Kampfmittelsuche im Jahr 2013 ohne Ergebnis

Bombensuche: Wurden Steuern verschwendet?

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Die Suche nach Kampfmitteln im Juli 2013 und die zwei Fliegerbomben, die erst danach am Bahnhofsareal Nord gefunden wurden.
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Rosenheim - Im Jahr 2013 wurde das nördliche Bahnhofsareal umfassend nach Fliegerbomben untersucht. Gefunden wurde nichts! Stadtsprecher Thomas Bugl wehrt sich im Videointerview gegen Vorwürfe.

Die Altlasten des 2. Weltkriegs: Insgesamt 14-mal wurde der Rosenheimer Bahnhof als wichtiger Verkehrsknotenpunkt Ziel von alliierten Flugangriffen. Der schwerste Angriff fand am 18. April 1945 statt, kurz vor dem Kriegsende. Mehr als 1300 Bomben gingen allein an diesem Tag auf Rosenheim herunter. 201 Personen fanden durch die Luftangriffe im Weltkrieg den Tod, weitere 179 wurden verletzt.

Kampfmittelexperten gehen davon aus, dass zehn bis 15 Prozent der Fliegerbomben Blindgänger waren, tickende und scharfe Zeitbomben im Erdreich. Zum Teil wurden auch Langzeitzünder eingesetzt. Der Zünder sollte die Detonation hinauszögern. Die Bombe sollte dann hochgehen, wenn die Bevölkerung wieder aus den Bunkern gekommen war. Mit diesen plötzlichen Explosionen sollte die Moral der Zivilbevölkerung gebrochen werden. Manche explodierten jedoch nicht - Glück damals, Ärgernis heute! Beim jüngsten Fall am Dienstagabend handelte es sich jedoch um einen Aufschlagzünder, die Bombe hätte eigentlich sofort explodieren sollen.

Anhand alter Fotoaufnahmen wurden etwa 100 Bombentrichter auf dem Bahnhofsareal Nord festgestellt. Wie Stadt-Pressesprecher Thomas Bugl unserer Redaktion im Juli 2013 mitteilte, musste daher von etwa 10 Blindgängern ausgegangen werden.

Nun wurden innerhalb von einem Dreivierteljahr gleich zwei 250-Kilogramm-Fliegerbomben gefunden - am 21. Mai 2014 und am Dienstagabend. Tausende Anwohner rund um den Bahnhof mussten zweimal evakuiert werden.

Dabei wurden aber zuvor doch noch umfangreiche Kampfmitteluntersuchungen durchgeführt: Im März 2013 wurde die 5000 Quadratmeter große Fläche elektromagnetisch vermessen. Dabei wurden mittels Magnetsonden drei Verdachtsfälle ermittelt, die Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hätten sein können - oder auch metallische Gegenstände.

Daher kamen in einer zweiten Untersuchungsphase im Juli 2013 Feuerwerker zum Einsatz, die mittels eines Magnetometers insgesamt neun Trichter und deren unmittelbare Umgebung begutachteten. Auch ein Mini-Bagger wurde eingesetzt, mit dem sich die Kampfmittelsucher ins Erdreich gruben, bis der Magnetometer anzeigte, dass das Fundstück nicht mehr weit sein kann. Dann wurden die letzten Erdschichten vorsichtig mit einem Spaten entfernt.

Das Ergebnis dieser vertiefenden, einwöchigen Kampfmitteluntersuchung: Kein Bombenfund! Stattdessen wurden vereinzelt Waggonteile, Eisenteile, Kabel und Fundamente ans Tageslicht befördert.

Bilder von der Bombensuche

Bugl: Keine Steuergeldverschwendung!

So fragen einige rosenheim24.de-User im Kommentarbereich: Wurden hier Steuermittel verschwendet?

Etwa kommentierte "Anna Müller" am Dienstag auf unserem Portal: "Also schön langsam sollte man überlegen, ob man sich das Geld nicht zurückerstatten lässt von den ganzen 'Experten', die vor Baubeginn das gesamte Areal auf Fliegerbomben etc. abgesucht haben."

Wurde hier also völlig umsonst städtisches Geld ausgegeben? "Ganz im Gegenteil", entgegnet Stadtsprecher und Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl am Mittwochmorgen auf Anfrage von rosenheim24.de. "Es sind damals die wesentlichen Trichter untersucht worden. Das ist immer nur ein erster Schritt, eine 100-prozentige Garantie auf der ganzen Fläche kann es nicht geben". Zudem sei es damals nicht nur um Kampfmittel gegangen, sondern auch um andere Altlasten. Je sicherer und sauberer man eine Fläche anbieten kann, desto höher ist auch der Preis und damit der Ertrag für die Stadt. Es sei somit eine durchaus vernünftige Investition gewesen, erklärte Bugl. 

Die Kosten für die Beräumung am Dienstagabend trägt der Bund, die Stadt müsse lediglich Kosten für die logistische Unterstützung und Betreuung der Einsatzkräfte übernehmen. Beim letzten Bombenfund 2014 war dies ein "niedriger, vierstelliger Betrag", so Bugl.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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