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"Wir sind tief betroffen"

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Schnaitsee - Familie, Freunde und Kameraden trauern um den in Afgahnistan ums Leben gekommene Soldaten Oliver O..

"Wie Sie Sich vorstellen können, bin ich persönlich, als auch die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 tief betroffen", begann der derzeitige Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Matthias Puschnig, sein Statement zum Tod des 21-jährigen Soldaten. "Wir werden alles tun, um den Angehörigen jetzt beizustehen."

Am Freitagnacht um 23.30 Uhr haben Bundeswehrsoldaten die Familie des jungen Mannes in Waldhausen in der Gemeinde Schnaitsee aufgesucht, um sie über das Unglück zu informieren und um ihre Anteilnahme auszusprechen. Mutter, Stiefvater, die ältere Schwester und der zehnjährige Halbbruder werden auch weiterhin von Bundeswehrangehörigen betreut. "Es richtet sich alles nach den Wünschen der Familie", betonte Hauptmann Sven-Darius Schulze. Der Presseoffizier der Gebirgsjägerbrigade 23 hatte die Pressekonferenz in Bischofswiesen möglich gemacht.

Leider konnte auch Oberstleutnant Puschnig nicht mehr zu dem Unglück sagen, das zu dem tragischen Tod des Hauptgefreiten geführt hat. "Die Ermittlungen dauern an und die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass der Unfall beim Waffenreinigen passiert ist."

Klar scheint, dass alle Soldaten, die mit Oliver näher befreundet waren, mit ihm in Afghanistan waren. Sie können vor Ort psychologische Betreuung in Anspruch nehmen. Einige werden seinen Leichnam nach Deutschland begleiten, um ihm bei der Beisetzung die letzte Ehre zu erweisen.

Die daheimgebliebenen Soldaten wurden am Montagnachmittag bei einem Appell über den Tod ihres Kameraden informiert. Zusammen mit dem katholischen und dem evangelischen Militärseelsorger beteten sie ein 'Vater unser' und ein Totengebet. Zum Abschluss wurde das Lied vom toten Kameraden gespielt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gedenkt Oliver O. und allen anderen deutschen in Afghanistan Gefallenen.

In Waldhausen selbst hatte sich die Nachricht vom Tod des 21-jährigen Oliver O. bereits am Samstag wie ein Lauffeuer verbreitet. Pfarrer Georg Schinagl soll am Abend beim Gottesdienst von dem Todesfall berichtet haben. Schockiert zeigte sich auch Bürgermeister Vitus Pichler. Er soll Oliver O. als beliebten und ruhigen jungen Mann beschrieben haben, der voll in der Dorfgemeinschaft integriert gewesen sei. Das habe auch der Onkel und Firmpate von Oliver bestätigt. Die Familie habe noch vor kurzem ein Videotelefonat mit Oliver geführt. Im März wäre er mit seinem Bataillon nach Hause gekommen.

Abschiedsappell der Bischofswieser Soldaten

Abschiedsappell am Schloßplatz

Seit rund 15 Jahren lebt Oliver O. mit seiner Mutter in Waldhausen. Sie sind aus den neuen Bundesländern gekommen. Der gelernte Estrichleger hatte sich 2009 für zwei Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Im Oktober war er mit dem Gebirgsjägerbataillon 232 nach Afghanistan verlegt worden. Am Dienstag soll sein Leichnam nach Deutschland überführt werden. Am Donnerstag soll dann die Beerdigung in Waldhausen stattfinden.

Der Hauptgefreite (21) war aus einem Einsatz zurückgekommen und wurde nach ersten Untersuchungen beim anschließenden Reinigen der Waffen durch den versehentlich ausgelösten Schuss eines Kameraden getötet. Dies meldet die dpa.

Bei der Gedenkfeier für den  Getöteten sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor 800 Soldaten der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf: "Ein besonders tragisches Unglück hat ihm das Leben genommen nach einem Einsatz mit vielen Gefahren. Er hatte ihn heil überstanden." Die Kanzlerin weiter: "Es ist grausam, eine Woche vor Weihnachten die Nachricht vom Tod des geliebten Sohnes, des geliebten Bruders zu bekommen." Die Anteilnahme der Regierung komme von Herzen. "Und doch wissen wir, dass sie kaum Trost sein kann."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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