Zweispitz von Napoleon Bonaparte bei Ausstellung

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Ingolstadt/Augsburg - In knapp 50 Tagen ist es soweit: Dann öffnet die Landesausstellung über Napoleon Bonaparte - betrachtet aus dem Blickwinkel des ehemaligen Verbündeten Bayern. Ein Exponat darf nicht fehlen: der berühmte Zweispitz, den Napoleon stets trug - und ins Grab mitnahm.

Er ist über 200 Jahre alt und gilt als Markenzeichen des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte: seine legendäre Kopfbedeckung, auch Zweispitz genannt, die er fast immer trug und mit der er auf vielen Gemälden zu sehen ist. Eines der zahlreichen Exemplare wird auf der diesjährigen Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ zu sehen sein, die am 30. April im Neuen Schloss Ingolstadt eröffnet wird.

Derzeit wird das kostbare Exponat in Paris zum Transport nach Bayern vorbereitet. Der Feldherr trug das Exemplar auf dem Russlandfeldzug 1812, wie Christine Ketzer vom Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg zu berichten weiß. Im vergangenen Herbst wurde ein anderes Exemplar bei einer Auktion nahe Paris für knapp 1,9 Millionen Euro versteigert.

Mit dem Zweispitz wollte sich Napoleon nach Überzeugung von Historikern zum Kameraden seiner Soldaten stilisieren. Das gängige Modell trugen die meisten Offiziere der Artillerie und Infanterie in der Grande Armée. „Kein Schmuck zierte den Zweispitz aus schwarzem Biberfilz“, erläutert Ketzer. „Nur die Kokarde in den Farben der Trikolore Blau, Weiß und Rot prangte gut sichtbar darauf.“

Doch in der Trageweise des Hutes habe sich Napoleon dann doch von seinen Offizieren unterschieden, so die Ausstellungsmacher. „Normal wurde der Hut mit der Spitze nach vorne getragen, lediglich im Gefecht wendeten ihn viele zur Seite, also mit den Spitzen zu den Schultern, wohl der besseren Sicht wegen.“ Napoleon dagegen habe den Hut immer andersrum getragen und damit ständige Gefechtsbereitschaft signalisieren wollen.

Gefertigt wurden seine Hüte trotz einfacher Ausführung als Standardmodell von einem der führenden Pariser Hutmacher - „Poupard und Delaunay“ aus Paris. „Jährlich gab der Kaiser bis zu 40 Hüte in Auftrag“, hat Ketzer herausgefunden. „Dabei wurde das Modell variiert: in der Größe, in konservativer bis moderner Anmutung als Drei- bis Zweispitz und in der Ausstattung.“ Die Winterhüte seien gut gefüttert gewesen.

Das in Ingolstadt demnächst ausgestellte Modell trug der kleingewachsene Kaiser auf dem Russlandfeldzug 1812, der 30 000 Bayern das Leben kostete. Der Hut begleitete Napoleon bis zum Tod. „Selbst in den Sarg wurde ihm ein Exemplar mitgegeben“, weiß Ketzer.

Den Hut des französischen Kaisers und zahlreiche weitere kostbare Exponate aus mehreren europäischen Ländern zeigt die Bayerische Landesausstellung 2015 „Napoleon und Bayern“ vom 30. April bis 31. Oktober. Die Schau in Ingolstadt erzählt die Geschichte des Feldherrn und französischen Kaisers aus dem Blickwinkel des ehemaligen Verbündeten Bayern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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