Verheerendes Zugunglück von Bad Aibling

Witwe eines Opfers: "Lasst den armen Mann in Ruhe"

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Den Rettungskräften bot sich am 9. Febraur ein Bild der Verwüstung.

Bad Aibling - Am 9. Februar erschütterte ein tragisches Unglück unsere Region: 12 Menschen verloren bei einem Zugunglück ihr Leben. Nun äußert sich die Witwe eines Opfers in der Öffentlichkeit:

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Am 9. Februar ereignete sich in Bad Aibling eines der schlimmsten Zugunglücke der deutschen Geschichte: 12 Menschen verloren an jenem Tag auf der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen ihr Leben. Unzählige weitere wurden teils schwer verletzt - erst am Mittwoch, über zwei Monate danach, verstarb das 12. Todesopfer in einem Münchner Klinikum

Nun äußert sich zum ersten Mal eine Angehörige eines Todesopfers. Silvia P. (53) verlor ihren Mann Hermann - 30 Jahre waren die beiden verheiratet. Der Telekom-Mitarbeiter stieg um 6.40 Uhr, wie an jedem Arbeitstag, in einen der Unglückszüge. Der BILD erzählt die Witwe in einem Interview: "Was passiert ist, ist traurig und beschissen."

Schwere Vorwürfe gegen Fahrdienstleiter

Der Fahrdienstleiter, der das Drama ausgelöst haben soll, rückt immer mehr ins Visier der Ermittler. Laut der Staatsanwaltschaft Traunstein soll er während seiner Schicht durch ein Handyspiel abgelenkt gewesen sein. Der Mann kam in Untersuchungshaft

Auf unseren Facebook-Seiten wurde über eine Notwendigkeit der U-Haft diskutiert. Lisa V. ist der Meinung, dass der Fahrdienstleiter sowieso schon genug gestraft ist. Nutzerin Isi K. pflichtet ihr bei. Claudl A. vertrat bislang dieselbe Meinung, doch nun hat sich diese gedreht: "Also ich muss sagen, dass ich bis dato auch der Meinung war, dass er und seine Familie gestraft genug sind...nach neuestem Stand der Dinge seh ich das allerdings etwas anders. Was hat der in so einer verantwortungsvollen Aufgabe an seinem Handy rumzufummeln?" Thomas M. denkt, dass die Deutsche Bahn einen Sündenbock sucht und deshalb alle Schuld auf den Fahrdienstleiter geschoben wird.

Mitarbeiter stehen unter Druck

Was sagt die Witwe von Hermann P. zu den Vorwürfen, denen sich der Fahrdienstleiter stellen muss? Auch sie gibt unter anderem der Deutschen Bahn die Schuld: "Die Bahn und die Betreibergesellschaft des Meridian setzen ihre Mitarbeiter wahnsinnig unter Druck. Dass die Züge so knapp aneinander vorbeifahren, liegt sicher nicht am Fahrdienstleiter."

Sie fordert gegenüber der BILD: "Ein Prozess bringt mir gar nichts. Lasst den armen Mann in Ruhe, er wird sein ganzes Leben nicht mehr froh sein.“ Die Familie von Hermann P. bekam von der Versicherung der Bahn eine Entschädigung von 21.000 Euro. 

Zwei Personen der DB Sicherheit vor Ort

Aktuell ist eine Streife der DB Sicherheit in Bad Aibling vor Ort und patrouilliert beim Häuschen des Fahrdienstleiters: "Es wird kontrolliert, dass sich keine Personen im Gleisbett aufhalten und sich niemand Zugang zum Häuschen des Fahrdienstleiters verschafft", erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn gegenüber mangfall24.de.

bp/anh

Quelle: rosenheim24.de

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