"Cooler" Bursche beleidigt Polizisten

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Landkreis - Ernüchternd fällt die Polizei-Bilanz nach einer zweiwöchigen Schwerpunktkontrolle aus. Die Beamten hatten dabei auch mit einigen kuriosen Fällen zu kämpfen.

Wie angekündigt, führten Beamte der Verkehrspolizei Rosenheim und Holzkirchen in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus München in den ersten beiden Juliwochen tägliche Schwerpunktkontrollen auf den Autobahnen A8 und A93 durch. Auch die Straßen in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach wurden verstärkt überwacht.

„Bayern mobil – sicher ans Ziel“

Durch die Aktion wurde auch das bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ umgesetzt. Hier sollen unter anderem die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht und Verkehrsunfälle mit getöteten und verletzten Personen durch Bekämpfung der Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, Sicherheitsabstand und Fahruntüchtigkeit infolge Alkohol, Drogen und Übermüdung reduziert werden. Auch die Ahndung von Aggressionsdelikten im Straßenverkehr wie dichtes Auffahren, Drängeln und Schneiden stand bei der Kontrollaktion ebenfalls mit im Vordergrund.

An diversen Unfallschwerpunkten erfolgten dazu Geschwindigkeitsmessungen mit sofortiger Anhaltung sowie Alkohol-, Drogen-, Gurt- und Abstandskontrollen. Die Beamten führten dabei viele Gespräche mit beanstandeten Verkehrsteilnehmern, um durch Argumente und Appelle eine Einstellungs- und Verhaltensänderung zu bewirken. Durch eine speziell geschulte Einsatzgruppe wurde auch der Schwerlastverkehr ins Visier genommen.

1.274 beanstandete Verkehrsteilnehmer

Das Ergebnis zeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer immer noch leichtsinnig mit ihrem Leben und dem Leben anderer im Straßenverkehr umgehen. Von den eingesetzten Beamten mussten eine Vielzahl von Rasern, Dränglern, verkehrsuntüchtigen Fahrzeugführern sowie mangelhafte Autos, Kleintransporter und Lastwagen aus dem Verkehr gezogen werden.

Die Bilanz der umfangreichen Kontrollen fällt ernüchternd aus:

38 Strafanzeigen, Haftbefehle und Fahndungstreffer

920 Bußgeldanzeigen

316 gebührenpflichtige Verwarnungen

Von ausländischen Verkehrsteilnehmern wurden zur Sicherung des Straf- bzw. Bußgeldverfahrens insgesamt 287 Sicherheitsleistungen mit einem Gesamtbetrag in deutlich fünfstelliger Höhe noch an Ort und Stelle einbehalten.

Bei neun Autofahrern wurde sofort die Weiterfahrt unterbunden, da sie unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen. Den unrühmlichen Spitzenwert erreichte ein 52-jähriger aus einer Chiemsee-Gemeinde. Er war mit seinem Wagen um die Mittagszeit mit fast 1,3 Promille unterwegs. Seinen Führerschein durfte er gleich vor Ort abgeben.

Gegen einen 25-jährigen Rumänen bestanden gleich fünf Fahndungsausschreibungen. Er wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt und im Anschluss in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

17 Personen in Kleintransporter

Ein spezielles Augenmerk hatte man an mehreren Tagen auch auf Kleintransporter geworfen. Hier waren in erster Linie unzureichende Ladungssicherung, erhebliche Überladung und technische Mängel zu beanstanden. Aus einem Ford Transit mit acht Fahrgastplätzen stiegen an der Kontrollstelle 17 (!) Personen aus; darunter auch Kleinkinder. Die rumänisch-bulgarische Reisegruppe war in Richtung Norddeutschland unterwegs. Ein Teil der Reisegruppe setzte die Fahrt im Anschluss mit der Bahn fort.

Der Transporter eines griechischen Lkw-Fahrers wurde wegen erheblicher technischer Mängel und weiterer Verstöße abgestellt. Als er am nächsten Tag mit seinem Chef zurückkam, fuhren sie mit einem Fahrzeug vor, dessen Versicherungsschutz bereits erloschen war.

Auch viel zu schnell und zu riskant fahrende Motorradlenker konnten insbesondere auf der sogenannten Sudelfeldstrecke aus dem Verkehr gezogen werden.

Im Vorbeifahren die Polizei beleidigt

Besonders „cool“ zeigte sich ein Bursche aus Nussdorf am Inn, der als Beifahrer im Auto seines Spezl unterwegs war. Sie fuhren langsam an einer eingerichteten Messstelle vorbei, und durch die geöffnete Seitenscheibe beleidigte er die im Radarwagen sitzenden Beamten lautstark mit unflätigen Ausdrücken. Sein Pech war nur, dass der Wagen kurz darauf an einer Kontrollstelle angehalten wurde. Noch vor Ort erfolgte die Beschuldigtenvernehmung wegen Beleidigung.

Die Polizei dankt der Bevölkerung für das Verständnis und die überwiegend positive Resonanz bei den Kontrollen und appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, eine defensive, vorausschauende und rücksichtsvolle Fahrweise zu praktizieren. Die Einhaltung von Verkehrsregeln und Verkehrszeichen dient dem Schutz und dem Wohl aller Personen im Straßenverkehr.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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