Schlechte Ernte! Wetter schuld an Ertragsminus

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Wasserburg - Jetzt wird die Maisernte eingefahren. Wagen für Wagen bringen die Bauern das gehäckselte Futter in die Silos. Doch reiche Ausbeute bleibt heuer aus.

Nicht alle benötigen den Mais für die eigenen Kühe. Viele Wagen, die oft mächtig auf der Straße erscheinen, haben das Ziel Biogasanlage. Doch in diesem Jahr ist die Qualität nicht beachtlich: Der Mais wuchs nicht gut, das Wetter war für ein gesundes Wachstum der Pflanze nicht ausgewogen. Die Kolben, das eigentlich Wertvollste an dem gewachsenen Grün, konnte sich nicht gut entwickeln. Nun ist die Qualität regional so unterschiedlich, dass niemand glaubt, es trennen die Ortschaften und Felder oftmals nur 15 Kilometer. Während die einen Bauern mit starken Einbußen, teilweise sogar 80 %, durch schlechtes Wetter oder gar Überschwemmung kämpfen müssen, sind andere Gebiete klimatisch tatsächlich verwöhnt und haben lediglich 20 Prozent weniger Ertrag. Damit die Kolben gedeihen, benötigen sie neben passendem Wetter auch Platz. Deshalb wird mittlerweile schon deutlich weiter auseinandergepflanzt als noch vor einigen Jahren: 70 Zentimeter Abstand werden oft gehalten, um den gesunden Ertrag zu haben.

Auch nachts wird eingefahren

Bis tief in die Nacht sind die Kipper oftmals unterwegs. Sie kommen vom Maisfeld, der Häcksler befüllt währenddessen gerade den zweiten Anhänger, der schon gewartet hat. Sechs Reihen werden gleichzeitig geschnitten. Sobald der Landwirt seinen Kipperinhalt also ins Silo verfrachtet hat, muss er wieder zurück. Alles soll zügig von Statten gehen, der Häcksler nicht lange zur Ruhe kommen. Viele regionale Bauern haben ungefähr 10 Hektar Mais. Dies zu häckseln dauert in etwa 6 Stunden. Zeit ist bekanntlich Geld. Auch in der Landwirtschaft. Weil nicht jeder Bauer einen Maishäcksler hat, werden Lohnunternehmen beschäftigt. Diese haben einen straffen Zeitplan, der eingehalten werden muss. Darum ist es auch keine Seltenheit, dass laut brummende Traktoren samt vollem Anhänger und immer mal wieder auch ein großer, oftmals grüner Häcksler unterwegs sind. Diese sind ca. 4 Meter breit, und haben 300 PS im Gepäck. Wer auf dem Land sonst stets die Ruhe genießt, hat es aktuell oft mit vielen lauten Fahr- und Brummgeräuschen zu tun. Teils bis 23 Uhr brettern die einzelnen Landwirte mit den voll beladenen Wägen zum eigenen Hof. Ortsdurchfahrten zu so später Stunde sind keine Seltenheit. Ein Nachtfahrverbot besteht in diesem Fall nicht. Die Arbeit muss gemacht werden.

Silos der Landwirte bleiben leer

Erhöhte Unfallgefahr

Ein viel größeres Problem stellt oft der weiche Acker dar. Die nasse Erde klemmt sich zwischen die Profile der Reifen, dreckverschmierte Straßen sind die Folge. Hier gilt äußerste Vorsicht! Denn die Unfallgefahr durch mit Erde verdrecktem Asphalt ist enorm hoch. Bis zu einem halben Halber Tag für 10 Hektar. Heuer geht’s etwas schneller, weil die Ernte mager ausfällt.

Ertrag äußerst schlecht

Überwiegend wird gehäckselt. Zum Dreschen sind die Kolben zu grob. Und nicht nur beim Mais merkt man die Auswirkungen durch Hochwasser, Hagel, oder extremen Wetter. Auch die Kartoffelernte ist betroffen: Viele der Bauern hatten schon die Vermutung, dass es schlechten Ertrag geben wird. Oftmals sind die Kartoffelpflanzen an sich wegen zu viel Regen in den Pfingstwochen verfault. Der Sommer hingegen war extrem heiß. Kein ausgeglichenes Wetter, wie es die Kartoffelpflanze so dringend gebraucht hätte. Schade, für jeden Kartoffelbauern, der entweder zur Selbstversorgung angebaut hat, oder aber in den Verkauf gehen wollte.

Quelle: rosenheim24.de

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