Beweislage eindeutig

Inndamm-Vergewaltiger: Opfern bleibt Gegenüberstellung erspart

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Markus Kraus (l.), Chef der Münchner Mordkommission gibt gerade Details zu den Ermittlungen bekannt.
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Rosenheim/München - Zwei brutale Vergewaltigungen erschütterten Oberbayern. Bereits Anfang Januar bestätigte die Polizei: Der Vergewaltiger vom Rosenheimer Inndamm und dem Englischen Garten in München sind ein und derselbe Täter. Das bestätigte ein DNA-Vergleich. Gefasster Tatverdächtiger ist ein 27-jähriger Asylbewerber aus der Türkei.

Das Wichtigste in Kürze:

  • DNA-Vergleich bestätigt: Vergewaltiger von Rosenheim und München ein und derselbe Täter
  • Haftbefehl gegen Asylbewerber am 31. März wegen versuchten Mordes vollzogen
  • 27-jähriger türkischer Tatverdächtiger bestreitet Tat
  • "Spurenlage eindeutig"
  • Tatverdächtiger über Kiefersfelden nach Deutschland eingereist - offenbar "politisches Asyl" beantragt
  • Noch unklar, ob er weitere Taten (Taufkirchen, Luitpoldpark München) in Zusammenhang steht
  • Tatverdächtiger hat Frau und zwei Kinder (1 und 3 Jahre alt)

Update, 17.45 Uhr: Eindeutige Beweislage

Die beiden vergewaltigten Frauen müssen sich keiner Gegenüberstellung unterziehen, obwohl der Täter die Vergewaltigung immer noch abstreitet. Dies erklärte die Pressestelle des Polizeipräsidiums München auf Nachfrage von rosenheim24.de. Die Beweislage ist so eindeutig, dass die beiden Frauen nicht weiter in die Ermittlungen mit einbezogen werden müssen, so der Sprecher der Polizei.

Update 12.05 Pressemitteilung der Polizei

Am Sonntag, 18.12.2016, in der Zeit von 19.30 Uhr bis 20.20 Uhr eine 45-jährige Frau beim Joggen auf der Isarinsel flussabwärts des Stauwehrs Oberföhring im nördlichen Bereich des Englischen Gartens von einem bislang unbekannten Täter überraschend angegriffen und überwältigt. Die 45-Jährige verlor bei diesem Angriff das Bewusstsein. 

Nachdem der Täter die Frau einige Meter vom Weg aus ins Gebüsch verbracht hatte, nahm er sexuelle Handlungen an ihr vor. Bei der Tat wurde das Opfer so massiv verletzt, dass sie für zwei Tage zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden musste. Der Täter konnte unerkannt flüchten. 

Im Rahmen der kriminaltechnischen Abarbeitung konnte durch die Spurensicherung der Münchner Kriminalpolizei tatrelevantes DNA-Material gesichert werden, welches dem Täter zugeordnet werden konnte. Diese DNA-Spur ergab eine Übereinstimmung mit einer gesicherten Spur der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim infolge eines sexuellen Übergriffs am 26.11.2015. 

Zum damaligen Zeitpunkt wurde eine 29-jährige Frau von einem bislang unbekannten Mann im Bereich des Rosenheimer Inndamms angegriffen und in ein anliegendes Dickicht gezerrt. Umfangreiche Ermittlungen der Mordkommission München (Ermittlungsgruppe EG Emmeram) führten zu dem Täter, bezüglich der Tat auf der Isarinsel St. Emmeram in München sowie auch des Übergriffs in Rosenheim.

Nach Mitteilung der Übereinstimmung des DNA-Materials erließ der zuständige Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I am Freitag, 31.03.2017 Haftbefehl, unter anderem wegen versuchten Mordes, gegen den ermittelten 27-jährigen türkischen Asylbewerber. Der Tatverdächtige konnte am gleichen Tag durch Polizeibeamte der Zielfahndung München an einer Asylbewerberunterkunft in München festgenommen werden. Er befindet sich nun in Untersuchungshaft. Trotz der erdrückenden Beweislage bestreitet der Tatverdächtige die Taten. Aus ermittlungstaktischen Gründen war eine frühere Veröffentlichung nicht möglich.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Update 11.57 Uhr: 

Nach Angaben von Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission, kam der Täter als türkischer Asylbewerber nach Deutschland. Der 27-Jährige reiste über Kiefersfelden nach Deutschland ein, lebte seit Dezember 2015 in einer Asylunterkunft in München.

Im Zuge der Ermittlungen kam der Mann als Zeuge in Betracht. Auch von ihm nahmen die Beamten eine Speichelprobe - so kam es zu dem Treffer in der DNA-Datenbank. Festgenommen wurde der Mann kürzlich in Berg am Laim. Kurz zuvor bekam die Ermittlungsgruppe Emmeram die Nachricht von der Rechtsmedizin, dass es eine Person zu den beiden Spuren aus Rosenheim und Oberföhring gibt. 

Nachdem sie zunächst anhand der sichergestellten DNA-Spuren eine Verbindung zwischen den Taten in Rosenheim und München nachweisen konnten, stellten sie schließlich auch noch fest, dass dasselbe Erbmaterial auch im Zusammenhang mit einem Raubüberfall auf einen Geschäftsmann in Feldmoching am 14. Dezember 2016 gesichert worden war.

Im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Fall hatten die Ermittler eine DNA-Spur sichergestellt, von der unklar war, ob sie dem Täter oder einfach nur einem Mitarbeiter der Firma zuzurechnen war. Auf Grund der neuen Ermittlungslage wurden nun alle Mitarbeiter zum DNA-Abgleich gebeten und dabei landeten die Fahnder den Treffer. Der 27-jährige Türke hatte bei dem Geschäftsmann als Hilfsarbeiter gejobbt und war vermutlich nicht an dem Überfall beteiligt. Doch aufgrund des DNA-Treffers konnte er als der gesuchte Vergewaltiger identifiziert werden.

Der Haftbefehl wurde dem 27-Jährigen wegen versuchten Mordes ausgestellt. Beamte der Münchner Mordkommission haben den Türken bereits vernommen. Er bestreitet bislang konsequent, etwas mit den Taten zu tun zu haben. Markus Kraus von der Mordkommission ist sich dennoch sicher, den Richtigen geschnappt zu haben: "Wir sind froh, dass es zum Erfolg geführt hat, weil es insbesondere im Bereich der Sexualdelikte die Gefahr gibt, dass die Person erneut auftritt."

Eine ausführliche Pressemitteilung des Münchner Polizeipräsidiums folgt.

Video der Pressekonferenz in München

Erstmeldung 9.54 Uhr: Tatverdächtiger gefasst

Es geht um zwei äußerst brutale Vergewaltigungen: Am 26. November 2015 in Rosenheim und am 18. Dezember 2016 im Englischen Garten in München. Bei dem Mann, der im Englischen Garten eine Joggerin überfallen und vergewaltigt hat und bei dem Täter der Inndamm-Vergewaltigung am 26. November 2015 in Rosenheim handelt es sich um ein und dieselbe Person. Das bestätigte Anfang des Jahres 2017 auch eine DNA-Analyse. Doch monatelang blieb die Identität des Mannes weiter ungeklärt.

Nun hat die Münchner Krimalpolizei einen Fahndungserfolg zu vermelden. Wie die Münchner Polizei in einer Vorinformation bekannt hab, wurde ein Tatverdächtiger nun geschnappt. Weitere Details sind derzeit noch nicht bekannt. Wie Jürgen Thalmeier auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigt, haben die Münchner Kollegen einen Tatverdächtigen beider Vergewaltigungsfälle festgenommen. Das ist ein "super Erfolg", so Thalmeier weiter.

Live-Übertragung der PK

Die Münchener Polizei hat für 11.30 Uhr eine Pressekonferenz im Münchner Medienzentrum angekündigt. Die Kollegen von tz.de sind live für uns vor Ort. Wir werden den Live-Stream in diesem Artikel einbinden.

Anschließend wird die Polizei auch eine ausführliche Pressemitteilung herausgeben.

Brutale Tat in Rosenheim

Am 26. November 2015 war am Inndamm in Rosenheim eine 29-jährige Frau brutal vergewaltigt worden. Sie ging an jenem Donnerstagabend auf dem Inndamm, Höhe Schirmbeckstraße, in Richtung Krankenhaus spazieren, als sie von einem unbekannten Mann angegriffen wurde. Er zerrte sie in ein mehrere hundert Meter entferntes Waldstück und vergewaltigte sie dort brutal.

Vergewaltigung im Englischen Garten

Am 18. Dezember wurde eine 45-jährige Joggerin im Englischen Garten brutal vergewaltigt. Im Zeitraum zwischen 19.30 Uhr und 20.20 Uhr befand sich die Frau im Bereich der Mittleren-Isar-Straße in Oberföhring (Isarinsel St. Emmeram) beim Joggen, als sie überraschend überwältigt wurde. Dabei missbrauchte der Täter das wehrlose Opfer so massiv, dass die Frau vorübergehend das Bewusstsein verlor. Anschließend ließ er die schwerverletzte Frau im Park liegen und flüchtete unerkannt.

Polizei warnte vor Sex-Bestie

In einem Interview warte Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die Bevölkerung: "Er kann jederzeit wieder in der Region zuschlagen und weitere Taten begehen" und bat um erhöhte Vorsicht.

mh

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Quelle: rosenheim24.de

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