Wetter erschwert Rettung

Höhlen-Drama: Bergwacht legt Telefonkabel

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Berchtesgaden - Seit Tagen liegt der verletzte Höhlenforscher in der Riesending-Schachthöhle. Nach Angaben der Bergwacht soll der Transport bald beginnen. Jetzt wollen die Rettungskräfte mit einem Telefonkabel die Kommunikation erleichtern.

Update 1: Die Bergwacht hofft, telefonisch Kontakt zu dem verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser aufnehmen zu können. „Das Höhlentelefon wird bis zum Patienten runterverlegt“, sagte der Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider, am Freitag in Berchtesgaden. Die Retter sollen, während sie in die Riesending-Schachthöhle steigen, Kabel verlegen. Bislang gebe es von dem Verletzten und seinen Ärzten nur „wortweise SMS-Meldungen“ über ein spezielles Textsystem. „Wir haben immer wieder Zeiten, Stunden ohne Meldung.“ Darum sei auch nicht klar, wann der schwierige Transport des Verletzten ans Tageslicht beginne. „Wir erwarten stündlich genau so gespannt wie Sie die Meldung des Beginns des Transportes.“

Wie lange der beschwerliche Aufstieg dauern wird, ist nach Bergwacht-Angaben ebenfalls unklar. „Höhle heißt warten“, sagte Schneider. „Die bisherige Kalkulation mit einer Woche bleibt bestehen, tendenziell eher länger.“

Dafür ist fast sicher: Der Schwerverletzte muss nicht in der Riesending-Schachthöhle operiert werden. „Es kommt zu keiner Operation im Moment in der Höhle. Es ist auch nicht geplant“, sagte der Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider, am Freitag in Berchtesgaden. „Bei diesem Verletzungsmuster sind Schwellungen zu erwarten. Wir sind aber heute in einem Bereich, in dem nicht mehr mit Schwellungen zu rechnen ist.“ Für den Fall, dass Westhausers Schädeldecke geöffnet werden müsse, liege ein Bohrer am Höhleneingang bereit, es deute aber derzeit nichts darauf hin.

Heute morgen hatte die Bergwacht bekannt gegeben, dass der Transport des schwer verletzten Höhlenforschers unmittelbar bevor seht. „In den nächsten Stunden wird es losgehen“, sagte eine Sprecherin am Freitagmorgen. Einen genauen Plan, welche Strecke pro Tag in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden zurückgelegt werde, gebe es nicht. „Das hängt ja immer von seinem Zustand ab.“ Auf der kompletten Strecke gebe es unwegsame Stellen, sagte die Sprecherin - zusätzlich zu langen Abseilstrecken. „Die sind mit einem Verletzten natürlich ganz schwierig zu bewerkstelligen.“

Der Zustand des Verletzten, der von zwei Ärzten betreut werde, sei stabil. Der 52-Jährige hatte am Sonntag durch einen Steinschlag ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und ist seitdem in der Höhle in 1000 Metern Tiefe gefangen.

Der Wetterumschwung erschwert allerdings die Rettungsarbeiten für den schwer verletzten Forscher. Eine dichte Wolke verhindere Hubschrauberflüge zum Höhleneingang, teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes am Freitagmorgen mit. Es gebe aber noch Alternativen: „Sollte der Nebel weiter Sichtflüge unmöglich machen, so wäre auch ein Transport mit der Materialseilbahn (...) oder mit Tragtieren denkbar.“ Forstarbeiter und die Bergwacht hatten am Donnerstag einen Landeplatz am Höhleneingang gebaut - für den Transport von Material und Helfern.

Mitarbeiter der Bergwacht hatten gestern Abend und in der Nacht weiter den Transport des schwer verletzten Forschers Johann Westhauseraus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden vorbereitet. Die Einsatzkräfte arbeiteten daran, den Weg in der Höhle mit Seilzügen zu sichern und Hindernisse aus dem Weg zu räumen, teilte ein Sprecher der Bergwacht Bayern am Freitagmorgen mit: „Für eine Rettung brauchen wir mehr Infrastruktur, für die das Material gebracht und eingebaut werden muss.“

am/dpa

Tag 5: Der Forscher ist transportfähig - alle Infos im Überblick

Tag 4: Zwei Ärzte sind auf dem Weg in die Tiefe - alle Infos im Überblick

Tag 3: Rettung soll drei bis fünf Tage dauern - alle Infos im Überblick

Bilder von der Rettungsaktion an der Riesending-Schachthöhle am Untersberg

Bilder von der Rettungsaktion an der Riesending-Schachthöhle am Untersberg

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