Nach Einbruchsserie verurteilt

Er lebte Monate im Wald - jetzt muss er in Haft

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Der als "Waldläufer" bekannt gewordene mutmaßliche Einbrecher steht in Hof vor Gericht.

Hof - Ein dreiviertel Jahr schaffte es ein 62-jähriger gebürtiger Tscheche die Polizei an der Nase herumzuführen und sich im Wald zu verstecken. Der Mann soll in mehrere Jagd- und Wochenendhütten eingebrochen sein. Jetzt wurde er verurteilt.

Zehn Monate lang verübte er im Fichtelgebirge Einbrüche, nun ist ein als „Waldläufer“ bekanntgewordener Mann zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Hof sprach den 62-Jährigen am Mittwoch schuldig. Der Mann hatte zuvor die Vorwürfe eingeräumt: Rund 90 Mal brach er von April 2014 bis Januar 2015 im Landkreis Wunsiedel in Wochenendhäuser sowie Fischer- und Jagdhütten ein.

Dabei stahl er Dinge, die er für sein Überleben in den Wäldern brauchte, oder aß die Vorräte in den Hütten gleich auf. Laut Staatsanwaltschaft erbeutete der „Waldläufer“ bei seinen Einbrüchen Gegenstände und Lebensmittel im Wert von etwa 1200 Euro. Der Schaden an den Hütten lag bei 6400 Euro.

Der 62-Jährige ist nach eigenen Angaben völlig mittellos, wegen Einbrüchen saß er bereits in seiner Heimat Tschechien und auch in Österreich in den vergangenen Jahren im Gefängnis. Auch hier hatte er sich zuvor jeweils im Wald versteckt.

Die Polizei in Oberfranken kam dem Mann lange nicht auf die Schliche. Nach einem Einbruch im Januar konnten sie dann aber seine Fußspuren zurückverfolgen - sie fanden ihn in seinem selbst gebauten Unterschlupf. Der „Waldläufer“ hat derweil in der Bevölkerung große Sympathien geerntet. Sein Anwalt berichtete, es würden in seiner Kanzlei Hilfsgüter für den Mann abgegeben.

dpa

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