Beispiel Foodtruck-Festival in Waldkraiburg

Sorgen um die Existenz - Was Corona für Event-Gastronomen bedeutet

Waldkraiburg - Am Samstag und Sonntag hätte eigentlich ein großes, buntes Foodtruck-Festival stattfinden sollen, das nun aber wegen des Coronavirus abgesagt wurde. Wir haben den Veranstalter gefragt, was das für ihn bedeutet.

Niemand hat Jörg Diemb von der Diemb Gastronomie GbR untersagt das geplante Festival abzuhalten."Die Auflagen, die wir zum Infektionsschutz bekommen haben, wären nicht ganz einfach umzusetzen gewesen, aber durchaus machbar." Auch war es bei weitem nicht so, dass ihm die Entscheidung leicht gefallen wäre. "Da floss ja im Vorfeld eine Menge an Planung, Abstimmung mit teilnehmenden Foodtruck-Betreibern und so weiter hinein. Und das Wetter wäre ja auch dieses Wochenende ideal gewesen!" Es war letzten Endes die Ungewissheit, ob am Ende nicht doch eine Absage verordnet wird, die der Veranstaltung ein Ende machte.


Schon die Auflagen zum Infektionsschutz seien durchaus hoch gewesen. Unter anderem hätte es Waschbecken zum Händewaschen mit warmen Wasser in ausreichender Zahl gebraucht. "Das ist nicht unmöglich, aber Warmwasser auf einem Stadtplatz zu haben ist nicht so ganz einfach." Weiterhin hätte die Zahl der Besucher begrenzt und Ordner darauf achten müssen, dass niemand mit Krankheitssymptomen das Gelände betritt. "Das ist auf dem Sartrouvilleplatz an sich einfach nicht zu machen. Das ist ja die Natur eines Platzes, dass er nach allen Seiten offen ist.Wir hätten das komplett mit Bauzäunen umgeben und Eingangskontrollen veranstalten müssen. Das wäre ein enormer Aufwand gewesen, den wir noch dazu in kurzer Zeit hätten machen müssen."


Natürlich seien all diese Auflagen an und für sich nicht unmöglich umzusetzen. "Aber wie gesagt: Es kann sich ja alles schlagartig ändern. Da würden wir dann einen Haufen Geld und Arbeitszeit reinstecken und am Ende wird dann doch durch die Behörden verfügt, dass wir abbrechen müssen. Das ist einfach zu viel Aufwand bei zu viel Unsicherheit!" Die momentane Ungewissheit sei überhaupt frustrierend für seine Branche. "Ich höre das derzeit von vielen Kollegen: Die bangen um ihre Existenz."

Der Sartrouville-Platz in Waldkraiburg:

Diemb: Politik muss auch an Veranstalter und Gastronomen denken 

Infos zum Coronavirus:

Diemb betont, er sehe nun die Landes- und Bundespolitik in der Verantwortung, auch an die Veranstalter von abgesagten Veranstaltungen beziehungsweise die betroffenen Gastronomen zu denken. "Das aktuelle Maßnahmenpaket, das Geld für Kurzarbeit und so weiter beinhaltet ist ja schön und gut für die Betroffenen. Aber unsereinem, Gastwirten und Unternehmern die jetzt so etwas lange im Voraus geplant haben, nützt das leider nix. Dabei ist das ja unsere Existenz! Wenn wir keine Veranstaltungen haben, auf denen wir die Bewirtung machen, haben wir nichts!" Er selbst betreibe auch Foodtrucks und verfolge nun bang die immer zahlreicheren Absagen von Großveranstaltungen, die er mit bewirtet hätte.

"Was leider auch die wenigsten bedenken: So etwas wie ein Foodtruck-Festival kann man nicht einfach zu einem beliebigen Termin nachholen", gibt Diemb zu bedenken. "Die ganzen Foodtruck-Betreiber, aber auch die übrigen Schausteller und beispielsweise auch die Künstler die aufgetreten wären, haben ja ihr Geschäfts-Jahr in der Regel auch schon durchgeplant." Er hoffe nun, dass bald absehbar wird, wie lange die aktuelle Situation noch anhält.

"Wir machen da auch den Behörden vor Ort keinen Vorwurf. Im Gegenteil: W ir können das Verhalten vom Ordnungsamt der Stadt und dem Gesundheitsamt beim Landratsamt nur loben", betont Diemb. "Die sind uns wirklich entgegengekommen, haben versucht gemeinsam eine Lösung zu finden. Mir ist auch klar, dass nicht sie sich diese Auflagen haben einfallen lassen, sondern dass die von deren vorgesetzten Behörden kommen." 

hs

Quelle: innsalzach24.de

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