Weiterer Wirbel um Reh-Kuh Bambi

Zangberg – Die Kuh hat keine Ruh: Seit acht Wochen fristet eine davongelaufene Kuh ihr Dasein in einem Waldstück – bisher ohne Probleme. Jetzt mischen sich aber auch die Tierschützer ein.

Der Zangberger Jagdpächter Dr. Erich Loserth weiß von der Kuh, sieht auch regelmäßig nach ihr, doch er mischt sich nicht weiter in das Leben des Rindviehs ein. Jetzt aber tauchten Tierschützer auf – sehr zur Sorge von Erich Loserth. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag hätten Aktivisten versucht, „völlig insuffizient die sogenannte Rehkuh zu managen“, so Loserth.

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Bereits am Abend seien diese Tierschützer, wie sie sich Loserth vorgestellt haben, mit ihren Autos rund um den Einstand der Kuh bis an der Wiese gestanden, auf der die Kuh normalerweise frisst. „Nachts wird die Wiese abgeleuchtet. Damit wird mit Sicherheit die Kuh aus ihrem gewohnten Einstand vergrämt in Richtung Straße“, befürchtet Loserth, eine erhebliche Gefährdung für Menschen und Kuh sei die Folge. Zumal die Kuh seiner Ansicht nach bereits die Kreisstraße überquert habe, wovon Hinterlassenschaften des Milchviehs zeugten.

Video aus dem Archiv

Den Schilderungen Loserths zufolge hätten die Tierschützer sogar einen Revierjäger von Zangberg angerufen. Die Kuh sei gesichtet, sei die Botschaft gewesen, der Jäger solle jemanden mit Narkosegewehr schicken. "Nicht wissend, dass Jäger keine Narkosegewehre haben und nicht wissend, dass man mit einem Narkosegewehr nur auf maximal 30 bis 40 Meter Distanz erfolgreich ist", erklärt Loserth. Warum man das Tier betäuben sollte, sei ihm nach wie vor ein Rätsel. Denn soweit er gesehen habe, waren die Aktivisten, die laut Autokennzeichen aus dem Landkreis Rottal-Inn stammten, ohne entsprechendem Anhänger angereist. "Allmählich ist die Kuhromanze unsinnig und nicht mehr verantwortbar", kommentiert er seine Eindrücke vom zurückliegenden Wochenende.

Doch die Entscheidung über Sicherheitsvorkehrungen oder weiterführende Maßnahmen, wie etwa die Freigabe zum Abschuss, obliegt alleine dem Landratsamt. "Es besteht im Moment keine Veranlassung für verkehrsregelnde Maßnahmen, weil es derzeit keine konkreten Hinweise gibt, dass die Kuh den Straßenverkehr gefährdet", informiert Karin Huber, Pressesprecherin im Landratsamt Mühldorf. Dies hat beim entlaufenen Stier in Unterneukirchen dazu geführt, dass er am vergangenen Freitag erlegt worden ist.

Unmissverständlich stellt Huber auch klar, dass bei Unfällen und Haftungsfragen alleine der Besitzer der Kuh verantwortlich gemacht werde. Huber betont: "Grundsätzlich ist im Moment der Besitzer gefragt, solange die Kuh aus Tierschutz- und Sicherheitsgründen kein Handeln notwendig macht."

Laut Huber habe der Besitzer den Verlust der sechsjährigen Kuh, die zur Schlachtung gemästet werden sollte, vor dem Zeitungsaufruf beim Landratsamt nicht angezeigt. "Aufgrund des Aufrufs hat sich dann ein Landwirt gemeldet." Mehr nicht.

Immerhin sorgt sich das Landratsamt um das Gewicht der Kuh. Es beschreibt den Ernährungszustand den Bildern nach zu urteilen als "nicht ideal, aber für die Kuh nicht gesundheitsgefährdend".

je/Neumarkter Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Enzinger

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