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Freistaat seit 2009 an der Spitze

Überdurchschnittlich viele Suizide in Bayern

München - In Bayern nehmen sich so viele Menschen das Leben wie in keinem anderen westlichen Bundesland.

Im Jahr 2013 gab es im Freistaat 1727 Suizide - 14 mehr als im Vorjahr, wie der Bayerische Rundfunk am Freitag unter Berufung auf Zahlen des Landesamts für Statistik berichtete. Gemessen an der Bevölkerung gebe es nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr Selbsttötungen.

Manfred Wolfersdorf, Suizidforscher und ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Bayern liegt erst seit 2009 bundesweit mit an der Spitze. Warum, das lässt sich wissenschaftlich nicht vernünftig erklären.“

Bundesweit seien die Suizidfälle seit den 1980er Jahren von 14 000 auf rund 10 000 jährlich gesunken. Das liege auch an der verbesserten Depressionsbehandlung. Denn 90 Prozent der Menschen, die sich das Leben nehmen, seien psychisch krank. Ob es in Bayern möglicherweise zu wenige Anlaufstellen für Suizidgefährdete gebe, vermochte Wolfersdorf nicht zu sagen. „Richtig ist aber wohl, dass in ländlich bestimmten Regionen die Versorgungssituation schlechter ist. Und der Freistaat hat ja viele dünn besiedelte Gebiete.“

Die Psychologische Autopsie in Kempten will dem Phänomen wissenschaftlich auf den Grund gehen und untersucht derzeit 650 Suizide. Wolfersdorf steht den Wissenschaftlern dabei beratend zur Seite. „Bei der Untersuchung werden über den Verstorbenen umfassende Daten von Ärzten, der Polizei und den Angehörigen gesammelt“, erklärte er. „Vor allem die Kripo stellt oft Fragen, die weder Ärzte noch Hilfsorganisationen erfahren.“ In zwei Monaten sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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