Diskussion nach Facebook-Video

"Wie in Bibione": Wird der Beachbar-Hype in Übersee zu krass?

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Übersee - Ein wunderschöner Platz am Chiemsee, eine tolle Bar - das bezweifelt kaum einer: Aber ist die Beachbar inzwischen zu überlaufen? Bei Facebook entwickelte sich dazu eine muntere Debatte. 

Es war das erste richtig warme Wochenende im Jahr 2018, strahlender Sonnenschein - und Andreas Eberhardt war am Sonntagnachmittag einer von vielen an der Beachbar in Übersee: So voll hat er das Platzl wohl noch nie gesehen, er zückte das Handy und filmte: "Echt krass was heute an der Beach Bar los war", kommentierte er dazu und stellte das Video in die Facebook-Gruppe "Chiemgau - Do bin i dahoam". Ist in der Beachbar inzwischen einfach zu viel los?

Klar, viele stimmten ein in den Chor derer, die das einfach zu viel fanden: "Schrecklich", "Gemütlich ist was anderes", "Gruselig", "Wia in Bibione" oder "Deshalb geh ich nicht mehr hin" wurde da kommentiert. "De Beach Bar is a traumhaft schönes Platzal, wär gern öfters dort, aber ich mag solche Menschenmassen gar nicht", so Heidi Auer stellvertretend für viele.

Münchner, Rosenheimer, Salzburger Autokennzeichen

Die "Schuldigen" wurden von einigen schon anhand des Autokennzeichens ausgemacht: "Alptraum! Rosenheimer und Münchener Autonummern sind in der Überzahl. Da muss was passieren!", so Josef L. Moosmüller. "Sehen und gesehen werden, viel Münchner und Salzburger", steht auch für Moni Vodermaier fest. Die Touristen seien nicht das Problem, eben mehr die Tagesbesucher, meinte auch Michl Bubi. 

Andererseits: Wem kann man's schon verübeln, bei bestem Wetter - noch dazu nach dem Winter - einen der schönsten Sonnenplätze der Region aufzusuchen? "Nette Platzerl bei uns sind halt auch gern von den Münchnern beansprucht. Wir haben noch genügend andere Plätze, die nicht so überlaufen sind. Also lass und großzügig sein und die armen Münchner an die Beachbar gehen", so Monika Auer. "Der Platz ist am ersten warmen Wochenende halt schwer zu toppen", brachte es Kai Schaufler auf den Punkt.

Tourismus auch für die Jüngeren

"Seit Jahren wird immer wieder öffentlich angeprangert, dass in unserer Region viel zu wenig für den 'touristischen Nachwuchs' getan wird und der Chiemgau nur was für ältere Urlaubsgäste ist. Und wenn dann mal jemand eine geile Beachbar für alt und jung aus dem Boden stampft wird plötzlich kritisiert, dass zu viele Gäste kommen?", fragte Karsten Thiel. Überhaupt gab es in dem Zusammenhang auch viel Lob für die Beachbar: "Ich bin dafür, dass jeder, der sowas oder überhaupt eine Selbständigkeit riskiert, dann auch finanziell für seinen Mut und Fleiß belohnt wird. Ich wünsch mir auch, dass diese Bar weiter bestehen bleibt." (Walter Ponath).

Die Parkplatzsituation in der Feldwieser Bucht

Ein weiteres Problem: Die Parksituation in der Feldwieser Bucht, die den Barbetreibern wohl auch nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. "Dass da kilometerlange Blechlawinen hinter rollen ist wohl nicht im Sinne der Natur!", so Stephanie Langmayer in der Diskussion. Das Problem ist der Gemeinde natürlich längst bekannt. Immer wieder gibt es Debatten im Gemeinderat: Ganzjährige und höhere Parkgebühren? Mehr Halteverbotsschilder? Konsequenteres Abschleppen? Ein neuer Parkplatz oberhalb des Strandbades? 1100 Parkplätze stehen derzeit in der Feldwieser Bucht zur Verfügung.

Zumindest der kostenlosen Shuttle-Bus von Übersee an den Chiemsee wird auch heuer im Sommer wieder angeboten. Von über 3000 Seegästen wurde der Badebus allein im vorigen Jahr genutzt. An schönen Sommertagen tummeln sich aber über 5000 Badegäste in der Feldwieser Bucht, hat die Gemeinde errechnet.

"Leben und leben lassen"

Mit am meisten Zustimmung fand in der Diskussion auf Facebook aber ein Beitrag von Michael Inneberger, dem wohl nichts mehr hinzuzufügen ist: "Leben und leben lassen. Wer es liebt unter Leuten zu sein, geht hin, wer es bevorzugt einsam zu sein, findet auch noch ruhige Plätze im Chiemgau. Man muss nur wissen was man zu welcher Zeit und Stimmung mag und wie man sich zu helfen weiß."

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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