Vorwürfe nach Unfall: Das sagt der Bürgermeister

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Die Unglücksstelle am Montagmorgen: Hier wurde ein Schuljunge von einem VW Bus erfasst, als er über die Straße wollte. Am Steuer saß ein 50-jähriger Mann.
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Schonstett - Nach dem tragischen Unfall mit dem neunjährigen Bub am Montagmorgen stellte sich Bürgermeister Josef Fink unseren Fragen. Hätte man den Unfall verhindern können?

Am Montagmorgen erlitt ein Schulkind (9) schwerste Verletzungen, nachdem es von einem VW-Bus beim Überqueren der Staatsstraße 2092 auf Höhe der Ortschaft Au erfasst wurde. Im Internet ist nun eine Diskussion losgegangen, ob dieses Unglück hätte verhindert werden können.

So schrieb Andrea L. über die rosenheim24-Facebookseite: "Die Gemeinden sollten sich was schämen, noch so altertümliche Bushaltestellen zu unterhalten! Wenn es schon keine Unterführung oder Brücke gibt, sollte man zumindest an der Stelle Tempo 30 einführen, einen fetten Zebrastreifen und für die richtige Beleuchtung sorgen, gerade jetzt für diese neblige Jahreszeit."

Das sagt der Erste Bürgermeister zu den Vorwürfen

Wir haben bei Schonstetts Ersten Bürgermeister Josef Fink (CSU) nachgefragt, was die Gemeinde nun tun will, um den Schulweg sicherer zu machen und ein solches Unglück in Zukunft zu verhindern.

Der Erste Bürgermeister Josef Fink ist seit 2006 im Amt.

Für den Bürgermeister ist nun das Staatliche Bauamt Rosenheim gefordert: "Es gibt auf dieser Strecke von Bad Endorf nach Wasserburg gleich mehrere gefährliche Stellen mit Bushaltestellen, allein in meinem Gemeindegebiet sind es zwei Stellen."

Fink erklärt weiter: "Während die Mittelschüler auf der sicheren Straßenseite bleiben können, weil ihr Bus über Schonstett fährt, müssen Realschüler und Gymnasiasten auf die andere Straßenseite, um in den RVO-Bus einzusteigen, der über Wasserburg fährt." Eine tägliche Gefahrenstelle! Der Bürgermeister plädiert deshalb dafür, dass der Bus zukünftig eine andere Tour fahren solle. Diese Meinung vertritt auch Paul Dirnecker (FW), der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, den rosenheim24.de ebenfalls befragte.

Josef Fink fordert das Landratsamt dazu auf, die RVO-Buslinie dementsprechend zu prüfen: "Zwar fährt er dann durch ein Wohngebiet, aber dafür ist es dann gefahrlos für die Schüler!"

Zur Forderung einer Geschwindigkeitsbegrenzung sagte der Bürgermeister empört: "Es kann nicht sein, dass im Frühjahr für Frösche auf der Staatsstraße teilweise eine Geschwindigkeitsreduzierung gilt, nicht aber für den Schutz der Schulkinder". Er könne jedoch verstehen, dass das Staatliche Bauamt nicht an jeder Bushaltestelle auf der Strecke einen Zebrastreifen einrichten könne. Prüfen aber solle das Bauamt seiner Meinung nach die Beleuchtung an den Bushaltstellen.  

Für die nächste Zeit will sich Fink darum bemühen, dass Eltern als Lotsen die Kinder zum Bus begleiten, weil viele Schüler nun auch stark traumatisiert seien. Er selbst war am Morgen im Feuerwehrhaus vor Ort, wo die Mitschüler des verletzten Buben von einem Kriseninterventionsteam betreut wurden. Danach habe er sich noch mit den Feuerwehrlern über den Unfall ausgetauscht: "Es ist furchtbar tragisch und immer ein Wahnsinn, wenn so etwas passiert." Er selbst fühle sich auch noch sehr mitgenommen von dem Ereignis, so Fink.

Unfall auf dem Schulweg an Bushaltestelle:

Unfall auf dem Schulweg

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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