Wenn die Hitze zum Problem wird...

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Landkreis - Auch in den nächsten Tagen bleibt die Hitze allgegenwärtig. Während sich Sonnenanbeter freuen, gibt es in Landwirtschaft und Verkehr deswegen bereits ernste Probleme.

Es bleibt heiß, sehr heiß: Die Hitzewelle nimmt erst einmal kein Ende. In der Region steigen die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch wieder auf über 35 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Im Kreis Berchtesgadener Land und Kreis Traunstein werden sogar mit 38 Grad gerechnet. Es ist mittlerweile der fünfte Warn-Tag in Folge, ein Ende des bayerischen Glutofens scheint derzeit nicht in Sicht.

Auch vor Unwettern ist die Region nicht sicher. Meteorologen warnen für die kommenden Tage bundesweit vor tennisballgroßen Hagelkörnern, Starkregen und heftigen Sturmböen. "Hagelschlag gefährdet Wohnhäuser und Autos, und auch bei Menschen ist die Verletzungsgefahr groß", sagte Sylvine Löhmann, Schadensexpertin beim Infocenter der R+V Versicherung. Sie rät deshalb, bei einem angekündigten Hagelunwetter rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen.

Es sei besser, die Rollläden nicht herunterzulassen, erklärte Löhmann: "Das gilt zumindest für Kunststoffläden. Fensterglas hat hier einen deutlichen besseren Hagelwiderstand."

Aus kaltem Winter wird heißer Sommer

Service:

Was war das für ein langer kalter Winter und für ein nasses und kühles Frühjahr. Doch Ende Juni/Anfang Juli hat uns der Sommer dann eine richtig dicke Entschädigung besorgt. Die ersten Wochen im Juli waren dank eines Azorenhochs richtig angenehm temperiert und brachten viel Sonnenschein – das dürfte vielen Menschen gefallen haben. Etwa um Monatsmitte hat der Sommer dann einen Zahn zugelegt und brachte uns mehrmals richtig heiße Tage und vor allen Dingen auch eine große Schwüle.

Letztere Wetterlage dürfte nicht bei allen Menschen gut angekommen sein, denn die Dauer der Hitzewetterlage war recht lange und wir kennen das ja: Beim Wetter kann man es den wenigsten recht machen. Im Mai war es zu nass und kühl, im Juli dann zu heiß und schwül.

Verbreitet kletterte das Thermometer die letzten Wochen gleich mehrmals auf über 35 Grad, erst bei 39 Grad war stellenweise erst Schluss. Unsere Nachbarn in Österreich haben erst vor wenigen Tagen mit 39,9 Grad einen neuen Allzeit- Rekord sein Beginn der Wetteraufzeichnungen aufgestellt. So eine hohe Temperatur wurde in Österreich noch nie gemessen.

Mit den Sommern 2011 und 2012 kann man diesen Sommer nicht vergleichen, denn diese waren vergleichsweise wechselhaft und über weite Strecken ziemlich kühl.

In den letzten Tagen kam nun immer häufiger die Frage auf, ob es das denn nun mit dem Sommer war, denn viele Kollegen aus der Branche „warnen“ quasi ja schon vor einer Abkühlung, ja man könnte fast sagen sie rufen das Ende des Sommers aus.

„Das sehe ich ganz und gar nicht so. Die letzten Wochen lagen die Temperaturen weite Strecken deutlich über den langjährigen Mittelwerten. Wenn wir jetzt eine „Abkühlung“ auf 24 bis 28 Grad als Sommerende präsentiert bekommen, so ist das ziemlicher Unsinn, denn das wären für die Jahreszeit völlig normale Werte. Jetzt kommt quasi der Wohlfühlsommer, den wir Anfang Juli schon einmal hatten“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Und in der Tat erwartet uns nach der großen Hitze und einzelnen teils heftigen Schauern und Gewitter am Mittwoch und Donnerstag zum zweiten Augustwochenende schon wieder freundliches und diesmal angenehm temperiertes Sommerwetter – ein Sommer, wie er den meisten Menschen gefallen dürfte, auch den Hitzegeplagten.

Gewitterbilder vom Wochenende

Regen und Hagel im BGL

Blitz-Bilder unserer User

Ohnehin ist es meist so, dass subjektiv unter dem Stichwort „Sommer“ jeder etwas anderes versteht. Auf den Facebook- und Twitterseiten des Wetterexperten Jung tummeln sich Menschen, denen Werte über 25 Grad ein Graus sind. Dann gibt es aber auch die, die nur bei Werten um 35 Grad im Sommer glücklich sind. Da wird das Wetter zu einem echten Streitthema.

„Bei den Meteorologen gibt es da eine ganze eindeutige Definition. „Ein Sommertag ist dann erreicht, wenn 25 Grad und mehr als dem Thermometer angezeigt werden. Und das wird in den nächsten sieben bis zehn Tage häufig in Deutschland der Fall sein. Das ist eben der Spätsommer“ so Jung.

UPDATE 14:45 Uhr: Hitze wird zum Problem

Während sich Sonnenanbeter und Wasserratten über die durchweg hohen Temperaturen freuen, wird die Hitze andernorts bereits zum Problem - wie in der Landwirtschaft und im Straßenverkehr.

  • Wassermangel: Vergangene Woche berichtete die tz, dass Bergbauern bei Lenggries und am Tegernsee ihre Rindviecher von der Alm in tiefere Lagen bringen müssen, weil die Quellen kein Nass mehr hergeben. Wassermangel! Mittlerweile betrifft die Situation auch Bauern bei Traunstein und in Garmisch. Und das ist nicht alles: Am Montag gab es laut tz Meldungen, dass auch das Wasser für Wanderer auf den Hütten rationiert wird. Beispielsweise am Watzmann werden Bergfexe seit Montag gebeten, kein Wasser zum Händewaschen mehr „zu verschwenden“. Zudem sollen Dixi-Klos nach oben gebracht werden – weil kein Wasser mehr für „normale Klos“ eingesetzt werden soll.
  • Tiere grausam verendet: Aufgrund der anhaltenden Hitze sind bei einem Hähnchenmastbetrieb im westlichen Landkreis Cham tausende Tiere ums Leben gekommen: Hitzekollaps! In der Nacht zum Samstag waren durch die hohen Temperaturen in der Halle etwa 2500 der insgesamt 15 000 Tiere verendet.
  • Gefahr von Blow-Ups: Seit Wochen leiden Pendler und Reisende nun schon unter den Straßenschäden durch die Hitze. Beispiel A92: Von Dingolfing bis München gilt ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Rund eine halbe Stunde mehr Fahrzeit müssen Niederbayern einplanen, die nach München wollen.
  • Ernteeinbußen: Auch viele Landwirte stöhnen über Ernteeinbußen. So wird die Kartoffelernte zum Beispiel um gut 30 Prozent schlechter ausfallen als im Vorjahr. Auch bei Obst und Gemüse gibt es Einbußen, zudem müssen die Felder ständig bewässert werden – mit Folgen: Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner erwartet deutliche Preissteigerungen für Obst und Gemüse. Bei Obst sei das Preisniveau im Juli (verglichen mit 2012) im Schnitt um bis zu zehn Prozent gestiegen.
  • Waldbrandgefahr: Die Waldbrandgefahr war seit dem Wahnsinns-Sommer 2003 nicht mehr so hoch wie derzeit. Warnstufe 5! Sogar Flugzeuge sind permanent über Bayern im Einsatz, um Brandherde zu orten. Derzeit gibt es noch Glutnester wie beispielsweise in Schönau am Königssee. Zuletzt gab es bereits einen verheerenden Waldbrand am Thumsee bei Bad Reichenhall

wetter.net/redro24/tz-online

Quelle: rosenheim24.de

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