Lärmschutzwand an der A8

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Joachim Wiesböck, Zweiter Bürgermeister in Rohrdorf.

Rohrdorf/Achenmühle - Nach dem Besuch von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Rosenheim sind Anliegergemeinden an der Autobahn zufrieden. Doch es gibt noch immer Kritik am Vorhaben.

Landrat Josef Neiderhell.

"Wir sind besser bedient worden als in der ursprünglichen Planung vorgesehen", erklärte Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck. Wie so oft im Leben liegen eben Wunsch und Wirklichkeit ein Stück weit auseinander, dennoch sei er nicht unzufrieden: "Wir haben mehr bekommen, als man erwarten durfte."

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer habe sich hinter die rund 800 Meter langen Lärmschutzwände entlang der Autobahn 8 am Ortskern Achenmühle gestellt: "Die Wände sind gekröpft, also im oberen Teil gebogen, was den Schutz vor Lärm und Abgasen deutlich erhöht im Gegensatz zu einfachen Lärmschutzwänden."

Unterm Strich habe sich, sagt der Bürgermeister, der intensiv geführte Planungsdialog "sicher rentiert". Die Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative "A8 Rohrdorf/Achenmühle - Für eine lebenswerte Zukunft an der Autobahn" habe hervorragend geklappt. Joachim Wiesböck: "Wir haben sehr konstruktiv zusammengearbeitet, was auch nach außen gut angekommen ist."

Der Ausbau der A8 auf sechs Fahrspuren und zwei Standstreifen werde in verschiedene Baulose unterteilt. Frasdorf und Rohrdorf sei jeweils ein Bauabschnitt. Beide sollen aber zeitgleich im Verfahren durchgeführt und dann auch umgesetzt werden. "Wir haben also die gleiche Zeitschiene", sagt Joachim Wiesböck.

Insgesamt sieht er angesichts der Kosten für Rohrdorf/Achenmühle, die bei rund 100 Millionen Euro liegen sollen, ein gutes Paket geschnürt: "Alle, die in der Verantwortung stehen, müssen abwägen und das Beste für die Bürger erreichen." Nur die Opposition könne träumen.

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Auch Josef Schmid, Sprecher der Bürgerinitiative, zeigt sich zufrieden: "Natürlich hatten wir zu Beginn des Dialogs wesentlich höhere Ziele. Doch angesichts klammer Kassen haben wir das Mögliche herausgeholt." 800 Meter hocheffektive Lärmschutzwände - dafür habe es sich gelohnt zu kämpfen. Die Initiative will auch in Zukunft "am Ball bleiben und das Geschehen bis zur Fertigstellung begleiten". Da werde es noch so manche Hürde geben.

Als eine "gute und wichtige Sache" schätzt er den Planungsdialog ein: "Das gibt Strukturen vor und erleichtert die Arbeit." Dass die Sache nicht ins Parteipolitische abgerutscht sei, findet er besonders erwähnenswert. "Alle Parteien hatten in Berlin und hier vor Ort stets ein offenes Ohr", verteilt er Komplimente an die Politik.

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Ganz anders bewertet Peter Kasperczyk, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz Rosenheim, die Sache: "Wir werden alle möglichen Maßnahmen einleiten, um die 6+2-Regelung zu verhindern." Der Ausbau der A8 auf sechs Spuren sei politisch gewollt, aber verkehrlich nicht notwendig. Der Bund Naturschutz habe deshalb ein Dresdener Büro beauftragt, ein Verkehrsgutachten zu erstellen. Ergebnis: "4+2 inklusive Tempolimit reichen aus."

Er hält den A8-Ausbau für Verschwendung von räumlichen Resourcen und fordert: "Wir wollen ein Verkehrsmoratorium." Denn der Planungsdialog sei eine Farce gewesen: "Als Tiger abgesprungen und als Plüschkatze gelandet."

Siegrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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