Schadensersatzansprüche werden weiter geprüft

Zugunglück bei Bad Aibling: "Der Fahrdienstleiter ist gestraft genug mit seiner Schuld"

+
Am 9. Februar 2016 sind zwei Züge frontal bei Bad Aibling kollidiert.
  • schließen

Bad Aibling - Nach zweieinhalb Jahren Haft ist der verurteilte Fahrdienstleiter aus dem Gefängnis entlassen worden. Für Rechtsvertreter ein normaler Vorgang.

Update, 8.55 Uhr - Schadensersatzansprüche werden geprüft

Nach wie vor laufen Verfahren zu Schadensersatzansprüchen von Betroffenen und Hinterbliebenen des Zugunglücks von Bad Aibling. Laut dem Bad Aiblinger Anwalt Friedrich Schweikert gibt es Schadenersatzansprüche gegen die Deutsche Bahn und die Bayerische Oberlandbahn, berichtet Radio Charivari.

Man werde zunächst den fertigen Untersuchungsbericht abwarten, erklärt der Anwalt. Zudem habe man ein Gegengutachten erstellt. Unter Umständen sei dies der Grund, warum der Bericht noch nicht veröffentlicht worden ist, da man sich nun mit neuen Sachverhalten aus dem Gegengutachten auseinandersetzen werde.

Anwalt Friedrich Schweikert vertritt 19 Hinterbliebene und Verletzte des Zugunglücks.

Vorbericht

Der Fahrdienstleiter, der das Zugunglück von Bad Aibling zu verantworten hat, ist seit Anfang Juli wieder auf freiem Fuß. Der Rest seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe ist zur Bewährung ausgesetzt worden. Diese Nachricht hat am Montag für Aufsehen in der Region gesorgt.

Ein Sprecher der Rosenheimer Staatsanwaltschaft bestätigt diese Nachricht gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt und erklärt, dass dies der absolute Regelfall sei, wenn bestimmte Voraussetzungen wie gute Führung, keine Vorstrafen und keine Wiederholungsgefahr erfüllt sind, weshalb der Fahrdienstleiter das Gefängnis verlassen darf, nachdem er etwa zwei Drittel seiner Strafe abgesessen hat.

Der Rosenheimer Rechtsanwalt Peter Dürr, der einer von sieben Nebenklagevertretern im Prozess am Landgericht in Traunstein gewesen ist, glaubt jedoch nicht, dass die Nachricht seine fünf Mandanten emotional sehr treffen wird, auch wenn sie diese "natürlich zur Kenntnis nehmen werden, aber eher objektiv. Sie waren auf diesen Tag gut vorbereitet."

Es sei und bleibe ein Fahrlässigkeitsdelikt ohne Vorsatz und Absicht dahinter, erklärt der Rechtsanwalt gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt, zumal "der Fahrdienstleiter gestraft genug ist mit seiner Schuld. Auch für ihn wird der Neuanfang nicht einfach werden."

Zwölf Menschen ums Leben gekommen

Themenseite: Zugunglück bei Bad Aibling

Der Fahrdienstleiter ist bereits wenige Tage nach dem Unglück am 9. Februar 2016 festgenommen worden. Im Zuge der Ermittlungen hat sich herausgestellt, dass der Mann während seines Dienstes abgelenkt gewesen ist, weil er nebenbei auf seinem Mobiltelefon das Spiel "Dungeon Hunter 5" gespielt hatte.

Aufgrund dieses fatalen Fehlers sind bei dem Unglück auf der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter die Lokführer. Weitere 89 Personen sind zum Teil schwer verletzt worden. Die beiden Regionalzüge sind zwischen Bad Aibling und Kolbermoor auf freier Strecke mit voller Wucht frontal kollidiert.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie unter ovb-heimatzeitungen.de und in Ihrer gedruckten Heimatzeitung.

ksl

Quelle: mangfall24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT