BOB und Meridian ziehen nach Warnstreik Bilanz

"Das Ersatzkonzept hat sich bewährt!"

+
  • schließen
  • Martin Weidner
    Martin Weidner
    schließen

Landkreis - Viel Geduld brauchten am Dienstagmorgen Pendler und Schüler, die auf den Meridian angewiesen waren. Es gab Streik! Doch inzwischen hat sich der Betrieb wieder normalisiert!

UPDATE 15.05 Uhr: Verkehr hat sich normalisiert

Die Züge von Meridian und Bayerischer Oberlandbahn (BOB) fahren wieder regulär. Seit circa 10 Uhr verkehren die Züge wieder im Fahrplan. Ausnahme sind derzeit noch einige Verstärkerzüge. Insgesamt verzeichnete die Bayerische Oberlandbahn GmbH am Morgen deutlich weniger Fahrgäste. Trotz der kurzfristigen Streikankündigung waren die Kunden jedoch gut informiert. Die meisten Fragen bezogen sich auf die Anerkennung der Tickets in den alternativen Verkehrsmitteln. 

"Das Ersatzkonzept von Meridian und BOB hat sich während des Warnstreiks bewährt. Der Schülerverkehr lief gut. Alle bestellten Busse waren im Einsatz", so Fabian Amini, Technischer Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. "Kurz nach 9.30 Uhr erhöhte sich zeitweise das Fahrgastaufkommen, vor allem in Rosenheim und München. Zu dieser Zeit kam es leider noch zu Verzögerungen, da die streikenden Mitarbeiter erst um 9 Uhr ihre Arbeit wieder aufgenommen hatten und es infolgedessen noch etwas dauerte, bis sich der Betrieb wieder stabilisierte. Ein großer Dank gilt unseren Fahrgäste, die in dieser Ausnahmesituation großes Verständnis zeigten." 

"Die Tarifverhandlungen werden in der nächsten Woche fortgesetzt", erklärt Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. "Hierfür haben wir der EVG ein neues Angebot vorgelegt. Der genaue Termin wird noch vereinbart. Wir gehen aber davon aus, dass das Unternehmen bis dahin nicht mehr bestreikt wird und wir dann eine gute Lösung für alle finden werden."

UPDATE 10.40 Uhr: BOB-Geschäftsführung hofft auf baldige Einigung

Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, ist zuversichtlich, dass die Tarifverhandlungen nun bald beendet sein werden: "Wir gehen davon aus, dass der Streik einmalig war und wir nun eine schnelle Einigung bei den Tarifverhandlungen erzielen. Am Donnerstag werden wir hierfür Sondierungsgespräche aufnehmen." 

"Unsere Fahrgäste haben sich gut auf die Einschränkungen eingestellt und die von uns alternativ eingerichteten beziehungsweise angegebenen Verbindungen genutzt", zieht Fabian Amini, Technischer Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH ein kurzes Fazit. "Die streikenden Mitarbeiter sind pünktlich um 9 Uhr an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt und haben ihre Arbeit wieder aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass sich bei Meridian und BOB bald wieder alles normalisiert hat." 

Währenddessen übte der Fahrgastverband Aktion Münchner Fahrgäste scharfe Kritik am Ausstand der Meridian-Beschäftigten. In einer Mitteilung heißt es, ein so kurzfristig angekündigter Warnstreik sei bei den aktuellen Witterungsbedingungen "frech und unverschämt". Die Tarifautonomie sei zwar ein hohes Gut, aber es erfordere auch einem verantwortungsvollen Umgang damit. 

Aktuelle Informationen zu Zugverspätungen finden Sie auf der-meridian.de

Voting: Ihre Meinung ist gefragt!

UPDATE 9.40 Uhr: Streik beendet - das sagten die Pendler

Eine kleine Umfrage unserer Redaktion am Rosenheimer Bahnhof zeigte, dass die Mehrheit der Meridian-Kunden den Warnstreik am Dienstag offenbar verständnisvoll annahm. Allerdings wurde die Kurzfristigkeit der Streikankündigung und der Schienenersatzverkehr kritisiert. 

Die Stimmen der Meridian-Kunden: 

Das sagen die Rosenheimer zum Meridian-Warnstreik

Erstmeldung am Dienstagmorgen:

Der Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG startete, wie am Montag mitgeteilt, in der Nacht um 2 Uhr. Er soll bis 9 Uhr am Dienstagmorgen anhalten. Auch danach wird es wohl einige Zeit dauern, bis die Züge wieder nach Plan verkehren. 

So sieht es derzeit am Rosenheimer Bahnhof aus: 

Betroffen sind die Strecken München-Rosenheim-Salzburg, München-Rosenheim-Kufstein und Rosenheim-Holzkirchen. Ein Schienenersatzverkehr soll die Pendler und Schüler transportieren. Allein für den Schülerverkehr sollen bis zu 25 Busse fahren, diese halten aber nicht an den Schulen. Auch Sonderzüge für Schüler sollen fahren. 

Eine Alternative für Pendler am Dienstagmorgen ist die Südostbayernbahn der DB, die zwischen Freilassing und München  sowie zwischen Rosenheim und München (von Mühldorf) ohne streikbedingte Beeinträchtigungen verkehrt. Außerdem fahren Fernverkehrszüge von Salzburg und Kufstein in Richtung München und andersherum - allerdings zu den üblichen DB-Fernverkehrpreisen. 

Auf den Strecken Holzkirchen – München, Grafing Bahnhof – München, Kreuzstraße – München und Donnersbergerbrücke – Solln/München können Reisende die S-Bahnen nutzen.

Für den Schülerverkehr wird mit Bussen folgender Not-Ersatzfahrplan gefahren: 

7:18 Uhr Brannenburg Bahnhof - Rosenheim Bahnhof (Pendelverkehr)

7:24 Uhr Freilassing Bahnhof - Traunstein Bahnhof (Pendelverkehr)

7:21 Uhr Westerham Bahnhof - Bruckmühl Bahnhof (Pendelverkehr) 

7:35 Uhr Rosenheim Bahnhof - Bad Aibling Bahnhof (Pendelverkehr) 

7:44 Uhr Bernau Bahnhof - Traunstein Bahnhof (Pendelverkehr)

Den detaillierten Ersatzfahrplan für Schüler können Sie hier herunterladen.

Folgende Züge werden heute, trotz aktueller Streikmaßnahmen, planmäßig verkehren: 

M 79060 (Kufstein ab 06:29 Uhr in Richtung München Hbf) 

M 79059 (München Hbf ab 7:44 Uhr in Richtung Kufstein) 

M 79011 (München Hbf ab 08:54 Uhr in Richtung Salzburg Hbf)

Alle Infos zum Ersatzkonzept unter der-meridian.de.

Darum geht es bei dem Warnstreik

Die Gewerkschaft EVG will durchsetzen, dass interne Dienstfahrten von einem Einsatzort zu einem anderen immer zu einhundert Prozent als Arbeitszeit angerechnet werden. 

"Wenn ein Kollege aus der Dienststelle Freilassing nach München fahren muss, um dort einen Zug zu übernehmen, bekommt er für die eineinhalbstünde Fahrgastfahrt nur 50 Prozent seines Gehalts. Das ist nicht akzeptabel", hießt es in einer Pressemitteilung der EVG. 

Dagegen heißt es in einer eigenen Meridian-Pressemitteilung: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass die EVG trotz unseres umfangreichen Tarifangebotes unsere Fahrgäste in der Kälte stehen lässt."

mg/Pressemeldung Meridian/mw

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser