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Bei Pressegespräch in Waldkraiburg

Regionale Automobilzulieferer: "Diesel-Debatte endlich beenden"

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Von links: Christian Graf von Bentzel-Sternau, Vorsitzender des Vorstands, TachoEASY AG, Rohrdorf und Vorstandsjunior im Vorstand Südost-Bayern des bayme; Irene Wagner, Geschäftsführerin psm protech GmbH & Co. KG, Marktschellenberg; Dr. Dietmar Klein, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern

Waldkraiburg - Bei einem Pressegespräch in Waldkraiburg erklärten lokale Automobilzulieferer ihre Sichtweise auf die Diesel-Debatte.

"Die Automobil- und Zulieferindustrie sind für Bayern und die Region von essentieller Bedeutung", so Dr. Dietmar Klein, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern im Rahmen eines Pressegesprächs über Chancen und Herausforderungen der Automobil- und Zulieferindustrie in Ober- und Südostbayern. "Gegenwärtig befindet sie sich in einem großen Strukturwandel. Um weltweit Leitregion für das Automobil zu bleiben, müssen wir den Wandel bei den Antriebstechnologien als Innovationsführer aktiv gestalten." 

In zwei aktuellen Studien hätten die Verbände bayme vbm und vbw analysiert, wie sich die Veränderungen auf die bayerische Automobil- und Zulieferindustrie auswirken. "In den nächsten zehn Jahren ist ein weiteres Wachstum möglich, das maßgeblich auch noch von Autos mit Verbrennungsmotor getragen wird, bevor sich neue Antriebstechnologien in nennenswerten Größenordnungen durchsetzen." Auch der Diesel werde auf viele Jahre unverzichtbar bleiben.

"Diesel-Debatte endlich beenden"

"Das ist ein weiterer Grund, die Diesel-Debatte endlich zu beenden. Die ganze Diskussion um eine Technologie, in der Deutschland weltweit führend ist, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen und bayerischen Automobilstandortes. Diesel-Fahrverbote sind kontraproduktiv, wir lehnen sie strikt ab." Handwerk und Gewerbe seien auf umfassende Transportmöglichkeiten existenziell angewiesen. "Ich selbst bin schockiert, wie derzeit der Verbrennungsmotor, eines der Standbeine unserer Wirtschaft schlecht geredet wird!"

Dr. Dietmar Klein, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern

"Der Diesel wird auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes eine entscheidende Rolle spielen und darf nicht verteufelt werden." Mit der CO2-Gesetzgebung in Europa sei man auch mittelfristig auf moderne Diesel-Motoren angewiesen. "Der Weg zu einer emissionsarmen Mobilität führt nicht über Quoten und Verbote, sondern über innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, etwa für die Elektromobilität oder das autonome Fahren." 

"Spüren Verunsicherung der gesamten Branche"

Beide Studien zeigten, dass bayerische Unternehmen im kommenden Jahrzehnt im Bereich der konventionellen Antriebe mit dem Markt weiter wachsen würden. "Die starke Präsenz des Verbrennungsmotors hat ihren Grund darin, dass Verbrennungsmotoren zuverlässig sind, noch immer ein erhebliches Entwicklungspotenzial haben und für manche Einsatzzwecke schwer wegzudenken sind." Gleichzeitig hätten die bayerischen Unternehmen im weltweiten Vergleich bei Elektro- und Hybridantrieben sowie der Automatisierung und Vernetzung überdurchschnittliche Anteile. "Wir müssen sie dabei unterstützen, diesen Strukturvorteil zu nutzen."

Irene Wagner, Geschäftsführerin psm protech GmbH & Co. KG, Marktschellenberg

"Unsere Auftragsbücher sind voll, aber wir spüren momentan die große Verunsicherung der gesamten Branche, da unsere Abrufe teilweise erheblich schwanken und Prognosen kaum noch möglich sind", berichtete Irene Wagner, Geschäftsführerin psm protech GmbH & Co. KG, Marktschellenberg, "Zudem erleben wir in den letzten Monaten einen erheblichen Druck, die Preise zu senken. In dieser Situation können wir gar nicht schnell genug Innovationen vorantreiben und Produktivitätssteigerungen realisieren, um die erheblichen Belastungen auszugleichen.“

"Die Automobilindustrie ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in Bayern. Sie erlöst nicht nur überdurchschnittliche Einkommen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch die Steuern auf Unternehmensgewinne und Arbeitseinkommen sind wichtig – sie geben der bayerischen Politik die Spielräume, jene Lebensqualität zu erhalten, für die unser Land berühmt ist." Deswegen müsse von der "populistischen und panischen Verteufelung des Automobils" nun wieder Abstand genommen und die Themen angepackt werden, welche die Industrie wirklich zukunftssicher machten. "Es muss für den Strukturwandel eine gemeinsame Innovationsstrategie von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geben."

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