Trotz Traumwetters keine Rekord-Wiesn

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Insgesamt sei die Reaktion der Gäste auf die Sicherheitskontrollen positiv gewesen, sagte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl.

München - Trotz des Traumwetters muss die Wiesn einen leichten Besucherrückgang verzeichnen. “Ich habe 6 Millionen prophezeit, aber ich denke, dass wir drunter bleiben“, sagte Festleiterin Gabriele Weishäupl in einer vorläufigen Bilanz.

Ein Grund seien Drohungen des Terror-Netzwerks El Kaida , die auch auf die Wiesn Bezug nahmen. Zudem wirke sich die Wirtschaftskrise aus. An diesem Wochenende könnte es aber noch einmal richtig voll werden auf dem Festgelände unter der Bavaria. “Wenn das Wetter mitspielt, rechnen wir noch mal mit einem gewaltigen Ansturm auf die Wiesn.“ Denn die Menschen hätten mit dem Monatsersten wieder Geld in der Kasse. Das größte Volksfest der Welt endet an diesem Sonntag.

Vom ersten Tag an herrschte strahlendes Herbstwetter mit blauem Himmel, kein einziges Mal fiel ein Tropfen Regen. “So etwas habe ich seit Jahren nicht erlebt“, sagte Weishäupl. Entsprechend lief die erste Woche gut. “Die erste Woche war besser als im Vorjahr“, sagte Weishäupl. Danach aber seien mit dem Beginn der massiven Kontrollen und Absperrungen rund um die Wiesn die Zahlen zurückgangen, es habe etwas mehr Absagen von Reservierungen gegeben als sonst. “Es gibt gelegentliche Stornierungen, die sich aber im Rahmen halten. Sie werden durch Wartelisten aufgefüllt.“ Mancher, der sonst keine Chance auf einen der begehrten Plätze in den Bierzelten gehabt hätte, komme so doch noch zum Zug.

Impressionen vom Oktoberfest

Insgesamt sei die Reaktion der Gäste auf die Sicherheitskontrollen positiv gewesen. Weishäupl sieht eine abschreckende Wirkung auch für die “normalen“ Kriminellen wie Taschendiebe, die das Volksfest alljährlich anzieht. “Ich habe den Eindruck, dass auf einer abgeriegelten, schwer bewachten Wiesn potenzielle Gauner sich zurückhalten oder das Areal gar nicht erst betreten.“

Das Kreisverwaltungsreferat hat bisher insgesamt 72 Betretungsverbote für 36 potenzielle Gewalttäter, Taschendiebe, Masskrugwerfer und Sexualtäter ausgesprochen - sie dürfen nicht mehr mitfeiern. Umsatzrückgänge zeichneten sich vor allem bei den Schaustellern und den Souvenirverkäufern ab. “Wir haben eine gedämpfte Konsumlaune.“

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Brandneue Fahrgeschäfte und Nostalgie-Geschäfte wie die Krinoline liegen jedoch gut. Der Trend gehe überhaupt zu mehr Bescheidenheit. Anstatt großer Hüte wählten die Gäste heuer lieber kleine Anstecker. Als Kopfbedeckung verstärkt gesehen wurden aber auch blinkende Hasenohren, wie Besucher erzählen.

Zu Berichten, Promi-Wiesn-Wirt Sepp Krätz habe Michael Jacksons Vater Joe aus Pietätsgründen wegen des Todes von dessen Sohn einen Platz in seinem Festzelt verweigert, sagte Weishäupl, sie habe mit Krätz noch nicht gesprochen. “Es wäre der erste mir bekannte Fall, in dem Gäste ausgewählt werden nach ihrem moralischen Verhalten. Ich werte das nicht, bin aber immer wieder erstaunt, was die Wiesn so bietet.“

dpa

Quelle: Oktoberfest live

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