6600 Kilometer für einen guten Zweck

Teisendorf - Vom Allgäu über Ungarn, Bulgarien, Türkei nach Syrien und Jordanien - ein Abenteuer in das sich sechs Männer aus der Region nach Ostern stürzen werden. *Fotos folgen*

"Zwengs da Gaudi", lachen Franz, Michi, Luggi, Hermann, Hansi und Herbert im BGLand24-Interview. "Aber auch wegen des World Food Programms der UN, dass die armen Leute und Kinder in Jordanien auch a bissl was zu beißen kriegen", betont Herbert.

Die vier Teisendorfer und zwei Ameranger nehmen an der Allgäu Rallye von Oberstaufen nach Amman in Jordanien teil. Mit zwei Audi 80 und einem Audi 100 wollen sie die 6600 Kilometer lange Strecke über Istanbul und Anatolien durch die syrische Wüste überstehen. "Die Autos müssen robust sein und herhalten", erklärt Hobbybastler Luggi. "Sie dürfen nicht mehr als 1111 Euro kosten oder müssen mindestens 20 Jahre alt sein." Dementsprechend muss das Team 'TrAudi' seine drei Fahrzeuge technisch vorbereiten, dass sie die Rallye durchstehen. "Immerhin werden sie in Jordanien für einen guten Zweck versteigert."

Bis es aber soweit ist, müssen die sechs Abenteurer nicht nur eine lange Strecke überstehen: "Beim Start in Oberstaufen bekommen wir vom Organisationskomitee ein Roadbook", erklärt Hermann. "Wir müssen auf der Tour alle möglichen Aufgaben erfüllen, zum Beispiel Rezepte besorgen, Fotos machen von Ortsschildern und und und. Das erfordert Geschick und Ideenreichtum." Das Team 45 'TrAudi' ist zuversichtlich, dass sie vor allem der Ideenreichtum auszeichnet. Trotzdem hat sie die Fülle der Aufgaben und der Vorbereitungen überrascht. "Zwei Autos sind soweit fertig", berichtet Hansi. "Das dritte steht noch auf der Hebebühne." Doch damit ist es lange nicht getan. Die Rallye-Fahrer brauchen Visa, sie müssen an Impfungen denken, etc. etc.

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Übernachtet wird in Zelten oder Hotels, allerdings darf pro Nacht und pro Person nicht mehr als 11,11 Euro ausgegeben werden. Auch Autobahnen, Fähren und Navigationssysteme sind (bis auf die Bosporus-Fähre) untersagt. Ein Team besteht aus sechs Personen sowie drei Autos oder Motorrädern. Die Benzinkosten schlagen auch mit mehreren Tausend Euro zu Buche. "Deshalb sind wir auch auf der Suche nach Sponsoren", appelliert Michi. "Ob große oder kleine Beträge oder Sachspenden, wir können alles brauchen, was uns hilft, die ganze Geschichte tragbar zu gestalten." Denn für ein Abenteuer investieren die sechs Männer finanziell so einiges.

Die elektrischen, funktionstüchtigen Nähmaschinen, die einer syrischen Nähschule für bedürftige und behinderte Mädchen gespendet werden sollen, haben die Rallyeteilnehmer bereits zusammen. "Bei zehn habe ich aufgehört zuzusagen", lacht Initiator Franz. "Ich habe alle überredet, mitzufahren." Doch schwer war es nicht. Die Männer freuen sich auf ihr Abenteuer.

Alex fehlt beim Interview mit BGLand24. Er fährt am 29. April aber sicher mit nach Oberstaufen. Ob aber letztlich Herbert oder Hansi zum Team gehören, entscheidet sich kurzfristig. Heiß sind sie alle auf ihr Abenteuer, aber Vorbereitung ist alles: "Wir sind auf uns selber gestellt, müssen die Strecke rausfinden, wo wir fahren wollen", lässt Luggi hinter die Kulissen blicken. "Nach fünf Tagen treffen wir uns auf halber Strecke in Instanbul. Dann geht es auf die letzte Etappe über Anatolien und die syrische Wüste - die größte Herausforderung auch für unsere Fahrzeuge, die deshalb mit Allrad ausgestattet sind."

Wenn 'TrAudi' nach gut zweiwöchiger Fahrt am 12. Mai als erster in Amman über die Ziellinie fährt und die Aufgaben zur Zufriedenheit des OK absolviert haben, gewinnt das Team ein Kamel. "Wenn man es schafft, alle Visa und Überführungsformalitäten erledigt, dürfte man das Kamel mitnehmen", grinst Franz. "Aber es ist quasi unmöglich, das zu schaffen." Deshalb wird das Kamel meistens einem Hirtenjungen geschenkt, der damit seinen Lebensunterhalt finanziert.

Der Erlös der versteigerten Autos geht auf ein Sperrkonto der „Alliance against Hunger des World Food Programmes” der United Nations. Schirmherr der Veranstaltung ist König Abdullah II. von Jordanien, der den Teams die Importsteuer der Fahrzeuge von 120 Prozent erlässt.

Wer das Team unterstützen möchte, kann sich mit Franz Traunsteiner unter der Handynummer  0179... in Verbindung setzen oder sich auf www.team-traudi.com sowie auf der offiziellen Rallye-Seite unter www.allgaeu-orient.de mehr Informationen holen. Die Reise des Traudi-Team kann auf Twitter unter www.twitter.com/traudi verfolgen.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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