Schaulustige brachten den Verkehr zum Erliegen

Zug-Unglück: "So ein Ereignis zieht immer Zuschauer an"

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Die Karte zeigt, wo sich der Zusammenstoß ereignete und von welchem Punkt aus die Schaulustigen die Arbeiten an der Unfallstelle verfolgten. Ebenfalls sind die selbsternannten Parkplätze eingezeichnet.

Bad Aibling - Zahlreiche Autos parkten am Dienstag, nach dem verheerenden Zug-Unglück, die Staatsstraße zu. Weil sie einen Blick auf die Unfallstelle erhaschen wollten. 

Nach dem dramatischen Zug-Unglück in Bad Aibling, das zehn Todesopfer forderte, wollten sich viele Bürger selbst ein Bild vor Ort machen. Sie parkten ihre Autos an der Staatsstraße zwischen Kolbermoor und Bad Aibling und traten den Fußmarsch zur Unfallstelle an. Sehr zum Ärgernis der anderen Verkehrsteilnehmer, die dadurch im Stau standen. Auch die Facebook-Fans von rosenheim24 fanden dieses Verhalten alles andere als lustig. Die Kommentare reichten von "Solche Leute verabscheue ich auf den Tod" bis hin zu "Denen gehört der Karen an Ort und Stelle angezündet."

Viele Menschen parkten ihre Fahrzeuge am Dienstagabend auf der Staatsstraße zwischen Kolbermoor und Bad Aibling: Sie wollten einen Blick auf die Unglücksstelle erhaschen.

Wir befragten Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zu den schaulustigen Passanten und wollten wissen, ob die Einsatzkräfte behindert wurden.

Wenn Fahrzeuge an einer Straße abgestellt werden, handelt es sich meist nur um eine Ordnungswidrigkeit. "Es müsste jedoch geprüft werden, ob die Fahrer die Rettungskräfte behindert haben. Dann wären wir im Bereich der Nötigung", erklärt Thalmeier. Bislang scheinen diesbezüglich aber keine Meldungen eingegangen zu sein. Auch steht nicht fest, "ob es sich um reine Gaffer oder allgemein Interessierte" handelte. Denn auch Zweiteres wäre durchaus denkbar: "So ein Ereignis zieht immer Zuschauer an."

Alle, die von einer Behinderung der Rettungskräfte ausgegangen sind, können aufatmen: "Die Arbeiten an der Unfallstelle wurden nicht behindert." Die Passanten fanden sich am Mangfalldamm ein und dürften, auch aufgrund von dichtem Baumwerk, nicht viel gesehen haben. 

Quelle: rosenheim24.de

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