Ude: „Dieses Signal wird die Debatte beenden“

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Garmisch-Partenkirchen - Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen sagt JA zu Olympia 2018. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) spricht im Interview über die Bedeutung des Bürgerentscheids.

Mal ganz ehrlich, Herr Oberbürgermeister: Wie groß ist der Stein, der Ihnen vom Herzen gefallen ist? So groß wie die Zugspitze?

Unter diesem Link können Sie den Live-Ticker zum Bürgerentscheid nachlesen.

OB Christian Ude: Nein. Ich war mir immer sicher, dass es eine ganz große Mehrheit pro Olympia gibt. Das hat sich mit rund 58 Prozent auch bewahrheitet. Aber es war während des Abends spannend geworden, was mit der zweiten Frage (dem Gegen-Entscheid, Anm. d. Red.) passiert. Und da bin ich in der Tat erleichtert, dass die abgewiesen worden ist.

Wie wichtig war das Votum?

Ude: Es war niemals juristisch von Belang, weil es nur ein Gutachten in Auftrag gegeben hätte, das auch nichts bewegen kann. Aber das Signal wäre extrem schädlich gewesen. Es hätte schon etwas sehr Belastendes gehabt, wenn wir die Bewerbung weiterführen, obwohl die Konkurrenten hohnlachend sagen könnten: Die Leute vor Ort wollen es ja gar nicht.

Sind 49 Prozent für den Gegen-Entscheid und gegen Olympia nicht auch ein Signal?

Ude: Nein. Der Gegen-Entscheid sagt ja nicht, dass man aussteigen soll, sondern das wollte eine juristische Prüfung. Das zeigt, dass das Unbehagen am Vertragswerk auch bei einigen Olympia-Befürwortern auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Das gibt schon zu denken.

Wie wollen Sie die Skeptiker und Gegner noch begeistern?

Ude: Ich denke, das ist ein klares Signal, dass eine sehr große, stattliche, deutliche Mehrheit auch in Garmisch dafür ist - und in München und Berchtesgaden ja sowieso. Dieses Signal wird jetzt die Debatte beenden. Gerade, wer sich auf den Bürgerwillen beruft, muss den Entscheid der Bürgerschaft selber respektieren.

Sie hoffen also, dass Ruhe einkehrt in Garmisch-Partenkirchen? Oder ist das nun egal?

Ude: Nein. Es ist jetzt ein klares Votum, klarer als es die meisten Vorhersagen in Aussicht gestellt haben.

Jetzt kommt der Endspurt - morgen verteilt das IOC Zeugnisse über Stärken und Schwächen der Bewerber: Sind Sie da auch so nervös?

Ude: Nein, beim Evaluierungsvorgang sind wir sehr entspannt und beruhigt, weil wir ja eine Woche lang alle Fragen gestellt bekommen haben und auch die Antworten gegeben haben. Und da sind wir keine schuldig geblieben.

Ihr Tipp für die Entscheidung in Durban?

Ude: Da habe ich immer gesagt: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir wissen, dass wir die Sportler auf unserer Seite haben und viele Besucher Olympischer Spiele. Aber es gibt  sehr viele Entscheidungskriterien, und dem kann man nicht vorgreifen. Es bleibt spannend bis zum Schluss.

Interview: David Costanzo

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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