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Screening-Stelle in Rosenheim bleibt

Klaus Stöttner: „Medizinische Erfassung für Flüchtlinge sichergestellt“

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Rosenheim - Was für eine überraschende Wendung: Die Screening-Stelle für Flüchtlinge auf dem Gelände der Bundespolizei Rosenheim bleibt nun doch erhalten!

UPDATE, Mittowch 12. Juli 22 Uhr:  Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner äußert sich

Die Schließung der Screeningstelle auf dem Gelände der Bundespolizei in Rosenheim hat für viel öffentlichen Aufruhr und teils Unverständnis gesorgt. Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner hatte deshalb schon vor zwei Wochen zugesichert, sich für eine schnelle Lösung der Problematik einsetzen zu wollen: 

„Die besondere Lage von Rosenheim als Verkehrsknotenpunkt bringt auch andere Herausforderungen in der Bewältigung der Asylpolitik vor Ort mit sich. Es muss deshalb gewährleistet sein, dass ankommende Migranten auch hier vor Ort ärztlich versorgt werden können“, so Klaus Stöttner, der dazu die besonder Rosenheimer Situation und Bedürfnisse im Sozialministerium vorgebracht hatte. 

Nun zeichnet sich der erwartete Erfolg ab, nachdem Sozialministeriin Emilia Müller bekannt gegeben hat, die Kosten für eine weitergehende Sanitätsdienstliche Erfassung der Migranten komplett übernommen werden. „Das ist eine sehr gute Nachricht für Rosenheim. Eine 24-Stunden Betreuung von höchster medizinischer Qualität ist damit sichergestellt“, erläutert der Rosenheimer Landtagsabgeordnete. 

Zugleich betont er, dass nun auch der nächste Schritt gegangen werden müsste, und ein ärztlicher Bereitschaftsdienst eingerichtet werden müsste. „An dieser Lösung wird aktuell noch gearbeitet und dafür werde ich mich intensiv einsetzen“

UPDATE, Mittwoch, 12. Juli, 16.35 Uhr:

Der Freistaat Bayern wird die Kosten für den Sanitätsdienst in Rosenheim übernehmen. Damit können neu ankommende Asylbewerber auch weiterhin in Augenschein genommen und erstversorgt werden, und in Einzelfällen, wo es erforderlich ist, einer ärztlichen Behandlung zugeführt werden. 

Dies verkündete die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, MdB: "Ich freue mich, dass der Freistaat Bayern sich für den Erhalt der Screening-Stelle entschieden hat. Denn eine frühzeitige Gesundheitskontrolle der ankommenden Flüchtlinge durch medizinisch geschultes Personal ist für die Sicherheit der Bevölkerung und der zuständigen Beamten der Bundespolizei unerlässlich und hat sich in den letzten Monaten mehrfach bewährt. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Tagen bei Sozialministerin Emilia Müller und Gesundheitsministerin Melanie Huml für die Offenhaltung der Screening-Stelle eingesetzt. Ich bedanke mich herzlich bei den Ministerinnen, dass wir nunmehr eine gemeinsame Lösung finden konnten, die der besonderen Situation der Region Rosenheim, die an zwei Hauptfluchtrouten liegt, gerecht wird."

Die Erstmeldung:

Am ersten Juli um sieben Uhr endete die letzte Schicht der Ärzte, Sanitäter, Krankenschwestern und Assistenten, die bei der medizinischen Anlaufstelle für neu ankommende Flüchtlinge bei der Bundespolizei in Rosenheim tätig waren. Auf Anweisung der Regierung von Oberbayern schloss die Stelle wegen stark gesunkener Flüchtlingszahlen.

Christian Jäger, Betriebsleiter der Ambulanz Rosenheim, welche für die medizinische Anlaufstelle verantwortlich war, sieht das ganze sehr bedenklich: "Die Stelle wurde ersatzlos geschlossen", erklärte er im Gespräch mit rosenheim24.de. "Am 29. Juni haben wir noch einen Fall von offener Tuberkulose bei einem von fünf aufgegriffenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen festgestellt. Die anderen vier hatten die Krätze." Das Landratsamt Rosenheim berief sich auf Nachfrage nach dem Tuberkulose-Fall auf die ärztliche Schweigepflicht. 

"Geht drum, den Einen zu finden"

Laut Jäger sei es völlig unerheblich, ob 3.000 Flüchtlinge oder 30 kommen, es gehe darum, den einen Kranken zu finden. Die Einrichtung wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen und man habe nach Aussage des Leiters viele "Erfolge" erzielen können. Mit der Schließung der Stelle laufe das ganze nun anders ab. "Bisher war es so, dass wir als aller erstes mit dem Migranten in Kontakt kamen, bevor er überhaupt von der Polizei registriert wurde", so Jäger. "Wir stellten fest, ob er überhaupt unterbringungsfähig ist. Jetzt ist das Prozedere so, dass der Migrant von der Polizei aufgegriffen wird, der Beamte führt seine erkennungsdienstlichen Maßnahmen durch und schickt ihn dann selbstständig nach München in die Erstaufnahmeeinrichtung.

Lösung des Problems

Wie eine Lösung aussehen könnte, dazu hat Jäger eine klare Meinung: "Wir sind dafür, dass die Stelle aufrecht erhalten werden soll. Der Dienst ist nicht so kostspielig, dass ihn sich die große Politik nicht leisten könnte. Dan  muss man eben an anderen Enden sparen, um Bevölkerung und Bundespolizei zu schützen."

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose (kurz Tb, TB, Tbc oder TBC) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. In Deutschland kamen 2014 5,6 Erkrankungen auf 100.000 Einwohner.

Wie erfolgt Übertragung?

Die Infektion geht üblicherweise von einem an Tuberkulose erkrankten Menschen oder einem erkrankten Tier aus. Die Erkrankung muss so weit fortgeschritten sein, dass eine Verbindung zwischen infiziertem Gewebe und der Außenwelt besteht (sogenannte „offene Tuberkulose“). Erkrankte, bei denen diese Verbindung zur Außenwelt nicht besteht, scheiden keine Erreger aus und gelten daher als nicht infektiös. Häufigster und bedeutendster Infektionsweg für den Menschen ist die Übertragung durch die Luft (Tröpfcheninfektion).

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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