Thema im Verkehrsausschuss in Rosenheim

Anwohner sehen neue Planung für Kufsteiner Straße kritisch

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Große Teile des rot markierten Bereichs der Kufsteiner Straße sollen in den kommenden Jahren erneuert bzw. ausgebaut werden
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Rosenheim - Eigentlich wurde bereits ein neuer Querschnitt für den Ausbau der Kufsteiner Straße festgelegt. Doch da dieser nicht von der Regierung von Oberbayern befürwortet wird, musste der Verkehrsausschuss über eine neue Variante beraten.

Vierspurig und Linksabbiegen wiederspricht sich halt! - "Wahnsinn!", entfuhr es einer älteren Zuhörerin angesichts dieser Aussage eines Vertreters der Stadtverwaltung. Sie wohnte, wie etwa 30 andere Bürger, der Ausschusssitzung bei. Sie wollten wissen, wie es weitergeht mit den Planungen.

Schon seit Februar beschäftigt der Ausbau der Kufsteiner Straße Stadtrat und Verkehrsausschuss. Im Mai war bereits ein Querschnitt verabschiedet worden. Dieser sah vier Fahrstreifen inklusive zweier Schutzstreifen für Radfahrer vor. Schutzstreifen dürfen im Gegenteil zu einem Radweg von Autos bei Bedarf befahren werde. Eine Gefährdung von Radfahrern muss jedoch ausgeschlossen werden.

Dieser Querschnitt wurde jedoch von der Regierung von Oberbayern nicht befürwortet. Denn der Schutzstreifen würde angesichts der gegenwärtigen und voraussichtlichen Verkehrsauslastung regelmäßig überfahren werden. Das würde Radfahrer gefährden. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass bei dem gewählten Querschnitt keine Förderung möglich sei.

Diese Variante soll im überwiegenden Teil der Kufsteiner Straße vorherrschen. 

Daher musste sich der Verkehrsausschuss nun mit aus Sicht der Regierung regelkonformen Lösungen auseinandersetzen. Nun soll es eine zweiteilige Lösung geben. Überwiegend soll eine Variante mit vier Spuren mit einem Doppelstreifen in der Mitte und Fahrradwegen statt Schutzstreifen umgesetzt werden. Zwischen Happinger Straße und Alpenweg soll es zwei breite Fahrspuren ohne Spurmarkierung geben, ebenfalls mit Radwegen. Denn in diesem Bereich sei die Straße zu schmal für vier Fahrstreifen. 

Zwischen Happinger Straße und Alpenweg soll dieser Querschnitt zur Anwendung kommen.

"Was passiert mit den Linksabbiegern? Müssen die dann über den Doppelstreifen fahren? Wie wird mit den Bushaltestellen umgegangen?", wandte Franz Opperer (Grüne) ein. Dem mussten die anwesenden Vertreter der Stadtverwaltung entgegenhalten, dass Linksabbiegen, außer in Sonderfällen, nicht möglich sein würde. "Bei vier Streifen ist nicht alles möglich!" Details wie die Lage der Bushaltestellen müssten noch geklärt werden. Es bräuchte zunächst den Querschnitt als Vorgabe für die Planer. 

"Was sollen denn die Anlieger machen, wenn es dann keine Möglichkeit zum Linksabbiegen mehr gibt?", hakte Opperer nach. "Da muss man dann halt seine Fahrtroute entsprechend wählen." Verständnisloses Raunen aus dem Publikum folgte dieser Aussage.

Nach kurzer Diskussion wurde der Beschluss für diese Ausbauvariante schließlich vom Ausschuss mit zwei Gegenstimmen von Franz Opperer (Grüne) und Horst Halser (ÖDP) abgesegnet. Allerdings unter der ausdrücklichen Vorraussetzung, dass die Planer Rücksicht auf die Abbiegesituation und die Bushaltestellen nehmen sollen.

hs

Quelle: rosenheim24.de

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