Nach der Abschiebung der 34-jährigen Mary

Wie laufen Abschiebungen ab? 

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Wie viele Abschiebungen gab es im Landkreis Rosenheim im Jahr 2014? Wie viele bislang in diesem Jahr?
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Wasserburg – Die Nachricht, dass die 34-jährige Mary am vergangenen Donnerstag nach Tschechien abgeschoben wurde, wirft Fragen auf. Wie laufen Abschiebungen ab, wer ist für welche Ausführung verantwortlich? Wir haben nachgefragt.

Mit einem Koffer persönlicher Dinge und den wichtigsten Unterlagen im Gepäck wurde die 34-jährige Mary aus Nigeria am Donnerstag vom Haus im Stadtgebiet Wasserburg abgeholt und durch die Polizei an die tschechische Grenze gebracht. Dort wurde sie den Behörden übergeben.

Warum dieser Verlauf, warum wurde Mary ausgerechnet nach Tschechien gebracht? Eine Antwort kommt jetzt von Oliver Winter vom Landratsamt Rosenheim. „Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prüft alle eingehenden Asylanträge und hat im Fall der 34-Jährigen eine Abschiebeanordnung getroffen“. Winter betont, dass die Abschiebung in den dritten Herkunftsstaat angeordnet wurde.

Der Hintergrund

Mary kam über Tschechien nach Deutschland. Bereits in Tschechien habe sie einen Antrag auf Asyl gestellt. Und auch nach der Ankunft in Deutschland sei durch die 34-Jährige ein weiterer Asylantrag gestellt worden. Diesmal in Deutschland. Europaweit wird jedoch die Registrierung der Asylbewerber zentral durchgeführt. „Zwei Asylanträge gibt es nicht, darum wurde bei der Prüfung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Abschiebeanordnung getroffen“, heißt es von Winter im Gespräch mit wasserburg24.de. Dagegen habe sie laut Landratsamt geklagt, diese Klage habe keinen Erfolg gehabt, so Winter. Darum sei Mary nun nach Tschechien zurück geschickt worden. „Sie kam in das Land, in dem sie erstmals Asyl beantragt hatte“, erklärt Oliver Winter weiter.

Wie viele Abschiebungen gab es?

Die Zahl der Abschiebungen im Landkreis Rosenheim waren bislang nicht bekannt. Auf Nachfrage von wasserburg24.de erläutert Oliver Winter: „Im Jahr 2014 gab es im gesamten Landkreis Rosenheim neun Abschiebungen, die ausgeführt wurden, im Jahr 2015 bislang zwei, darunter auch die 34-jährige Nigerianerin“. Die Menschen, die abgeschoben werden, kämen überwiegend in das „sichere dritte Herkunftsland“, in dem sie bei der Einreise nach Europa bereits Antrag gestellt hätten. Von hier aus müssten sie dann das Asylverfahren durchlaufen, erklärt Winter.

Ablauf

Wie läuft der bürokratische Weg der Abschiebung? Das Landratsamt Rosenheim erhält durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Information, dass die Abschiebung bevorsteht, danach werden durch das Landratsamt die notwendigen Papiere für die jeweilige Person fertiggestellt. Anschließend wird der Betroffene an die Grenze des ursprünglichen Herkunftslandes verbracht, an die dortigen Behörden übergeben.

Quelle: rosenheim24.de

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