingegen aus, hängt das Damoklesschwert über so einem Projekt. Entweder es werden wieder Folgeprogramme aufgelegt, oder man muss die Angebote reduzieren bzw. herausnehmen. Im KONTAKT werden vier Personen über das Programm „Bürgerarbeit“ beschäftigt, das dieses Jahr ausläuft. Der weitere Weg ist noch unklar.

„Was  wir erwarten können, wird vor den Kommunalwahlen nicht zu beantworten sein. Es tut uns um die guten Mitarbeiter leid. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, so  Hans Six. 

Jugend Treff in der Innenstadt gewünscht

Mit dem Werk71 an der Reichenhaller Straße erreiche man die Jugendlichen im Freilassinger Süden gut,  im Norden  werden der KONTAKT Jugendtreff und das Aquarium bestens angenommen, erklärte Six.  Allerdings fehle in der Mitte der Stadt, also im innerstädtischen Bereich eine adäquate Anlaufstelle.  Wolfgang Hartmann, als Gewerbetreibender der Innenstadt, schlägt die Räumlichkeiten im Alten Feuerwehrhaus vor. Hier werde der südliche Bereich für Ausstellungen nicht genutzt, stattdessen als Lagerstätte für das Rathaus.  Mit seinem Vorplatz sei dies ein idealer Treff für die Jugend.  Zudem passe seiner Meinung nach Kultur und Jugend sehr gut zusammen. Hartmann sei zuversichtlich, dass so eine Symbiose auch das Heimatmuseum beleben könnte.  Listenführer Hartmann könne sich auch vorstellen, dass ein Jugendkultur- Förderpreis für Freilassing eine gute Möglichkeit wäre, junge Kunstschaffende zu fördern. Als Stifter für so einen Preis fallen ihm einige ein,  da könne er gerne Gespräche führen. 

Um weitere Erkenntnisse und Anregungen zu erhalten, besuchten die Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste Freilassing Edeltraud Rilling, Marie-Louise Thierauf, Christian Daubner, Gerhard Marx, Kaspar Müller und Eugen Tites, sowie die bekannte Freilassinger Stadträtin und Kreistagskandidatin Elisabeth Hagenauer das WERK 34 in Berchtesgaden. Dort erläuterten der Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden Franz Rasp und die Jugendreferentin des Marktes Sabine Wimmer den Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste das Konzept der Einrichtung und schilderten, wie es dem Markt als Gemeinde ohne Beteiligung der Nachbargemeinden möglich war, ein solches Projekt aufzubauen.

Bei der Einrichtung WERK 34 handelt es um ein Mehrgenerationenhaus in der Art, dass damit eine Begegnungsmöglichkeit für alle Gruppen der Gesellschaft, also vom Baby über Jugendliche bis zum Senioren geschaffen wurde. Insoweit ist das WERK 34 dem KONTAKT in Freilassing vergleichbar. Sabine Wimmer hierzu: „Mir ist es wichtig, dass das WERK 34 nicht mit isolierten Gruppen belebt wird, welche für sich „allein“ im Haus sind. Es geht darum die Gruppen zu verknüpfen und dafür zu sorgen dass mehrere Generationen Kontakt miteinander haben wie dies zum Beispiel in der Schafkopfgruppe der Fall ist.“Um dieses Ziel zu erreichen stehe das WERK 34 Bürgern offen, die zu einem geeigneten Thema, ehrenamtlich, für die Teilnehmer kostenlos und selbstverantwortlich organisiert eine Veranstaltung durchführen wollen.

Sponsoren werden gesucht

Mit der Finanzierung des WERK 34 sei die Marktgemeinde Berchtesgaden finanziell an ihre Grenzen gegangen, gleichwohl sei jedoch ohne die großzügigen Sponsoren, auch von privater Seite, das Projekt nicht zu stemmen gewesen, erläuterte Bürgermeister Franz Rasp. Sowohl Franz Rasp, als auch Sabine Wimmer wiesen ausdrücklich darauf hin, dass ohne professionelle Betreuung die Durchführung eines Projektes, wie des WERK 34, nicht möglich sei. Kreisrätin Elisabeth Hagenauer verwies darauf, wie wichtig diese Projekte auch als Ergänzung der Jugendsozialarbeit an den Schulen sei.

Die Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste Freilassing Christian Daubner und Gerhard Marx dankten Bürgermeister Franz Rasp und Sabine Wimmer am Ende des Besuchs stellvertretend für alle Teilnehmer für die sehr informative Führung und sahen sich, bestätigt, dass Einrichtungen wie das KONTAKT oder WERK 34 erhalten und fortgeführt werden müssen, um gerade in der heutigen Zeit der Vereinsamung und der Singlehaushalte eine soziale Integration aller Altersgruppen und einen Austausch zwischen den Generationen zu erreichen. Daubner und Marx waren sich mit den anderen Teilnehmern der Grünen/Bürgerliste Freilassing einig, dass auch nach einem Wegfall der Förderung, die Finanzierung des KONTAKT für die Zukunft gesichert werden muss, auch indem man sich, dem Beispiel des Marktes Berchtesgaden folgend, verstärkt um Sponsoren für die Einrichtung bemüht.

Jugendtreff im Feuerwehrhaus?

Bündnis 90 Die Grünen / Brügerliste

Rubriklistenbild: © Bündnis 90 Die Grünen / Brügerliste

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