Fake-Profile und unseriöse Anbieter

Immo-Betrug: Des einen Not, des anderen Geld!

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Eine Wohnung in Rosenheim zum Spottpreis? Hier ist Vorsicht geboten!
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Rosenheim - Die Situation in der Stadt und Umgebung ist angespannt. Hohe Nachfrage, geringes Angebot. Wie Betrüger nun vermehrt versuchen, mit der Not der Wohnungssuchenden Geld zu machen:

Die Masche ist immer gleich, wie uns ein aufmerksamer Leser von rosenheim24.de berichtet. Bei den einschlägigen Wohnungsvermittlern im Internet kursieren Anzeigen, die fast zu schön sind, um wahr zu sein: Eine großzügig geschnittene Zwei- bis Drei-Zimmerwohnung, meistens vollmöbliert, zu einem "Spottpreis" um die 400 Euro, zuzüglich 900 Euro Kaution. Den Anbieter der Immobilie könne man in den meisten Fällen nur anschreiben, eine Telefonnummer zum persönlichen Gespräch fehlt. Beim ersten Kontakt erklärt das Gegenüber immer, dass es sich im Ausland befinde, eine Besichtigung oder eine Weitervermittlung an einen Kollegen in Deutschland könne nur nach einer Vorauszahlung erfolgen. Indem die Betrüger die Namen renommierter Unternehmen in ihren Korrespondenzen verwendeten, spiegelten sie eine vertrauensvolle Finanzabwicklung vor, so unser aufmerksamer Leser. Bereits die Namen der Anbieter; besonders beliebt seien wohl "Potter" oder "Smith", sollten den Wohnungssuchenden hellhörig werden lassen.

Immobilien-Betrug - Schema F

3 Zimmer, vollmöbliert, in der Rosenheimer Innenstadt für 390 Euro. Dieses Angebot hat einer unserer Leser bei einem großen Immobilien-Portal entdeckt. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Wer hier Geld überweist, sieht weder Wohnungsschlüssel noch irgendeine Gegenleistung. "Manche Verhaltensweisen sind typisch – egal, um welche Masche es sich handelt", erklärt die Sprecherin eines großen deutschen Immobilienportals. Besonders der Vorkasse-Betrug sei dabei einer der Beliebtesten. "Der angebliche Eigentümer, der oft vorgibt im Ausland zu sein, schlägt dem Interessenten vor, den Schlüssel für die freie Wohnung per Post zu schicken. Als Sicherheit will er vorab eine Kaution. Die Zahlung soll über einen Transferservice wie Western Union erfolgen. Dort ist die Anweisung nicht rückgängig zu machen," heißt es von Seiten des Immobilienportals. Doch bereits vorher könne der aufmerksame Leser die gefälschten von den echten Angeboten unterscheiden. "Um möglichst große Aufmerksamkeit zu erzeugen und viele potenzielle Opfer in die Falle zu locken, liegen die Angebotspreise deutlich unter dem ortsüblichen Marktpreis", warnt das Internetportal.

Auch Thomas Heim von rosenheimimmo.de warnt vor allzu verlockenden Angeboten. "Wer Zweifel an der Echtheit eines Angebots hat, sollte lieber die Finger davon lassen." Ein erstes Kriterium könne dabei schon die Herkunft des Anbieters sein, so der Resort-Leiter. Ist diese nicht eindeutig nachvollziehbar, rät der Fachmann zur Vorsicht. "Auf unserem Portal werden Privatanzeigen vor der Veröffentlichung einer Prüfung unterzogen. Gewerbliche Anbieter besitzen einen gesonderten Zugang und wurden dementsprechend im Voraus geprüft," so Thomas Heim.

Der überregionale Anbieter tut sich in dieser Hinsicht deutlich schwerer: "Leider nutzen immer mehr Trickbetrüger Immobilienportale für ihre Machenschaften. Um dem entgegenzuwirken, nutzen wir spezielle Suchprogramme, die neu eingestellte Angebote überprüfen“, erklärt Ulrich Gros, CFO eines großen, deutschen Portals. Pro Woche könnten auf diese Weise einige Hundert betrügerische Angebote entfernt werden. Ein Promille-Bereich im Vergleich zu allen Angeboten, stünden auf dem Portal doch zu Hoch-Zeiten über eine Million Objekte online, so der Anbieter.   

Strafverfolgung schwierig

Der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Jürgen Thalmeier kennt die Tricks der Betrüger im Internet. "Einen Vorschuss als Gegenleistung für das Zusenden eines Schlüssels oder einer Liste mit Adressen ist nicht gängige Praxis in der Immobilienbranche," erklärt Thalmeier. Sollte ein Interessent trotzdem einmal Geld ins Ausland überwiesen haben, rät der Sprecher umgehend dazu, die Polizei einzuschalten. Über die Kontaktdaten aus dem Internet könne man so möglicherweise an die Hintermänner gelangen so Thalmeier.Ist das Geld bereits vom eigenen Konto abgebucht worden, bestünden jedoch ganz geringe Chancen, den Transfer wieder rückgängig zu machen.

Ganz neu ist die Masche mit den Vorschusszahlungen für Gegenleistungen in der Immobilienwelt jedoch nicht. Grundsätzlich ließe sich die aktuelle Methode auf die sogenannte "Nigeria Connection" zurückführen, ein Betrugssystem in dem dem Betrogenen eine Vermittlerprovision nach getätigter Vorleistung versprochen wird.

Quelle: rosenheim24.de

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