Toter in Rosenheim: Polizei prüft Fundsachen

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Rosenheim - Nach dem Leichenfund in einer Rosenheimer Wohnung laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Die gefundenen Gegenstände in der Umgebung werden nun untersucht.

UPDATE, Sonntag 12.30 Uhr: Pressemitteilung der Polizei

Die Kriminalpolizei Rosenheim hat zur Klärung des Gewaltverbrechens die Ermittlungsgruppe „Miro“ eingerichtet. Das Opfer bewegte sich überwiegend in Gesellschaft sozialer Randgruppen. In Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt sucht die Kriminalpolizei Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens geben können.

Am Donnerstagnachmittag, den 30. Oktober, wurde der 59-jährige kroatische Staatsangehörige tot in seiner Wohnung in der Papinstraße aufgefunden. Die Obduktion am Institut für Rechtsmedizin hat am Freitagnachmittag den gewaltsamen Tod des Mannes bestätigt. Die Kriminalpolizei hat zur Klärung des Verbrechens die 16-köpfige Ermittlungsgruppe „Miro“ eingerichtet. Während das Fachkommissariat Erkennungsdienst bereits am Freitagvormittag mit der Spurensicherung in der Wohnung des Opfers begann, überprüften zeitgleich Beamte der Ermittlungsgruppe das persönliche Umfeld des Kroaten. Am Samstag durchsuchten Unterstützungskräfte der Bereitschaftspolizei Straßen und Wege im Bereich der Papinstraße nach tatrelevanten Gegenständen.

Miro B. wurde tot in seiner Rosenheimer Wohnung aufgefunden.

Die Kriminalbeamten arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles, sind dabei allerdings auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Das 59-jährige Opfer des Gewaltverbrechens bewegte sich überwiegend in Gesellschaft sozialer Randgruppen im Stadtgebiet von Rosenheim. Der kroatische Staatsangehörige war dabei häufig an den bekannten Anlaufadresse in Bahnhofsnähe oder Salingarten anzutreffen. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse wurde der Mann das letzte Mal am frühen Dienstagabend gegen 17 Uhr lebend in seiner Wohnung gesehen. In dieser dürfte sich auch das Tatgeschehen abgespielt haben.

Das Opfer wird wie folgt beschrieben:

  • ca. 180 cm groß, schlanke Statur, graumelierte kurze Haare, bekleidet mit einer schwarzen Jeans, schwarz-weiß kariertem Hemd, Holzfällerart, und grauem Rundhalspullover mit dunkelgrauen, abgesetzten Bruststreifen

In Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt werden unter der Telefonnummer 08031/2000 Zeugen gesucht, die Auskünfte über das Opfer oder mögliche Begleitpersonen geben können:

  • Wem sind vom Dienstagabend, den 28. Oktober bis Donnerstagvormittag, den 30. Oktober, Personen oder Streitigkeiten im näheren Bereich des Tatortes, dem Mehrfamilienhauses in der Papinstraße 4 in Rosenheim, aufgefallen?
  • Wer hat vom Dienstagabend, den 28. Oktober bis Donnerstagvormittag, den 30. Oktober, das Opfer gesehen bzw. mit diesem Kontakt gehabt?

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, Sonntag 12.15:

Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, hat auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigt, dass einige Gegenstände bei der Suche in der Papinstraße gefunden wurden. "Nun muss geprüft werden, ob und in welchem Zusammenhang sie möglicherweise mit der Tat stehen", erklärte er. Auch das Umfeld des Toten wird weiter durchforstet, "einige Nachbarn müssen noch befragt werden, weil wir sie bisher nicht erreicht haben", so Thalmeier.

Gewaltverbrechen in Rosenheim

Gewaltverbrechen: Polizei durchsucht Umgebung

UPDATE, Sonntag 8.30 Uhr:

Auf Nachfrage von rosenheim24.de erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, dass man sich voraussichtlich im Laufe des Tages zu der Suche nach Gegenständen in der Papinstraße äußern werde. Vorerst müssen man sich aber noch mit der Kripo absprechen.

UPDATE, Samstag 18.15 Uhr

Die Bereitschaftspolizei hat am Samstag die Umgebung der Wohnung in der Papinstraße, wo der 59-jährige Miro B. am Donnerstag tot aufgefunden wurde, abgesucht. Auf Nachfrage von rosenheim24.de, ob denn tatrelevante Gegenstände gefunden wurden, wollte die Polizei zum derzeitigen Zeitpunkt keine Auskünfte geben. 

UPDATE, Samstag 12.10 Uhr: Wohnungstür stand viele Stunden offen

Die beiden Nachbarinnen, die den 59-jährigen Miro B. in dessen Wohnung gefunden haben, sind noch immer schockiert. "So etwas habe ich noch nie gesehen, es sah schrecklich aus", erzählt eine der Damen gegenüber rosenheim24. Der Tote lag auf dem Boden, die Nachbarin sah nur "einen Fleck auf der Brust". "Ich bin sofort rausgelaufen", so die Schilderung der Frau. Ihre Nachbarin habe noch gesagt, vielleicht schläft er noch, doch sie habe sofort geantwortet: "Nein, er ist tot. Wir müssen sofort die Polizei rufen!" Letztendlich verständigten die beiden Frauen den Notarzt. Wie eine Nachbarin erzählt, habe sie unter Schock gestanden. "Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, den Notarzt zu rufen." Kurze Zeit später habe sie dann die Nachbarn darum gebeten, auch die Polizei zu verständigen.

Miro B. lebte eher zurückgezogen

Die beiden Frauen hatten in der Wohnung nach dem Rechten gesehen, weil die Wohnungstür längere Zeit offen gestanden hatte. "Als ich am Mittwochabend den Müll runtergebracht habe, stand die Tür schon offen. Als sie dann am Donnerstag immer noch offen stand, habe ich meiner Nachbarin gesagt, wir müssen nachschauen, was da los ist", erzählt eine der Frauen. Außerdem habe in der Wohnung Licht gebrannt und der Fernseher sei eingeschaltet gewesen. "Ich habe mir gedacht: Hat er zu viel Geld, dass immer alles an ist?", so eine Nachbarin.

Miro B. lebte beiden Frauen zufolge eher zurückgezogen, hatte aber ab und zu Besuch. Auch in den vergangenen Tagen soll der 59-Jährige Besuch gehabt haben. Die Nachbarinnen erzählen, dass sich der Verstorbene gerne mit den Nachbarn unterhalten hat, freundlich war. "Wenn er jemanden gesehen hat, hat er sofort geredet", so eine der Frauen. Andererseits sei er oft betrunken gewesen und habe andere beschimpft und Streit gesucht. "Dass er mich auch mal beleidigt hat, interessierte mich nicht, weil er immer besoffen war", erzählt eine Nachbarin.

Polizei überprüft das Umfeld von Miro B.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren, stehen aber zu diesem frühen Zeitpunkt noch am Anfang. "Nähere Angaben zum Tod und zum Tatzeitpunkt sind derzeit noch nicht möglich", erklärt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Interview mit rosenheim24. " Um diese Details zu ermitteln, ist bei der Kriminalpolizei in Rosenheim die Ermittlungsgruppe "Miro" eingerichtet worden", so der Polizeisprecher. Erste Befragungen im Umfeld des Mannes seien bereits durchgeführt, bislang hätten diese aber zu keinen Erkenntnissen geführt.

Zu den Lebensumständen des Mannes hat die Polizei indes erste Erkenntnisse. "Bekannt ist, dass der Mann sich überwiegend in sozialen Randgruppen in Rosenheim aufgehalten hat. Er war des öfteren im Bahnhof, im Salingarten und im Salinplatz." Gerüchten aus der Nachbarschaft zufolge hatte Miro B. finanzielle Schwierigkeiten. Dazu ist Thalmeier zufolge allerdings noch nichts bekannt. "Es ist allerdings auch Aufgabe der Ermittlungsgruppe. Das gehört dazu, wenn man das Umfeld beleuchtet, die Situation des Mannes. Wie war er finanziell gestellt? Mit wem hatte er zu tun? Was waren seine Bekannten?"

11.30 Uhr: Bereitschaftspolizei sucht Papinstraße ab

Am Samstagmorgen hat die Bereitschaftspolizei den Bereich rund um das Haus, in dem am Donnerstag ein 59-Jähriger tot aufgefunden wurde, abgesucht. Wie Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber rosenheim24.de erklärte, sucht die Polizei nach Gegenständen, die für die Tat relevant sind. Um welche Gegenstände es sich dabei genau handelt, wollte er nicht sagen.

In einer Wohnung in der Papinstraße wurde der Tote gefunden (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Ein 59-jähriger kroatischer Staatsangehöriger wurde am Donnerstagnachmittag tot in seiner Rosenheimer Wohnung aufgefunden. Die Obduktion des Leichnams am 31. Oktober hat ergeben, dass der Mann gewaltsam ums Leben kam.

bla/hy/redro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © jre

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