Bomebenleger Murrahem D.

Brandanschläge von Waldkraiburg Thema im Bundestag

Polizeipräsidium Oberbayern Süd/privat (Montage)

Waldkraiburg/Berlin - Die Taten des "Bombenlegers von Waldkraiburg" Murrahem D. sorgten bundesweit für Aufsehen. Nun sind die Brandanschläge Thema im Innenausschuss des Bundestages.

Auf Antrag der Fraktion "Die Linke" setzt sich der Ausschuss am Mittwoch (27. Mai) mit einem Bericht der Bundesregierung auseinander, der Einblicke in den Stand der Ermittlungen der Anschlagsserie geben soll. 


Der heimische Bundestagsabgeordnete der CSU,Stephan Mayer, will sich in dem Ausschuss stärker für die Bekämpfung von politisch motivierten Straftaten: "In meiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium sowie als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Altötting/Mühldorf am Inn, werde ich mich persönlich im Rahmen aller meiner politischen Möglichkeiten bundesweit und im Besonderen für meine Wahlkreisregion konsequent für eine noch stärkere Bekämpfung politisch motivierter Straftaten einsetzen.“

Die Taten von Murrahem D.

Im Zeitraum von 16. April bis 6. Mai hatte Murrahem D. mehrere Anschläge auf türkischstämmige Läden im Stadtgebiet Waldkraiburg verübt. 


Vier Geschäfte wurden innerhalb weniger Wochen zu Zielen des Attentäters. Während es bei einem Friseur, einer Pizzeria und einem Döner-Laden beim Einwerfen der Scheiben und Verteilen einer übel riechenden Flüssigkeit blieb, wurden bei einem Brandanschlag auf ein Lebensmittel-Geschäft sechs Menschen verletzt. In allen Fällen waren türkische Familie betroffen.

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

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Der Verdacht der Opfer, dass gezielte Anschläge dahinter stehen, bewahrheitete sich mit der Festnahme von Muharrem D. Der 25-Jährige trug bei seiner Festnahme mehrere Rohrbomben bei sich und plante offenbar weitere Anschläge. Neben seinem "Hass auf Türken" bekannte er sich in den polizeilichen Vernehmungen auch zum Islamischen Staat (IS).

Anklage der Generalbundesanwaltschaft

Laut Generalbundesanwaltschaft habe der Angeklagte Muharrem D. seit 2017 einen Prozess der religiösen Radikalisierung durchlaufen und wurde Anhänger eines islamistisch-jihadistischen Weltbildes sowie der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“.

Zudem habe er im Zusammenhang mit dem Agieren des türkischen Staates im Syrienkonflikt sowie dessen Umgang mit bestimmten Predigern in der Türkei einen nachhaltigen Hass auf den türkischen Staat und Menschen türkischer Abstammung entwickelt. Daher habe er den Entschluss gefasst, Anschläge auf Mitbürgerinnen und Mitbürger türkischer Herkunft zu verüben und damit eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt herbeizuführen.

Großeinsatz der Polizei am Bahnhof Mühldorf

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Der Attentäter hatte zudem die Absicht, im Zeitraum vom 15. bis 17. Mai 2020 Anschläge auf mehrere Moscheen des Dachverbandes DITIB im näheren Umkreis von Waldkraiburg zu begehen. Anschließend wollte er das türkische Generalkonsulat in München sowie mit einer Bombe die DITIB-Zentralmoschee in Köln angreifen. Bei den Anschlägen auf die Moscheen wollte er die jeweiligen Imame erschießen.

Er ist nun wegen 27-fachen Mordes angeklagt.

Neues Zuhause für Obsthändler

Währenddessen hat ein ortsansässiges Unternehmen den betroffenen Besitzern des in Flammen aufgegangenen Obstladens eine vorübergehende Bleibe in Containern geboten. 

Den Stellplatz stellt die Stadtverwaltung Waldkraiburg gebührenfrei zur Verfügung.

fgr

Quelle: innsalzach24.de

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