„Wir sind mit dem BR zufrieden“

Mittenwald/Landkreis - Die Entscheidung einiger Trachtenvereine bei Dreharbeiten des Bayerischen Fernsehens nicht mitzuwirken, beschäftigt seit Dienstag die Region.  **Video: Stellungnahme des Bayerischen Trachtenverbands**

Wie das Oberbayerische Volksblatt am Dienstag berichtete, haben Trachtenvereine aus Mittenwald die Dreharbeiten für den neuen Fernsehfilm „Keiner geht verloren“ boykottiert. Den Trachtlern sei, laut OVB, zu niveaulos was der BR im Namen von Brauchtum und Tradition verkaufe.

Diese Meinung vertritt aber nicht der Bayerische Trachtenverband. Laut Vorstand Otto Dufter, sei man sehr zufrieden mit dem dritten Programm. „Es gibt sicher einiges zu Verbessern aus der Sicht eines Traditionalisten“, so der Vorstand, „aber grundsätzlich sind wir mit der Berichterstattung zufrieden“.

Und obwohl die Mittenwalder aus dem Verband ausgestiegen sind („sie fühlten sich vom Verband nicht genügend unterstützt“), versteht Dufter die Haltung der Trachtler. Selbst habe er noch keine negativen Erfahrungen mit Aufnahmen gemacht, aber oft sieht er im Fernsehen, dass das „Seppl-Klischee“ bedient wird. „Die Kamera hält gerne auf Momente die Klischees unterstreichen. So wird gerne gefilmt wenn ein Trachtler mit der Maß da steht, oder ein Dirndl einen Schnaps trinkt. Und das kommt dann ganz groß raus.“

Eine weitere kuriose Geschichte sei auch ihm bekannt. Ein Kamerateam wollte unbedingt Trachtler beim Schuhplattln im knie-hohen Gras filmen. „Das war total absurd. Kein Trachtler würde so etwas machen. Geplattelt wird höchstens auf der Bühne oder auf Teer. So etwas ist dann nicht mehr authentisch und über solche Szenen regen sich viele dann auf.“

Auch der BR hat sich unterdessen zum Boykott durch die Mittenwalder Trachtler geäußert. „Wenn sie nicht mitmachen, dann halt nicht“, kontert der Rundfunk-Riese aus München. Man sehe das sehr gelassen, sagt Sprecherin Regine Venn. Die Produktion sei für den Sendeplatz am Mittwoch um 20.15 Uhr geplant, die Verantwortlichen hätten für den Polizeiruf „Rosis Baby“ sogar Preise bekommen. „Und auch diesmal stehen wir wieder wieder für Qualität. Die Reaktion ist überzogen und unverständlich. Offenbar haben die Trachtler dort schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber sicher nicht mit dem BR.“ Man verstehe nicht, dass sich die Betroffenen nicht freuten, ihr Brauchtum zu zeigen - nur so könne das Bild des Bayern im Fernsehen auch wirklich authentisch rüberkommen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © cz

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