"TRUST 2019"

Viel Blaulicht rund um Tuntenhausen: Das steckt dahinter

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Das Übungsgelände in Lampferding (Gemeinde Tuntenhausen) von oben.
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Tuntenhausen - Großeinsatz mit einem Massenanfall von Verletzten bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 in München oder ein großer Waldbrand im Gebirge - Rettungskräfte müssen immer für solche Ereignisse gerüstet sein. Am Wochenende wurde dafür geübt.

Update, 15.25 Uhr: Pressemeldung der MKT Krankentransport Schmitt / Obermeier OHG

Pressemeldung im Wortlaut:

„Eine Großübung ist keine Leistungsschau, sondern unsere Chance Fehler zu erkennen, daraus zu lernen und es im Ernstfall besser zu machen!“ Mit diesen Worten zog der Präsident des Medizinischen Katastrohen-Hilfswerk Deutschland Robert Schmitt am Ende des zweit Tägigen Großereignisses im Oberbayerischen Landkreis Rosenheim seine Bilanz. 

Mehr als 700 Einsatzkräfte privater und öffentlicher Rettungsorganisationen, von Feuerwehr und der Polizei, sowie 96 Mimen übten mit über 100 Einsatzfahrzeugen und sieben Hubschraubern unter dem TRUST Motto „weil Vertrauen Leben rettet“. Rund um das MHW Schulungs- und Trainingsgelände in Lampferding wurden 37 Szenarien vom Verkehrsunfall bis zum Terroranschlag auf einer Public Viewing mit einer Vielzahl an Verletzten simuliert. 

Organisiert wurde die Großübung vom MKT e.V. der seit Monaten die Herausforderungen für das Zusammenspiel von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei vorbereitet hatte. Im Gegensatz zu vielen Übungen in der Vergangenheit konnten hier die Einsätze von Anfang bis zum Ende durchgespielt werden – von der Alarmierung der Feuerwehr bis zur Behandlung der Patienten im Schockraum der beiden Übungskliniken (LMU und TU). 

Gesteuert wurden diese Einsätze mit Unterstützung des Bayerischen Landeskriminalamtes und der mobilen Leitstelle der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. Verschiedene Probleme wurden bereits während der Übung erkannt – andere werden uns erst bei der Nachbearbeitung der Szenarien auffallen. Als besonders problematisch zeichnete sich bereits die Versorgung von sehr vielen Schwerverletzten ab, etwa nach einem Terroranschlag.

Schwierig war vor allem die Rettung der Betroffenen aus einem „ungesicherten Bereich“, der von der Polizei noch nicht freigegeben worden war. So verzögerte sich auch der Abtransport derart dass in einem Ernstfall viele Opfer nicht überlebt hätten. Auch kam es immer wieder vor, dass sich Rettungskräfte gegenseitig behinderten und die Zufahrtswege nicht freigehalten wurden. MHW-Präsident Robert Schmitt:“ Hier müssen wir alle noch viel disziplinierter zusammenarbeiten. Wer als Schwerstverletzter nicht innerhalb einer Stunde auf dem OP Tisch einer Klinik liegt, für den kommt unsere Hilfe zu spät.“ (Golden Hour of Trauma) Dies wurde vor allem bei dem in einem Waldstück simulierten Flugzeugabsturz sowie bei den beiden „Terroranschlägen“ auf einem Festival Gelände und einer Public Viewing Veranstaltung deutlich. Vor diesem Hintergrund stellte die Übung eine wichtige Vorbereitung auf die in Deutschland ausgetragenen Spiele der EM im kommenden Jahr in München dar.

In der Vergangenheit hatten Experten immer wieder auf die erhöhte Gefahrensituation etwa bei Public Viewing Veranstaltungen hingewiesen. Bereits am Samstagabend konnte der zweite große Übungsschwerpunkt abgeschlossen werden – ein simulierter Waldbrand im Bereich von Feldkirchen-Westerham. Trainiert wurde hier vor allem die Koordinierte Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Feuerwehr Kräften und den Piloten mehrere Löschhubschrauber. Diese Helikopter werden von privaten Hubschrauberfirmen gestellt und gehören zum Verbund des MHWs. So koordinierte das MHW u.a. 2018 den Einsatz von sechs deutschen Löschhubschraubern bei den wochenlangen Waldbränden in Mittelschweden.

Pressemeldung MKT Krankentransport Schmitt / Obermeier OHG

Vorbericht

Am Sonntag geht die alljährliche Großübung "TRUST 2019" in Lampferding bei Tuntenhausen mit Nachbesprechungen zu Ende. Am Samstag waren zahlreiche Einsatzkräfte (insgesamt über 500), unter anderem sogar auch aus München, auf dem Übungsgelände im Gemeindegebiet Tuntenhausen zusammengezogen worden, um dort den Ernstfall zu trainieren. Deswegen waren am Samstag im Landkreis Rosenheim auch zahlreiche Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht unterwegs.

Um die Bedingungen der Übung möglichst realistisch zu gestalten, wurde der genaue Inhalt vor Beginn nicht veröffentlicht. So sollten die Bedingungen für die Retter so real wie möglich gemacht werden. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, ist die Versorgung einer großen Anzahl von Verletzten nach einem Großschadensereignis eine der größten Herausforderungen für Rettungskräfte und Krankenhäuser. Die "TRUST 2019" ist die größte Katastrophenschutzübung in Bayern im Jahr 2019.

Quelle: mangfall24.de

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