Vater schildert Badedrama an Mangfall

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Erleichtert und überglücklich wird Juan Guereca von Ehefrau Katja und seinen Söhnen Lukas und Simon und Joshua (6 Jahre) nach seiner Entlassung aus dem Agatharieder Krankenhaus im Empfang genommen.

Feldkirchen-Westerham – Was als zweitägige Fahrradtour begann, endete für die Münchener Familie beinahe in einer Tragödie. Der Vater erzählt.

Bei einer Rast wollten sich die Zwillingsbrüder und ihre Eltern in der Mangfall erfrischen. „Das Gewässer sah für mich nicht gefährlich aus“, so Juan Guereca aus dem Krankenhaus gegenüber dem Mangfall-Boten. Nur lückenhaft kann er sich an die „schlimmsten Minuten seines Lebens“ erinnern. Montagnachmittag wurde er bereits aus der Klinik entlassen.

Sie alle seien gute Schwimmer, betont der 43-Jährige. Er selbst sei bereits einmal auf dem Meer mit seinem Segelboot gekentert. „Doch das war nichts im Vergleich zu diesem Sog“, so Guereca. Als sein Sohn Simon in die Wasserwalze geriet, stürzte er hinterher. Von unten schob er den Neunjährigen an die Wasseroberfläche, gleichzeitig versuchten seine Frau sowie der Zwillingsbruder, Simon zu ergreifen. Mit vereinten Kräften gelang es, den Buben aus dem Gefahrenbereich zu stoßen. Diesem gelang es, sich daraufhin aus eigener Kraft ans Ufer zu retten.

„Das bekam ich aber schon nicht mehr mit, im gleichen Moment ergriff mich die Strömung. Ich weiß noch, dass ich mit dem Kopf gegen einen Stein oder Ähnliches schlug. Dann gingen die Lichter aus“, rekapituliert der 43-Jährige den Unfallhergang. Ein vorbeikommender Fahrradfahrer aus Westerham erkannte die Notlage, alarmierte die Polizei und half der Ehefrau, den Mann, den die Walze wieder freigab, aus dem Wasser zu holen.

Mit Gerhirnerschütterung, Schrammen und blauen Flecken, aber glücklich am Leben zu sein, wachte Guereca im Krankenhaus auf. Unverständlich ist für ihn, warum man an der Mangfall keine Warnschilder aufstellt.

Diese Abfälle sind eine Todesfalle“, kritisiert er. Dies ist aber rechtlich nicht einfach. Die Stadt Bad Aibling hatte nach dem Mangfall-Unglück 2009 – damals starben zwei Retter – entsprechende Hinweise installiert, diese aber auf Anweisung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim entfernen müssen (weiterer Bericht folgt).

Richtiges Verhalten im Notfall

Nur wenige Sekunden können bei einem Unglück in einem so genannten Wasserabfall entscheidend sein: Das richtige Verhalten erklärte Stephan Pflügler, SEG-Leiter der Wasserwacht Bad Aibling: Prinzipiell sind diese Bereiche (mindestens bis zum Ende der Schaumkronen) zu meiden. Sollte man in den Sog geraten, müsse man sich vom Wasser nach unten drücken lassen. „Dann kann es gelingen, sich mit aller Kraft mit den Füßen abzustoßen und schräg nach oben an die Wasseroberfläche zu gelangen“, so Pflügler. Gelinge dies nicht, würde man in der Walze immer aufwärts und abwärts geschleudert. Jede Orientierung gehe verloren.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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