Neueste Planänderungen für Wasserburger Ortsteil  

Bahnübergang Reitmehring: Wann kommt endlich der Tunnel? 

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Rund 100 Bürger informierten sich auf der Infoveranstaltung in der Aula der Grundschule Reitmehring über den Sachstand zum Planfeststellungsverfahren "B304 Beseitigung Bahnübergang Reitmehring". 
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Wasserburg - Stau und genervte Gesichter sowohl von Anliegern als auch Pendlern - ein tägliches Bild auf der B304 an den Gleisen des Bahnübergangs Reitmehring. Wann die Lösung in Form des Planfeststellungsverfahrens "B304 Beseitigung Bahnübergang Reitmehring" realisiert wird, weiß allerdings keiner so genau.  

"Seit 14 Jahren wird an einer Verbesserung gearbeitet und nicht nur der Stadt Wasserburg ist es ein Anliegen, die Problematik am Bahnübergang, den täglich 16.000 Fahrzeuge passieren, zu beseitigen. Bis die von der Stadt schon immer favorisierte Tunnellösung kommt, brauchen wir alle Geduld. Langfristig wollen wir die Lebensqualität verbessern, die Schulwegsicherheit erhöhen und den Norden Reitmehrings mit dem Süden verbinden", erklärte Bürgermeister Michael Kölbl auf der Informationsveranstaltung am 1. Oktober in der Reitmehringer Grundschule.

Einwendungen führten zu Änderungen in den Planungen   

Nach dem Erörterungstermin 2018 wurden zahlreiche Einwendungen geprüft, die Planungen überarbeitet. Nun gibt es eine 1. Textur zu dem Planfeststellungsentwurf, in die die Änderungen eingearbeitet wurden. "Eindeutige Verbesserungen" in den Augen des Bürgermeisters: So gebe es unter anderem einen besseren Lärmschutz oder einen geringeren Flächenverbrauch.

Die beiden Ingenieure Sabine Rödl und Bernhard Bauer vom Staatlichen Bauamts Rosenheim erläuterten rund 100 Bürgern die wesentlichen Änderungen in der 1. Textur: 

  • In der Megglestraße wird ein neuer Kreisverkehr als geschlossene Fläche errichtet, die Mittelinsel kann nicht überfahren werden. Dadurch sollen Lärm und Abgase eingegrenzt werden. Lage und Größe des Kreisverkehrs bleiben wie geplant mit einem Durchmesser von 35 Meter und einer Fahrbahnbreite von sieben Meter. 
  • Das Kernstück der Planung ist die Tieferlegung der Bundesstraße 304 in eine Tunneltroglage. Bisher hat die östliche Troglage am Brückenbauwerk der Bürgermeister-Schmid-Straße geendet. Der Trog wird nun um etwa 76 Meter entlang der Anschlussstellen verlängert. Dadurch wird der Platzbedarf reduziert, der Flächenverbrauch vor allem im angrenzenden südlichen Grundstück um circa 25 Prozent minimiert. 
  • Im Osten wurde das Bauende um circa 150 Meter bis zur Einmündung der oberen Salzstraße verschoben. Der entlang der B304 verlaufende Geh- und Radweg mündet hier in den Bestand. 
  • Die Lärmschutzwand wird auf insgesamt 405 Meter verlängert. Die Wand beginnt an der Nord-Ost-Rampe am Ende des verlängerten Troges mit einer Höhe von vier Metern über der Hauptfahrbahn der B304. Etwa 335 Meter lang wird diese Höhe in Richtung Osten beibehalten, bis die Wand bis zu ihrem Ende an der oberen Salzstraße aus bis zu zwei Meter absinkt.  

Diese Planunterlagen und weitere Details der 1. Textur sind noch bis 16. Oktober öffentlich einsehbar - auch auf der Homepage des Staatlichen Bauamts Rosenheim. Bis 31. Oktober können Einwendungen an die Regierung von Oberbayern eingereicht werden. 

Eine Übersicht des geplanten Projekts am Bahnübergang der B304 in Reitmehring. 

Unsicherheit bei Bürgern bleibt 

Die Fragen der Bürger im Anschluss an die Vorstellung der Änderungen gingen über künftige Umleitungen, die im Rahmen der rund dreijährigen Bauphase nötig werden und sich je nach Situation auch kurzfristig ändern können, über den Bestand und Ausbau von Geh- und Radwegen bis hin zu genauen Maßen von Trog, Tunnel und Lärmschutzwand.

Die wesentliche Frage nach Zeitraum einer realistischen Umsetzung des Bauwerks konnte Bauer allerdings nicht beantworten: "Es wäre vermessen hier eine Zahl zu nennen. Gesetzt den Fall wir würden für unsere Planungen einen Planfeststellungsbeschluss bekommen, dann steht den Betroffenen der Rechtsweg offen. Die Erfahrung zeigt, dass Infrastrukturverfahren vor Gericht landen. Die Zeitfristen sind dabei sehr unterschiedlich. Deswegen seien Sie mir nicht böse, aber ich kann einen Zeitrahmen wirklich nicht absehen. Man könnte jetzt phantasieren, was wäre, würde eine Klage ausbleiben, aber das ist Lesen aus dem Kaffeesatz." 

Ein Raunen ging durch die Bürgerreihen, einige schüttelten den Kopf oder winkten ab. Am Ende dieses Infoabends blickt man in verunsicherte Gesichter

Dass eine Lösung kommen soll, ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Situation. Wann der Tunnel am Reitmehringer Bahnübergang aber angepackt werden soll, bleibt unbeantwortet. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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