Aktion war nur "gut gemeint"

Werbeflyer: Inhaberin meldet sich zu Wort!

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Dieses Werbeflugblatt sorgte im Achental für Wirbel.

Unterwössen - Im Fall des umstrittenen Werbeflyers hat sich dessen Herausgeberin zu Wort gemeldet. Der unglücklich gewählte Satz sei keinesfalls gegen Mitbürger gerichtet, betont sie.

UPDATE 13.35 Uhr

Wie berichtet, hatte das Flugblatt eines Lebensmittelhändlers für viel Wirbel im Achental gesorgt. Es enthielt die Warnung, sich vor "schlimmen Menschen" aus Ländern jenseits der Grenze zu schützen.

Jetzt hat sich diesbezüglich die Herausgeberin des Flugblatts und Inhaberin des Lebensmittelmarkts bei Chiemgau24 gemeldet. Ihre Stellungnahme: 

"Vielen Dank für den Bericht auf der aktuellen Titelseite, in dem Sie netterweise auch ein Teil des Rückrufs abgedruckt haben. Ich hoffe, dass alle, die uns kennen, auch verstehen und uns glauben, dass dieser unglückglich gewählte Satz wirklich nicht gegen unsere Mitbürger aus den Nachbarländern geht. Außerdem haben wir in der letzten Zeit sehr nette Spenden und Aktionen vor Ort organisiert und getätigt."

STAND 11.55 Uhr

Hintergrund: Geldbörse und Autoschlüssel seien einer Kunden kürzlich vor dem Lebensmittelmarkt in Unterwössen gestohlen worden, informierte das Werbeflugblatt, das per Postwurfsendung an alle Haushalte im Achtental verteilt wurde.

"Passen Sie bitte besonders jetzt auf", warnten die Marktinhaber deshalb ihre Kunden. "Leider sind viele schlimme Menschen unterwegs, denn viele Grenzkontrollen fielen weg."

Doch mit dieser Formulierung waren einige Kunde nicht glücklich. "Klauen etwa nur Ausländer und keine Deutschen", fragt eine Userin, die uns über unsere Facebook-Seite auf den Flyer aufmerksam machte. "Soll man jetzt von jedem Ausländer im Lebensmittelmarkt Abstand halten und ihn blöd anschauen oder beobachten? Und woran erkennt man ihn, wenn man nicht mit ihm ins Gespräch kommt - an der Haarfarbe?", so die Userin.

Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. Denn die Herausgeber des Flugblatts haben bereits zurückgerudert. Der Hinweis sei nur gut gemeint gewesen, heißt es auf deren Homepage. "Natürlich sind wir nicht gegen Ausländer! Ganz im Gegenteil!", schreiben die Marktinhaber dort.

Nichtsdestotrotz hätten aber ihre Ladendetektive schon mehrmals Diebesbanden aus den Nachbarländern gestellt, die Waren im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet hätten. "Diese Banden waren gemeint! Natürlich gibt es in unserer eigenen, wie auch in anderen Kulturen einige schwarze Schafe", so der weitere Wortlaut. 

"Wir bitten um Entschuldigung, falls jemand unseren Aufruf zu mehr Vorsicht falsch verstanden haben oder sich angegriffen fühlen sollte", erklären die Lebensmittelhändler online.

Quelle: chiemgau24.de

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