Diese Einteilung ist auch für die Region gültig

"Fifty shades of green" oder: Die drei Definitionen des Frühlings...

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Landkreis - Das Wort Frühling ist momentan in aller Munde. Er ist auch schwer zu übersehen, die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel und die Temperaturen steigen. Aber was eigentlich ist der Frühling?

Es gibt verschiedene Definitionen von Frühling, und damit ist jetzt nicht die Tatsache gemeint dass für manche Menschen schon ab 10°C der Frühling beginnt und andere noch bei 20°C frieren, sondern die verschiedenen wissenschaftlichen Definitionen von Frühling. Denn auch hier gibt es verschiedene, wie uns die Kollegen vom Unwetterservice Südostbayern nun zeigen.

Der kalendarische Frühling

Beginnen wir mit dem kalendarischen Frühling. Der kalendarischen Frühling orientiert sich am Frühlings-Äquinoktium, der Frühlingstagundnachtgleiche, welches zwar jedes Jahr um knapp sechs Stunden variiert, aber immer zwischen dem 19. und 21. März stattfindet. Als Tagundnachtgleiche bezeichnet man den Moment, an dem die Sonne mit ihrer Bahn über den Äquator auf die Nordhalbkugel wandert. 

Das passiert aber jedes Jahr circa sechs Stunden (5:49 Stunden) später, was die Einführung des julianischen Kalenders mit seinen Schaltjahren nötig machte. Denn ohne die Schaltjahre würde der Frühlingsanfang jedes Jahr weiter und weiter nach hinten wandern und wir hätten irgendwann einmal den ersten Tag des Frühlings im Dezember. Mit dem astronomischen Sommerbeginn zur Sommersonnenwende am 21. Juni endet der Frühling gegenwärtig immer am gleichen Tag.

Der meteorologische Frühling(sanfang)

Dann gibt es noch den meteorologischen Frühlingsanfang. Dieser ist jedes Jahr am 1. März. Der Grund, dass der kalendarische und der meteorologische Frühlingsanfang so weit auseinander liegen, liegt einfach daran: Meteorologen erstellen Statistiken über Wetter und Temperaturen und sind deshalb auf festgelegte Zeiträume angewiesen um besser vergleichen zu können. 

Sie rechnen in Quartalsblöcken: die Frühlingsmonate sind März bis Mai, der Sommer geht von Juni bis August, der Herbst von September bis November und der Wintermonate sind Dezember, Januar und Februar. Diese Einteilung in feste Blöcke eignet sich besser für Klimavergleiche und Monatsmittelwerte, deshalb beginnt der meteorologische Frühling immer am 1. März. 

Der phänologische Frühling

Die Forsythie in Nahaufnahme

Und dann gibt es noch den phänologischen Frühling. Das ist der Frühling, den man in der freien Natur ablesen kann. Die Phänologie befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur. In der Phänologie wird der Frühling in drei Stufen eingeteilt: Vorfühling, Erstfrühling und Vollfrühling.
Der Vorfrühling wird durch die Blüte von Schneeglöckchen und Hasel eingeleitet. Daher bemerken leider die auf Pollen allergischen Personen meist als erstes dessen Beginn. Die Forsythienblüte leitet den Erstfrühling ein und die Apfelblüte den Vollfrühling. Da der Zeitpunkt wann diese Ereignisse stattfinden aber von Landstrich zu Landstrich variieren, kann es durchaus sein, dass man in Berchtesgaden noch früh im Vorfrühling steckt, Bad Reichenhall aber schon erste Anzeichen des Erstfrühlings zeigt. 

SERVICE: Die aktuellen Blühphasen (DWD)

Genauso wandert der Frühling von Süden nach Norden. Wenn man sich einmal ganz Europa ansieht beginnt der Frühling in Portugal und macht sich über Spanien, Frankreich und Deutschland auf den Weg bis nach Finnland. Das macht er mit einer statistischen Geschwindigkeit von rund 30 bis 40 km pro Tag. Die iberische Halbinsel kann sich als erstes über warme Frühlingstage freuen. In Portugal und Spanien beginnt also meist der europäische Frühling. Mit einer südwestlichen Strömung können sich dann die milderen Luftmassen langsam über Frankreich nach Deutschland ausbreiten. Rein statistisch beginnt der Frühling in Freiburg 44 Tage, in Köln 49 Tage und in Berlin 60 Tage später als im Südwesten Europas. Allein in Deutschland braucht der Frühling also ungefähr 20 bis 25 Tage um sich von Süd nach Nord auszubreiten

Genauso dauert es auch bis der Frühling die Höhenlagen erreicht: im Schnitt schafft er 33 Höhenmeter pro Tag. Wie weit das Datum des Frühlingsbeginns variieren kann zeigt die Blüte der Forsythie, also der Beginn des Erstfrühlings. In Hamburg wird ihr Blühbeginn seit über 70 Jahren aufgezeichnet. Die bisher frühste Blüte gab es hier an einem 15. Februar (2002), wogegen die späteste Blüte erst an einem 25. April (1970) verzeichnet worden ist. Der phänologische Frühling endet mit dem Frühsommer. Dieser beginnt mit der Hollerblüte (schwarzer Hollunder). Wann das heuer der Fall sein wird, steht aber noch in den Sternen... 

Frühling ist nicht gleich Frühling

Wie man sieht: Frühling ist nicht gleich Frühling. Und auch sein Beginn, die Dauer und das Ende sind recht flexibel. Aber egal wie man Frühling definiert, 2019 beginnt er in Südostbayern spätestens am 20. März um 22.58 Uhr. Denn meteorologisch gesehen haben wir die ersten 20 Tage schon hinter uns. Und auch phänologisch befinden wir uns an den meisten Orten in der Region gerade an der Schwelle vom Vorfrühling zum Erstfrühling.

Wie gestaltet sich der Frühling in Südostbayern? 

Aus den Messungen seit 1961 lassen sich bestimmte Durchschnittswerte für die Dauer des meteorologischen Frühling ablesen. Ein Wert wäre die Durchschnittstemperatur, im Frühjahr liegt diese bei uns zwischen 2°C an den Bergen und 10°C im Raum Altötting

SERVICE: Der Klimaatlas des Deutschen Wetterdienstes (DWD)

Das hört sich jetzt kalt an, aber aufgeschlüsselt ergeben sich da schon ganz andere Zahlen: Zum Beispiel haben wir hier in Südostbayern im Schnitt 100 bis 120 Tage mit Frost, aber auch schon 30 bis 40 Sommertage, also Tage mit einer Temperatur über 25°C. Auch Hitzetage mit über 30°C sind durchaus mit dabei, durchschnittlich sind es zwei bis sechs. Der Niederschlag sollte 1000 bis 1800mm und in den Bergen bis 2200mm betragen, um als ein Durchschnittsjahr zu gelten. 

mw (mit Material von Unwetterservice Südostbayern)

Quelle: rosenheim24.de

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