Marzoller Themen im Mittelpunkt

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Wie bei der Auftaktveranstaltung führte auch in Marzoll die CSU-Ortsvorsitzende Stephanie Kunz durch die Veranstaltung.

Bad Reichenhall - Die Reichenhaller CSU wird in den kommenden Wochen jeden Donnerstag einen anderen Ortsteil besuchen. Am Beginn der Ortsteilversammlungen stand aber ganz bewusst Marzoll.

Der Zufall wollte es, dass just an diesem Donnerstag die lokalen Medien ein Pressegespräch über die Zukunft des jetzigen MSP-Areals ankündigten. Folglich stand auch das Thema MSP am Beginn des ersten Themenblocks. Ein Redebeitrag von Adolf Schäfer machte bis in die heutige Zeit negative Folgen der Eingemeindung Marzolls im Jahre 1978 aus, die Stadt Bad Reichenhall sehe für Marzoll immer nur Negatives vor.

Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner widersprach dem leidenschaftlich und verwies auf die zahlreichen Investitionen, die in Marzoll getätigt worden sind. Dazu gehören die Sanierung des Schwimmbads in Schwarzbach genauso wie Geld für das Vereinswesen, von dem insbesondere die Marzoller Trachtler profitiert haben. Ganz besonders liegt der CSU aber der Kindergarten in Marzoll und der Erhalt der Marzoller Grundschule am Herzen.

Auf explizite Nachfrage eines Bürgers, wie es mit dem MSP-Areal nun weitergehe, konnte Dr. Lackner aus rechtlichen Gründen noch nicht viel verlautbaren und verwies hierzu auf das Pressegespräch mit dem neuen Eigentümer, aber soviel machte er deutlich: „Sie können sich in etwa ausrechnen, was der neue Eigentümer auf dem Grundstück gegenüber macht und was er wohl mit dem MSP-Areal vorhat.“ Mittlerweile hat die ICS Logistik & Transport GmbH in Person von Geschäftsführer Hubert Pichler erklärt, dass das Gelände zur Hälfte für den Speditionsbetrieb genutzt werden wird, zur anderen Häfte sollen heimische Handwerksbetrieben das Areal nutzen. Damit dürften sich mittelfristig die Sorgen der Marzoller um MSP erledigt haben.

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Die Kandidaten zum Reichenhaller Stadtrat wurden wiederum mit kurzen Videoclips vorgestellt, sodass alle 24 Kandidaten zu Wort kamen und sich auf eine etwas andere Art präsentieren konnten. Dazwischen wurde sachlich über Marzoller Themen diskutiert: Detlef Jehn als Vorsitzender der Fußball-Sparte des SV Marzoll schilderte die Probleme, die das Internet in Marzoll bereitet und wünschte sich hier eine gute Lösung. Dieses Ansinnen unterstrich Eva Dietl aus Schwarzbach, Kandidatin auf CSU-Listenplatz 13 und machte deutlich, dass es sowohl für gewerbliche als auch für private Zwecke dringend einen schnellen Internetanschluss in Marzoll brauche. Christoph Lung, wohnhaft in Weißbach und Kandidat auf Platz 5, sprach aus Sicht der jungen Generation und meint, dass der Breitbandausbau zwar formal Aufgabe der Freistaates Bayern sei – tatsächlich ist das Internet für die Zukunft aber enorm wichtig. Daher sei der Zugang zu schnellem Internet mehr und mehr auch als kommunale Daseinsvorsorge zu betrachten, weswegen sich der kommende Stadtrat damit auseinandersetzen soll.

Zu Verkehrsfragen wusste Stadtrat Helmut Schöndorfer, der sich auf Listenplatz 4 zur Wiederwahl stellt, einiges zu berichten: Der Kirchholztunnel sei nunmehr ein „Komapatient“, eine Realisierung durch den negativen Bürgerentscheid in weite Ferne gerückt. Für Marzoll würden die Belastungen aber dadurch nicht weniger. Die CSU Bad Reichenhall lehnt daher unter den gegebenen Voraussetzungen einen Vollanschluss der A8 in Schwarzbach eindeutig ab. Freilich könne man vorerst nur Stellungnahmen abgeben. Zunächst sei abzuwarten, wie die Bundesbehörden in Berlin weiter vorgehen würden. Gerade die Planungen im Bereich von Anger und Piding werden Auswirkungen auf Bad Reichenhall haben.

Eine echte Neuigkeit gibt es in Sachen der Einmündung der BGL 4 in Weißbach: Auf Grund der hohen Unfallzahlen sieht das Straßenbauamt dringenden Handlungsbedarf. Deswegen hat es entschieden, dort als Provisorium eine Ampelanlage zu installieren. Es sei sogar im Raum gestanden, nurmehr eine Rechtsabbiegerspur in Richtung Salzburg zuzulassen und die Ausfahrt in Richtung Bad Reichenhall unmöglich zu machen. Dies habe glücklicherweise verhindert werden können. Schöndorfer selbst setzt sich seit langem für einen Kreisverkehr an der besagten Stelle ein, muss jedoch zur Kenntnis nehmen, dass das Straßenbauamt hier Realisierungsprobleme sieht. Schöndorfer stellte klar, dass eine Lichtzeichenanlage zwar möglicherweise die Unfallzahlen senken, den Verkehrsfluss an der Ausfahrt aus seiner Situation massiv behindern. Schöndorfer sieht in der Ampelanlage keine optimale Lösung und versprach, weiter an dem Thema dranzubleiben.

Ein letzter Themenkomplex befasste sich mit der Saalach und der Marzoller Au: Dort sehen die Bürger an mehreren Stellen Handlungsbedarf. Unter anderem war von herumstreunenden Hunden die Rede, die ihre österreichischen Besitzer zumeist frei herumlaufen lassen. Einem anderen Diskussionsteilnehmer fiel auf, dass an mehreren Stellen in der Au Wasser steht. Zudem wurde in einem Diskussionsbeitrag moniert, dass ein Wasserabfluss an der Kneipp- Anlage immer wieder verstopft sei. Hier gelte es durch regelmäßige Wartung Vorsorge zu treffen. Es sei zwar wichtig, dass neue Attraktionen hinzukämen – noch wichtiger sei aber die Wartung der bereits vorhandenen Anlagen.

Auch die Wasserkraft beschäftigt die Bürger, zumal Kleinkraftwerke nach Wahrnehmung des Fragestellers nicht soviel bringen, wie dies oft suggeriert werde. Hierzu stellte Fraktionssprecher Martin Schoberth klar, dass derzeit nur eine Anfrage zu einem Wasserkraftwerk an der Luitpoldbrücke vorliege. Im Übrigen gebe es auf Reichenhaller Stadtgebiet keine weiteren Vorhaben.

Damit konnte Ortsvorsitzende Stephanie Kunz eine gelungene Ortsteilversammlung schließen und rief dazu auf, am 16. März zur Wahl zu gehen. Die nächste Ortsteilversammlung der CSU Bad Reichenhall findet am Donnerstag, dem 13. Februar um 19:30 Uhr im Moserwirt in Karlstein statt.

Pressemitteilung CSU Bad Reichenhall

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