Wolf: Almbauern fordern Herdenschutz

+

Berchtesgaden - Bayerns Umweltminister Markus Söder hat dem Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern Ende Januar einen Herdenschutz gegen den Wolf im Mangfallgebirge angekündigt. Den fordern die Bauern jetzt ein.

"Hiermit stelle ich Antrag auf Herdenschutz für unsere Weidetiere mit Beginn der Weidezeit 2011", heißt es auf einem Formular, das der AVO für seine Mitglieder vorbereitet hat. Wie dieser Herdenschutz aussieht, kann der Vorsitzende Georg Mair aber nicht beantworten. "Es ist die Rede von 1,50 Meter hohen Maschenzäunen und Hirtenhunden." Genauere Informationen aus dem Umweltministerium erhoffen sich die Almbauern durch die Fülle der Anträge.

Lesen Sie auch:

Wolf: Österreich arbeitet an Aktionsplan

„Der Wolf gehört in unsere Heimat“

Schutz-Konzept für und vor Wolf

Auch bei der Almbauernversammlung in Berchtesgaden gingen die Anträge auf Herdenschutz weg wie warme Semmeln. Noch treibt sich der Wolf zwar im Mangfallgebirge herum, doch auch von Seiten des Landesamtes für Umweltschutz in München heißt es: "Es werden noch mehr Wölfe kommen."

Genau vor einer Rudelbildung fürchten sich die Almbauern. "Wir müssen handeln, bevor der Wolf in Bayern wieder heimisch wird", fordert Bezirksalmbauer Kaspar Stanggassinger. Den Bauern schwebt eine Umsiedlung des Wolfes "in Gebiete, wo er genug Platz hat" vor. Denn im Gebirge, das gab auch ein Wolfsexperte aus der Lausitz zu, wird es schwer, Schutzzäune zu bauen. Die alternative 'Hirtenhund' ist in touristischen Gebieten ebenfalls nicht gern gesehen.

"Wir wissen nicht, wie es weiter gehen soll", gibt Mair zu. Vorerst werden die Almbauern abwarten, wie das Ministerium auf ihre Anträge reagiert. Eventuell wird auch der ein oder andere den Besuch von Minister Söder am Aschermittwoch in Bischofswiesen nutzen, um direkt mit ihm ins Gespräch zu kommen, so auch BGLand24.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser