Brutale Vergewaltigung: Sieben Jahre Haft

Traunstein - Einem 28-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim wurde am Donnerstag vor dem Landgericht der Prozess gemacht: Er hat eine junge Frau brutal vergewaltigt.

Schwere Vorwürfe erhob der Staatsanwalt am Donnerstag vor dem Landgericht Traunstein gegen einen 28-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim. Im Vergewaltigungsprozess wurde dem Angeklagten zur Last gelegt, eine heute 25-Jährige im August 2011 an einem See im Landkreis Rosenheim brutal vergewaltigt zu haben.

Der Angeklagte und das Opfer lernten sich vor längerer Zeit im Internet kennen. Aus dem Internet-Flirt entstand eine Freundschaft und schließlich - vor etwa zehn Jahren - eine Beziehung, in der es auch zu sexuellen Handlungen kam. Danach blieb über die Jahre ein freundschaftlicher Kontakt bestehen - bis zu jenem Abend im August.

Was war passiert? Laut Staatsanwaltschaft bat der Handwerker am Tattag die Geschädigte, ihm bei Arbeiten auf der Baustelle in einem Haus zu helfen. Sie willigte ein und traf sich dort mit ihm gegen 14 Uhr. Als das spätere Opfer auf die Baustelle kam, hatte der heute 28-Jährige nach eigenen Angaben schon vier Flaschen Bier getrunken. Im Laufe des Arbeitstages kamen dann noch einige "Halbe" dazu. Im Haus standen Arbeiten wie Boden abschleifen und Sockelleisten verlegen an, beim Abschleifen der Böden half die heute 25-Jährige dann auch mit. Als der Auftraggeber die Arbeiten begutachtete und bei dem Handwerker den Alkoholkonsum feststellte, kam es zum Streit. Dabei hätte der Tag ganz anders verlaufen sollen: Morgens stand der Angeklagte auf, um den ersten Flug mit seinem eigenen Drachen zu machen - Drachenfliegen, ein Hobby das er sich zugelegt hatte, um ausgeglichener zu sein. Der Fluglehrer sagte den Termin aber kurzfristig ab. Darauf griff der 28-Jährige zum Bier, bevor er zu der Baustelle musste.

Nach dem Streit mit dem Auftraggeber auf der Baustelle gingen er und das Opfer dann an den kleinen See. Vorher wurde bei der Tankstelle aber noch frisches Bier besorgt - drei Flaschen, weil zu mehr das Geld nicht reichte. Mittlerweile war es Abend und die beiden setzten sich in die Nähe eines Kieshaufens. Viel Frust hätte sich bei dem 28-Jährigen über den Tag angestaut, wie er vor Gericht angab. "Zum einen dadurch, dass der Drachenflug nicht zustande kam, außerdem wegen dem Streit auf der Baustelle und den eigenen Ansprüchen an die Arbeit, denen ich nicht gerecht werden konnte", so der Handwerker bei seiner Aussage. Etwa zehn Bier hätte er über den gesamten Tag getrunken, gab er an - ein Bluttest um drei Uhr in der Nacht der Festnahme ergab dann einen Wert von etwa 0,5 bis 0,6 Promille.

Am See nahm der Angeklagte dann nach Aussagen des Opfers eine leere Flasche, steckte diese in den Kieshaufen und zerbrach sie mit einem Stein. Auch eine zweite Flasche ging nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu Bruch. Die 25-Jährige wollte darauf den See verlassen und zu ihrem Auto gehen. Schon am Ufer hatte der Angeklagte versucht, die Geschädigte am Hals zu küssen, was diese aber abwies. Als die junge Frau zu ihrem Auto gehen wollte, nahm der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft die zerbrochene Flasche aus dem Kieshaufen, ging ihr hinterher und drückte ihr die Flasche von hinten in den Rücken. "Weißt du, was das ist?" sagte er, wie der Angeklagte und das Opfer angaben. Dann zerrte er sie hinter einen nahegelegenen Schuppen und vergewaltigte sie brutal. Die junge Frau versuchte sich zu wehren, aber der Angeschuldigte schlug sie mehrmals ins Gesicht und bog ihren Kopf nach hinten. Er drohte, seinem Opfer das Genick brechen zu wollen. "Wenn ich viel trinke, werde ich meistens aggressiv und ich war wegen den Vorfällen tagsüber sehr frustriert", versuchte der Angeklagte seine Tat vor Gericht zu begründen.

Der 28-Jährige zeigte sich geständig und räumte die Tat in weiten Teilen ein. Die heute 25-Jährige wurde bei der Vergewaltigung erheblich verletzt, stimmte dennoch einem Täter-Opfer-Ausgleich zu: Demnach muss der 28-Jährige der Geschädigten 12.000 Euro bezahlen. Die Zahlung wirkt sich dann strafmildernd aus.

Das Urteil fiel am Donnerstag. Der Angeklagte wurde wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Nötigung zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Urteilsspruch ging damit weit über das Ansuchen der Verteidigung hinaus, die für den 28-Jährigen drei Jahre Haft forderte, und blieb unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf eine Haft über neun Jahre und sechs Monate.

redch24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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