Wetterprognose für die Region

Holt die russische Kältepeitsche am Wochenende noch mal aus?

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Winter am Königssee
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Landkreis - Sibirische Kaltluft strömt derzeit nach Bayern. Daran ändert sich auch am Wochenende nichts. Dafür wird es wohl recht sonnig.

Es bleibt frisch am Wochenende. Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Skandinavien bringt mit nordöstlicher Strömung sibirische Kaltluft nach Bayern. Also heißt es weiter, sich warm anzuziehen.

Bis Freitag, 17 Uhr, hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Warnung vor Frost für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf am Inn, Altötting und Berchtesgadener Land ausgesprochen. Allerdings scheinen die Temperaturen langsam wieder zu steigen. Statt Werten bis zu minus zehn Grad Celsius erreicht das Thermometer dann nur noch bis zu minus vier Grad Celsius.

Generell bleibt es aber kalt und windig, aber schön. Am Samstag bleibt es entlang der Alpen nur an einigen Stellen trüb. Am Sonntag gibt es vielerorts Sonne. "Mäßiger bis frischer, in Böen zum Teil starker Nordostwind verstärkt das Kälteempfinden erheblich", heißt es laut Deutschem Wetterdienst.

In der Nacht zu Montag herrscht wieder strenger Frost mit Tiefstwerten von minus zehn bis minus 14 Grad Celsius. Stellenweise sind auch noch tiefere Werte möglich. Am Montag bring der mäßige, in Böen mitunter starke Nordostwind erneut eisige Polarluft mit sich.

Temperaturen fühlen sich kälter an als sie sind

"In den nächsten Tagen weht ein stark böiger Nordostwind, der die Temperaturen deutlich kälter erscheinen lässt", erklärt Diplom-Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst. Die gefühlte Temperatur ist die von einem Menschen wahrgenommene Temperatur, die sich aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der Windgeschwindigkeit häufig von der realen Temperatur unterscheidet.

"Liegt die Hauttemperatur über der Umgebungstemperatur, wird die wärmere hautnahe Luft vom Wind weg geblasen. Zusätzlich wird dadurch die Verdunstungsrate, die für eine weitere Abkühlung sorgt, an der Hautoberfläche erhöht", erklärt der Experte Christian Herold. "Dadurch kühlt der Körper bei Wind deutlich schneller aus. Weht bei einer Temperatur von null Grad Celsius ein mäßiger Wind um 25 km/h, kommt einem die Temperatur wie minus sechs Grad Celsius vor. Bei minus zehn Grad Celsius sind es schon minus 19 Grad Celsius."

Um die gefühlte Temperatur zu analysieren, nutzt der Deutsche Wetterdienst ein komplexes Modell - den Klima-Michel. Für den Durchschnittsmenschen - den Michel - wird ein 35 Jahre alter, 1,75 Meter großer und 75 Kilogramm schwerer Mensch angenommen. Für diesen wird ein Energiebilanzmodell errechnet, um die Temperaturempfindung in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und Feuchtigkeit, der Windgeschwindigkeit, der Sonnenstrahlung und der Bekleidung festzustellen.

Geringe Chance auf Lawinen

Was die Lawinengefahr angeht, hat sich die Stufe unterhalb von 1.500 Metern bei gering und oberhalb von 1.500 Metern bei mäßig eingependelt. "Frische Einwehungen beachten, ansonsten können vor allem am Übergang von wenig zu viel Schnee noch Lawinen ausgelöst werden", heißt es am Freitag im aktuellen Bericht des Lawinenwarndienstes Bayern für die Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen. "Bis auf vereinzelte, kleinere Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen ist nicht mit der Selbstauslösung von Lawinen zu rechnen."

Wer trotz extremer Kälte in den kommenden Tagen am Berg unterwegs ist, sollte passendes Equipment dabei haben, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Die Bergwacht-Region Chiemgau warnt zudem alle Winterbergsteiger und Skitourengeher, die richtige Schutzkleidung und das richtige Equipment samt Notfallausrüstung für alpine Ausflüge in die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen mitzunehmen. Wichtig sei auch, vernünftig zu planen – das eigene Können realistisch einzuschätzen, Schnee- und Wetterverhältnisse richtig zu bewerten sowie bei Zwischenfällen entsprechend vorbereitet zu sein, damit der Ausflug nicht lebensgefährlich wird.

"Zur Notfallausrüstung gehört deshalb vor allem auch ein voll aufgeladenes Handy mit Ersatz-Akku, das kälteisoliert möglichst körpernah mitgeführt wird, damit die Rettungskette sofort in Gang gesetzt werden und von uns auch der Standort der Verunfallten bestimmt werden kann", erklärt Regionalleiter Dr. Klaus Burger.

Regionalarzt Dr. Christian Freund warnt zudem vor Unterkühlungen oder gar Erfrierungen, denn die Kälte ist vor allem bei Ausdauersportarten eine große Zusatzbelastung für den Körper. Vor allem, wenn Wind geht und man beim Aufstieg schwitzt, kühlt man schnell aus. "Bergsteiger sind dann plötzlich irgendwo im Hochgebirge völlig erschöpft, brechen zusammen und kommen aus eigener Kraft nicht mehr ins Tal", sagt er.

Das Wetter für die Region

  • Aussichten für Rosenheim: Während es am Freitag noch bedeckt ist, scheint am Samstag die Sonne. Am Sonntag kommt es dann jedoch zu Schneeschauern. Die Tagestemperaturen sinken bis Sonntag im Raum Rosenheim in den Minusbereich. Vor allem am Sonntag weht ein teils kräftiger Wind aus östlicher Richtung.
  • Aussichten für Traunstein: Am Freitag und Sonntag ist es teils bewölkt, teils freundlich, am Samstag sonnig. Am Sonntag sind Schneeschauer möglich. In der Region Traunstein sinken die Temperaturen auf minus fünf Grad Celsius. Ein teilweise kräftiger Wind aus östlicher Richtung weht.
  • Aussichten für Mühldorf: Nachdem sich die Sonne am Freitag durch die Wolken gekämpft hat, steht einem makellosen Himmel nichts mehr im Wege. Freitag und Sonntag sind dennoch Niederschläge möglich. Und es wird kälter und windiger.
  • Aussichten für Berchtesgaden: Freitag und Sonntag zeigt sich das Wetter teils bewölkt, teils freundlich, am Samstag sonnig. Dabei kommt es am Sonntag zu Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen sinken auf bis zu minus fünf Grad Celsius ab.
  • Aussichten für Bad Aibling: Während es am Freitag noch bedeckt ist, scheint am Samstag die Sonne. Am Sonntag kommt es dann jedoch zu Schneeschauern. Die Tagestemperaturen sinken bis Sonntag im Raum Rosenheim in den Minusbereich. Vor allem am Sonntag weht ein teils kräftiger Wind aus östlicher Richtung.
  • Detaillierte Informationen zum Wetter in Ihrer Region finden Sie hier.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

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