Deutlich weniger Katholiken verlassen Kirche

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Bamberg - Die große Austrittswelle in der katholischen Kirche ist abgeebbt. 2011 kehrten deutlich weniger Menschen der Kirche den Rücken als im Vorjahr.

Im Jahr 2011 erreichte der Missbrauchsskandal seinen Höhepunkt. Bayern Katholiken waren zudem über den Fall Mixa schockiert.

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Bayern hat sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. 34 376 Menschen kehrten ihrer Kirche laut einer Statistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) den Rücken - 2010 waren es noch mehr als 60 000.

Die hohen Austrittszahlen 2010 spiegelten die Enttäuschung vieler Menschen über die katholische Kirche wider: Der Missbrauchsskandal hatte seinen Höhepunkt erreicht, außerdem geriet der Augsburger Bischof Walter Mixa in die Schlagzeilen. Er soll in seiner Zeit als Pfarrer Heimkinder geprügelt und Geld zweckentfremdet haben. Schließlich trat er unter der Last der Vorwürfe 2010 zurück. Im Jahr 2009 hatten knapp 40 000 Menschen ihren Kirchenaustritt erklärt.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zeigte sich „sehr froh“ über den Rückgang der Austrittszahlen. Dennoch sei er über jeden Austritt besorgt, teilte er am Freitag mit. Der Augsburger Generalvikar Harald Heinrich sagte, es sei schmerzhaft, dass in seiner Diözese mehr als 6000 Menschen die Kirche verlassen haben. „Die Gründe sind sicher vielfältig.“ Es müsse der katholischen Kirche nun ein großes Anliegen sein, die Freude am Glauben wieder zu wecken. In Augsburg sei die Zahl der Ausgetretenen auf das Niveau von 2007 gesunken, teilte ein Sprecher mit.

Bundesweit ging die Zahl der Austritte um ein Drittel im Vergleich zu 2010 zurück. Die Bischofskonferenz registrierte für das Jahr 2011 126 488 Austritte.

6,76 Millionen Menschen gehörten 2011 laut DBK-Statistik der katholischen Kirche im Freistaat an. Die evangelische Kirche hat in Bayern lediglich 2,6 Millionen Mitglieder. Auch bei den Protestanten gab es 2011 weniger Austritte als noch in den Jahren zuvor. 16 483 Menschen gaben ihre Kirchenzugehörigkeit auf. In den drei Jahren zuvor hatten nach Kirchenangaben jeweils etwa 20 000 Menschen ihren Austritt erklärt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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