Zwei Verletzte

Wildschwein-Alarm mitten in Augsburg

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Eines der acht Wildschweine in Augsburg ließ sich fotografieren.

Augsburg - Einen tierischen Einsatz hatte die Feuerwehr Augsburg: Sie musste Wildschweine , die mitten in der Stadt liefen, jagen. Denn die Tiere waren nicht mehr kontrollierbar.

Mindestens acht Wildschweine haben am Mittwochmorgen einen "Spaziergang" mitten durch Augsburg gemacht. Doch die Tiere sind gefährlich und können Menschen verletzen. Also mussten Feuerwehr, Polizei und Jäger ran zur Wildschwein-Jagd. 

Der erste Alarm ging morgens um ungefähr 7.30 Uhr ein: Am Hanreiweg waren zwei Wildschweine im Gewässer. Schon wenige Minuten später der kam der nächste Notruf. Ein Wildschwein lief den Milchberg hoch.

Die Einsatzkräfte kamen mit der Arbeit fast nicht mehr hinterher, denn gegen acht Uhr gab es schon wieder Wildschwein-Alarm. Dieses Mal wurde es gefährlich für die Feuerwehr. Vier bis sechs Tiere waren in der Wehranlage beim Proviantbach am Schäfflerbach eingesperrt. Ein Wildschwein griff den Zugführer und einen Zugführer-Praktikanten an. Die beiden brachten sich mit einem beherzten Sprung über den Zaun in Sicherheit.

Ein anderes Wildschwein setzte zu seiner Verteidigung zunächst lieber auf Flucht, als auf Angriff. Gegen 8.30 Uhr sprang es aus dem Wasser auf Höhe des ehemaligen Schlachthofs, lief über die Berliner Allee, die Lechhauser Brücke, durch die Radetzkystraße und die Gumpenbergstraße in Richtung der Großbaustelle der Firma Kuka. Dort verletze es einen 30-jährigen Arbeiter, der in die Fluchtrichtung des Wildschweins geriet, am Fuß. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht.

Wildschwein legt Bahnverkehr lahm

Ein weiteres Wildschwein lief in Richtung Rotes Tor und gelangte schließlich an der Bahnstation Haunstetter Straße auf die Bahngleise. Das war gegen acht Uhr morgens als sehr viele Leute am Bahnhof waren. Das Wildschwein rannte durch die Menschenmenge. Dadurch stürzte ein 45-jähriger Mann. Er wurde leicht verletzt. Das Tier lief auf den Bahngleisen weiter in Richtung Friedberg. Am Hochzoller Bahnhof stürmte es erneut durch die wartenden Menschen. Dort wurde glücklicherweise niemand verletzt und das Tier konnte erlegt werden. Die Bahnstrecke musste zwischen 07.54 und 09.11 Uhr gesperrt werden.

Schaden hat ein Wildschwein außerdem im Bereich der Jakober- und der Johannes-Haag-Straße angerichtet. Es stoß mit einem Auto zusammen, an dem ein Sachschaden von ungefähr 3000 Euro entstand.

Herkunft der Wildschweine ungeklärt

Woher die Tiere kamen, ist noch nicht sicher geklärt. Es wird vermutet, dass sie entweder vom Siebentischwald und dem Stadtwald oder von der Wolzahnau, wo Lech und Wertach zusammentreffen, in die Stadt gekommen sind.

Insgesamt wurden acht Wildschweine erschossen. Die Tiere waren allesamt ausgewachsen und wogen zwischen 120 und 150 Kilo.

Gefahr für den Menschen

Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel warnt die Bevölkerung vor dem Kontakt mit Wildschweine. "Wenn Wildschweine in Panik geraten, sind sie sehr gefährlich", betont er. Das war auch bei den Wildschweinen in Augsburg der Fall, sie waren nicht mehr kontrollierbar. Bürger, die ein Wildschwein sehen, sollten die Polizei anrufen.

cla

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